„Ich bin stinkesauer“

30. September 2010
Von

Unter obengenannter Überschrift veröffentlichte die Märkische Allgemeine am 23.09.2010 Ansichten Herbert Burmeisters von der Schutzgemeinschaft zum Thema Flugrouten. Lesen Sie bitte dazu in ungekürzter Form den Rundbrief von Ferdi Breidbach an alle BVBB-Mitglieder:


 

Liebe Mitstreiter/innen,

die Lokalredakteurin der Märkischen Allgemeinen/Zossener Rundschau, Frau Höhne hat wiedereinmal einen Artikel veröffentlicht.

Unter „Ich bin stinkesauer“ (23.09.2010) lässt sie sich über Eigenpropaganda des stellvertretenden Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft, Burmeister aus. Nichts gegen Selbstdarstellung, aber die Faktenangaben des Selbstdarstellers müssen stimmen. Aufgabe eines Journalisten ist es die ihr in die Feder diktierten Behauptungen eines Informanten zu überprüfen. Tut der Journalist dies nicht, wie wiedereinmal im Falle Höhne, dann macht er sich mit Redereien gemein, lässt sich zu Propagandazwecken instrumentalisieren.

Ich möchte Ihnen am Beispiel dieses Hofberichtes darstellen was  Burmeister unter Wahrheit und Frau Höhne unter Journalismus versteht, wie sie wegen Unterlassung jeglicher journalistischer Verpflichtung ihre Leser missachtet, die eine Recht auf Wahrheit und Klarheit haben.

Sie zitiert Burmeister wie folgt:

…„Zudem sei er „stinksauer auf unsere Gutachter“ die seit Jahren die sechs in der Schutzgemeinschaft vertretenen Kommunen in Sachen Planfeststellungsverfahren BBI Schönefeld beraten. „Wenn uns diese größere Betroffenheit schon vor 2006 bekannt gewesen wäre, hätte das ganz anders beim Bundesverwaltungsgericht im März 2006 behandelt werden müssen“ so der ehemalige Bürgermeister von Schulzendorf…“

Hierzu die Fakten:

Burmeister irrt, wenn er Gutachter als Berater qualifiziert. Gutachter haben in Rechtsverfahren eine erklärende/klärende Funktion indem sie die Sicht der Dinge aus ihre Fachperspektive aufzeigen. Eine Beraterfunktion haben dagegen Rechtsanwälte die Herr des Verfahrens sind und auch, in einvernehmen mit ihren Mandanten, Gutachter bestellen/verpflichten. Verfahrensbeteiligte Gutachter im nachhinein zu beschimpfen ist darum in Wahrheit massive Kritik an den Rechtsanwälten die die Schutzgemeinschaft vertreten haben.

Mit diesen Angriffen auf die eigenen Gutachter hat Burmeister nur bewiesen, dass er Rechtsverfahren nicht versteht. Traurig, wenn man einen ehemaligen Bürgermeister so etwas vorhalten muss. Ebenso traurig, dass die Höhne nicht das kleine Einmaleins des Verfahrensrechtes kennt.

Es kommt noch schlimmer:

Im Gegensatz zu der Behauptung von Burmeister hat das Flugroutenproblem sehr wohl vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Rolle gespielt. Ich zitiere einen Zeugen der nicht gerade im Verdacht steht. die Anwälte der Schutzgemeinschaft und des BVBB verteidigen zu müssen: …„Bei den Klagen vor dem BVerwG (Bundesverwaltungsgericht) wurde das Thema (Flugrouten) von den Klägern erneut vorgebracht, jedoch vom Gericht nicht aufgegriffen. Es folgte damit dem Beschluss der Behörde“. So steht es in einem Dokument des Brandenburgischen Infrastruktur Ministeriums (MIL) vom 15. September 2010.  (Das Gericht bezog sich auf die Rechtslage, nach der An – und Abflugverfahren nicht planfestgestellt, sondern durch Rechtsverordnung nach Vorarbeiten der „Deutschen Flugsicherung“ (DFS) festgestellt werden

Fazit:

