Ausbau eines Archivs

31. August 2010
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Was hat sich Blankenfelde angetan: Mit dem Abriß der Mühle (1945/46), des Schloßes (1948), des Fachwerk-Hauses (1972), des Zoll- und Chaussee-Hauses (1994), des Pfarrhauses (2006)!

Was wurde Blankenfelde angetan mit der vorsätzlichen, verbrecherischen Vernichtung des heimatgeschichtlichen Archivs, das Dokumente aus drei Jahrhunderten bewahrte. Die Brandstiftung des Ortsgruppenführers der NSDAP, in der Nacht vom 22. zum 23. April 1945, hatte bittere Folgen für Blankenfelde.

Kein Offizieller fühlte sich fortan dafür verantwortlich, zu sammeln und zu sichern, was von heimatgeschichtlichem Wert ist. Jahrzehnte vergingen, bevor im Kulturverein Blankenfelde darüber nachgedacht wurde, ein Archiv möglich zu machen.

Nach jahrelangen Vorarbeiten wurde ein angemessener Raum in der „Alten Aula“ eingerichtet. Von der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow mit dem nötigen Mobiliar bestens ausgestattet, konnte der kontinuierliche Aufbau des Archivs vor gut einem halben Jahrzehnt begonnen werden.

Ein Archiv ist immer im Aufbau. Immer ist Neues an- und aufzunehmen und aufzubereiten. Das gewachsene Vertrauen in das Archiv und seine Arbeit veranlaßt immer mehr Bürger, Zeit- und Lebens-Zeugnisse ins Archiv zu geben. Originale Handschriften und vergleichbare Dokumente, die in den letzten anderthalb Jahren, ins Archiv kamen, rechtfertigten es nun, eine Handschriftenabteilung zu eröffnen. Äußerer Anlaß war die Übernahme der Briefe des Schriftstellers und Spanienkämpfers Hanns Maassen, die drei Ordner füllen.

Jüngst hinzugekommen ist die 1931 begonnene Blankenfelder Schulchronik, die nach dem Tode des Rektors Walter Damm (April 1945) von dem Lehrer Karl Schwarz bis 1948 fortgesetzt wurde und von der Lehrerin Erika Strauch bewahrt und so gesichert wurde.

Zur stabilisierenden Substanz der Handschriftensammlung im Archiv gehören seit einigen Wochen auch die Originale der Protokolle des „Runden Tisch“ in Blankenfelde (Januar bis Mai 1990), dessen Initiator Hans-Joachim Moldenhauer war, der jetzt die Protokolle den ehrenamtlichen Archivaren des Kulturvereins anvertraute.

Gleichzeitig hinzugekommen sind die Mappen, die die Entwicklung eines jeden Jahr-Buch nachvollziehbar machen. Das Jahr-Buch, von dem es inzwischen zehn Ausgaben gibt, ist jene Publikation zur Heimatgeschichte, die öffentlich zugänglich machen kann, was archiviert ist.

Das Archiv zur Heimatgeschichte Blankenfelde, ist also eine aktive Institution. Ständig sich verändernd, also wachsend und wachsend, wertvoller und wertvoller werdend für die Ortsgeschichte, ist das Archiv für Interessierte offen und wird durch Publikationen für Interessierte geöffnet.

Was könnte Blankenfelde besseres geschehen, als die Achtsamkeit fürs Archiv und die Beachtung dessen, was im Archiv ist und sein wird! Auch, um künftig zu bewahren, was an Bewahrenswertem in Blankenfelde ist.

Bernd Heimberger

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