Trichter trifft Trödler

10. Oktober 2010
Von

 

 

Guten Morgen, Guten Tag, Guten Abend!

Ich bin Frau Trichter. Ich bin Herr Trödler. Wer wir sind? Kein Paar und doch ein Pärchen. Wir sind Leute wie Sie. Und, vielleicht, doch nicht ganz so wie Sie.

Wir sind Alteingesessene in der Gemeinde. Wir sind immer mit offenen Augen durch die Gemeinde gegangen. Wir haben die Ohren nie zugestöpselt. Wir haben einiges von dem gesehen und gehört, was so in unserer Gemeinde geschehen ist.

Und, wir haben eine Meinung zum Gesehenen und Geschehenen. Die lassen wir uns von niemand verderben oder gar verbieten. Weil wir gern leben, wo wir leben und uns die Lebensfreude nicht nehmen lassen möchten.

Also, warum, nur schweigend da- und dabeistehen? Wir sprechen miteinander. Auch für Sie? Auch für Sie!

Bernd Heimberger



Heimat ist, wo ich die abgesenkten Bordsteine kenne, über die ich mit dem Fahrrad fahren kann.


 

 

Herr Trödler sagt: Das ist ja wie im richtigen Leben!

Wäre das nicht Literatur, sagt Frau Trichter!

Herr Trödler fragt: Sagen Sie, Frau Trichter, weshalb ist das Erkerzimmer des Rathauses immer dunkel?

Frau Trichter antwortet: Weil der Bürgermeister ein so heller Kopf ist!


Auf Sie habe ich gewartet, sagt der Amtsleiter.

Frau Trichter und Herr Trödler sehen sich staunend an.

Wieso, fragt Herr Trödler?

Sie wollen doch sicher eine Wählergemeinschaft gründen?

Wie konnte er das nur wissen, fragte Herr Trödler?

Zeitgefühl, Herr Trödler!


Herr Trödler sitzt in der Sitzung der Abgeordnetenversammlung neben Frau Trichter.

Wieso hat der SPD-Fraktionsvorsitzende den Abgeordneten der Wählergemeinschaft einen politischen Amokläufer genannt, will Herr Trödler wissen?

Frau Trichter antwortet: Er weiß, wovon er spricht.


Ein Richtfest wird gefeiert. Der Bürgermeister klettert auf die oberste Plattform des Baugerüstes.

Der fürchtet sich aber fürchterlich, stellt Herr Trödler fest.

Vor dem Fall, fragt Frau Trichter?


Herrn Trödler legt Frau Trichter das Journal neben die Kaffeetasse. Frau Trichter blättert im Journal. Sie schüttelt den Kopf. Einmal, zweimal, immer wieder.

Wissen Sie, weshalb der Bürgermeister sich so oft ablichten läßt?

Er ist auf der Suche nach seinem verlorenen Gesicht, sagt Frau Trichter.


Herr Trödler ist niedergeschlagen. Die Grünen sind in der Fraktion der SPD untergeschlüpft.

Dafür habe ich sie nicht gewählt, entrüstet sich Trödler. Können Sie sich darauf einen Reim machen, fragt er Frau Trichter?

Die Schafe holen sich die Wolle zurück!


Herr Trödler ist verwirrt.

Freund Richard ist in die SPD eingetreten. Er hatte versprochen,  das Bürgerbündnis zu unterstützen.

Daran ist doch nichts dran, will sich Herr Trödler bei Frau Trichter vergewissern.

Da ist alles dran, was dran sein kann!

Was verspricht er sich bloß davon, fragt Herr Trödler?

Mietfreiheit für seine Schule!


Wie immer ist Herr Trödler nach jeder Sitzung des Bauausschußes verdrossen. Wie immer war der Vorsitzende Knetmasse der Verwaltung.

Daß ausgerechnet der auch noch Stirn heißt!

Herr Trödlers Gesicht wird zur Grimasse.

Er hat die Stirn, niemand die Stirn zu bieten, sagt Frau Trichter.


Herr Trödler ist untröstlich.

Wenn er konnte, wo er konnte, warb er für den Bau von Single-Wohnungen.

Die Gemeindevertretung entschied zuerst und zunächst, ein Parkhaus zu errichten.

Was ist das für ein Denken, regt sich Herr Trödler auf?

Haben Sie den Schneid, die Autos länger im Regen stehen zu lassen, fragt Frau Trichter?


Fortsetzung folgt!

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One Response to Trichter trifft Trödler

  1. H.Kottenhoff
    25. März 2011 at 14:55

    Potz Blitz, welch heller Geist in diesem geistig trüben Ort !! Fast schon „Gedanken zur Lage der Nation“ ( in diesem Fall zur Lage der Gemeinde ).
    Leider aber sind das Perlen vor die Säue, denn wer mit Verstand denken kann, weiß
    die Weisheiten der Zwei zu würdigen, doch die`s angeht, haben weder den Verstand
    noch die Weisheit, den Sinn zu begreifen.
    Ein Baier am Sonntag (oder umgekehrt) kann halt nicht aus seiner Haut,-
    Null mal Null ergibt Null, nur wollen das die meisten nicht verstehen.

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