Burmeister ignoriert die Rechtslage. Sein Gedächtnis hat ihn im Stich gelassen. Erhätte eigentlich, als Teilnehmer der mündlichen Verhandlung vor dem BverwG  noch wissen können was seine , und die Anwälte des BVBB vorgebracht haben Insbesondere ist ihm entfallen, dass der BVBB u. a. seit 2001 immer wieder auf die Unterlassung einer Einbeziehung der Flugrouten in den Lärmschutzumgriff hingewiesen haben. Dazu zur Auffrischung des Gedächtnisses wieder ein Zitat aus dem Dokument des MIL: …“Die Diskussion um die Flugrouten und in Folge davon die unterschiedlichen Lärmbetroffenheiten ist keineswegs neu. Sie hat das Verfahren um die Genehmigung des Flughafenausbauss BBI am Flughafen Schönefeld in der ganzen Zeit seit Antragstellung begleitet, weil insbesondere die Bürger und die betroffenen Kommunen unbeschadet von der ablehenden Grundhaltung auch die konkret Flugstreckenführung der Flugzeuge kritisierten. Es gab damals auch hierzu förmliche Einwendungen im Planfeststellungsverfahren. Das Thema wurde ebenfals in der Anhörung in Oberschöneweide kontrovers diskutiert, ohne zu einem Ergebnis zu kommen“…

Burmeister und die Abteilung aufblasen

Zitat aus der MAZ: „Burmeister erinnerte gegenüber der MAZ noch einmal daran, das der „magische Termin“ der Flugroutenveröffentlichung durch Faulenbach da Costa auf Initiative der Schutzgemeinschaft zurückzuführen ist, diese habe das Gutachten in Auftrag gegeben“.

Diese Aussage von Burmeister ist nicht nur eine Halbwahrheit, man kann sie getrost auch als Lüge definieren.

Dazu die Fakten:

In Absprache mit Vorstand und Schatzmeister habe ich am 25. Juni 2010 den neugewählten Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft, Carl Ahlgrimm (Bürgermeister Großbeeren) aufgesucht. Ziel des Gespräches war der Versuch einen Neuanfang der Zusammenarbeit zwischen Schutzgemeinschaft und BVBB auszuloten. Bekanntlich war, auch durch Methoden die Burmeister und Baier (Bürgermeister von Blankenfelde/Mahlow) zu vertreten hatten, eine gedeihliche Zusammenarbeit zerstört. In diesem fruchtbaren Gespräch wurde als erste Maßnahme einer Zusammenarbeit von mir die Beauftragung eines Gutachters zur Ausarbeitung eines Flugroutenkonzeptes für die Gemeinden Großbeeren/Diedersdorf und Ludwigsfelde vorgetragen und dann verabredet.

In dieser Verabredung war die Schutzgemeinschaft nicht einbezogen. Carl Ahlgrimm und ich waren aber der Überzeugung, dass der Versuch gemacht werden sollte auch die anderen Gemeinden in den Gutachterumfang einzubeziehen. In einem Gespräch, am 21. Juni 2010, mit den Beteiligten Gerhardt (Bürgermeister von Ludwigsfelde), Carl Ahlgrimm, Gutachter Faulenbach da Costa (FdC) und Ferdi Breidbach, wurde dann der Auftrag an den Gutachter so formuliert: Die möglichen Flugrouten sollen für die westliche Region ermittelt werden. Die Kosten teilen sich die Gemeinden (80%), BVBB 20%).

Den Beteiligten war bekannt, dass Baier und Burmeister diesen Gutachter ablehnen würden. Ein Punkt dieses Umstandes war, neben der Weigerung einer finanziellen Unterstützung des BVBB im Klageverfahren gegen den Nachtflug, auch der Gutachter Faulenbach da Costa. Baier und Burmeister hatten im Herbst 2009 gegenüber Matthias Stefke, Ferdi Breidbach und weiteren erklärt, dass sie für einen Gutachter Faulenbach da Costa keinen Cent ausgeben. Er käme auch für die Klage der Gemeinden gegen den Planfeststellungsbeschluss „Nachtflug BBI“ nicht in Frage.Ihr Diktum: Der Mann hat sich diskreditiert.

Ungeachtet des Diktums von Baier und Burmeister gab es sachliche Gründe den Versuch zu starten alle Gemeinden der Schutzgemeinschaft in eine Begutachtung der Flugrouten mit einzubeziehen. Hierzu bestanden Chancen, weil es Burmeister als Bürgermeister von Schulzendorf nicht mehr gab und auch in Eichwalde ein neuer Bürgermeister im Amt war. Carl Ahlgrimm ist es dann auch gelungen diese Gemeinden ins Boot zu holen. Plötzlich wollte auch Baier wieder. Warum der Wendehals ist nicht bekannt.

Zwischenzeitlich wurde aber bekannt, dass Baier bei den Gutachtern Pfuldt und Maschke eigenmächtig, ohne  Zustimmung der Gemeindevertretung, auch ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte. Es bestand die Hoffnung, dieses Gutachten mit dem Gutachten FdC abgleichen oder „Verheiraten zu können. Nur, dieses von Baier in Auftrag gegebene Gutachten, finanziert aus Steuergeldern der Gemeinde, hat bis heute das Licht des Tages noch nicht erblickt. Warum beleibt ebenso ein Geheimnis von Baier wie das Gutachten offensichtlich ein Geheimpapier ist.

Fazit,

Burmeister hat keinen Grund, angesagt wäre eher Scham, sich damit aufzublasen dass das Gutachten FdC… „auf Initiative der Schutzgemeinschaft zurückzuführen ist…“, wie er wahrheitswidrig behauptet. Wenn schon Initiative, dann BVBB und Carl Ahlgrimm. Burmeister und Baier waren Trittbrettfahrer!

Frau Höhne hätten diesen Vorgang kennen können. Sie hätte nur ihren Redaktionskollegen Reck befragen müssen. Jener  Herr Reck war am 24.08.2010 dabei, als das Gutachten, und sein Weg zum Gutachten, erläutert wurde. Sein Bericht von dieser Veranstaltung war dann auch „dünne Suppe“.Vor allem hat er nicht erkannt, welche Chance er hatte das Flugroutenthema zur Sache der MAZ zu machen. Vielleicht wollte er auch nicht. Schließlich hätte er dann was Gutes über den BVBB schreiben müssen. Stattdessen befasste er sich mit journalistischer „Kakophonie“ weil er glaubte, am Gesicht von Carl Ahlgrimm ablesen zu können, dass es mit der Zusammenarbeit von Schutzgemeinschaft und BVBB nicht weit her sein kann.

Jetzt muss man nicht spekulieren warum Frau Höhne Burmeister aufgeblasen hat. Hatte sie etwa gehofft mit ihrer Schreiberei Sand ins Getriebe des guten Verhältnisses zwischen Carl Ahlgrimm und dem BVBB streuen zu können. Einfältiger Wunschtraum kann man da nur sagen. Die MAZ Zossen wird so wie so von den Lesern nicht mehr ernst genommen die die Arbeit des BVBB kennen und Wissen was aus der Gemeindepolitik von Baier geworden ist. Insbesondere die Berichte von Frau Höhne leisten einen Beitrag zum Ansahen dieses MAZ Lokalteils, Immer die gleiche Masche. Es lebe der Bürgermeister und seine „Nationale Front“. Bürgerinitiativen, so auch der BVBBsind nur dann berichterstattungsfähig, wenn man diesen im Interesse des „Hofes“ glaubt was am Zeug flicken zu können.

Ferdi Breidbach

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One Response to „Ich bin stinkesauer“

  1. dietrich schoechert
    4. Dezember 2012 at 15:43

    ich schäme mich, oder besser ich schäme mich überhaupt nicht  mehr,ich habe als gelernter bürger von blankenfelde auch nichts anders erwartet . gerade  einmal  rund 10.000 bürger aus blankenfelde mahlow  sind der abstimmung zum —Nachtflugverbot —– gefolgt. das ist natürlich ihr gutes recht so zu handeln  zum zweiten werden denen , die nicht abgestimmt haben ja auch nachts die ohren dröhnen,zumindestens bis 0.00Uhr.
    desweiteren hörte ich am gestrigen abend aus der gemeinde blankenfelde kein sektkorkenknallen,es war der 3. Dezember, das volksbegehren hat mehr als gereicht, habe ich die jubelworte des BM Ortwin Baier überhört, muß ich mich dafür schämen oder sage ich  ich habe es garnicht anders erwartet. 
    aus zeuthen und teltow sind kommentare nach Blankenfelde gedrungen wie jubel und sekt in strömen floß, oder so. es wird wohl in zukunft oft gelegenheiten geben sich zu schämen, wenn millionen euro in luftschlösser verbrannt werden und die verlärmten einwohner von blankenfelde über den mangelnden schallschutz in ihren häusern oder wohnungen leiden müssen.
    wir alten liegen dann in reih und glied im garten am berliner damm, ob wir dann noch verlärmt werden ????????????
    euer schoechi                           —————machts   jut nachbarn————

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