Größenwahn oder Einfältigkeit? Flugrouten – Ein aktueller Kommentar von Ferdi Breidbach

14. Oktober 2010
Von

Mit einem Baugebiet eine Flugrouteänderung erzwingen? – Größenwahn oder Einfälltigkeit?

 

Mit dem Aufstellungsbeschluss Bebauungsplan M12b „Wohngebiet Berliner Straße“ vom 23.09.2010 soll Baurecht für ca. 105 Wohneinheiten geschaffen werden. Wer dort,  im wahrscheinlich vom zukünftigen  Fluglärm am meisten belasteten Gebiet der Gemeinde, bauen und leben soll – verschweigt des Baier`s Höflichkeit.

Nach den Erfahrungen mit dem Bau der neuen ev. Schule durch eine „Hofbauerstiftung“, fehlt jetzt nur noch, dass ein Immobilienhai – ein so genannter „Geschlossener Immobilienfond“ – schon heimliche Angebote zur Bebauung gemacht hat.

Gleich wie, Bürgermeister Baier und die Gemeindevertreter der Parteien wollen ja, so verkünden sie, dort nicht bauen. Sie wollen ein „Signal setzten“ mit dem eine Flugroutenregelung erzwungen werden soll die gemeindeverträglicher ist. Diese Begründung kann nur Größenwahn oder politischer Einfältigkeit entsprungen sein. Der „kleine Moritz“ stellt sich vor, dass wegen diese Bebauungsplans nun bei der „Deutschen Flugsicherung (DFS) und bei den für die Flugrouten tatsächlich verantwortlichen, Wowereit und Platzeck, die Wände wackeln. Da soll dann nach einfältiger Vorstellung sofort stramm gestanden werden, weil eine Gemeindevertretermehrheit von Blankenfelde- Mahlow im Fluglärmschutzgebiet nach derzeitigem Planungsstand 105 Wohnungseinheiten bauen lassen will.

Ich frage mich, so Matthias Stefke ( Vors. der Fraktion BVBB WG) was wirklich dahinter steckt. Gleich was, unsere Fraktion hat sofort erklärt, dass sie weder einfältig noch größenwahnsinnig ist.

Ein Zwischeruf

Fordert „“Waldblick“ – „Mahlow – Nord bald eine Eingemeindung nach Lichtenrade?   (Ferdi Breidbach, Ehrenvors. Des BVBB)

Vorab: Weder die Gemeinde noch der BVBB tragen Verantwortung für die Flugrouten der „Deutschen Flugsicherung“ (DFS) die durch Druck des BVBB und der Schutzgemeinschaft am 06.09.2010 öffentlich wurden. Weil Schutzgemeinschaft und BVBB am 24.08.2010 eine Flugroutenregelung öffentlich gemacht hat, was auch der DFS bekannt war, musste die DFS aus ihrer Schweigespirale. Unterschlagen wird aber nun auch was der BVBB aufgedeckt hat. Wowereit und Platzeck musste schon seit 1998 bekannt sein, dass auch Mahlow/Nord und Lichtenrade massiv überflogen werden. Dies hatte die Flugsicherung auch der Flughafengesellschaft (FBS) und dem brandenburgischen Verkehrsministerium schriftlich mitgeteilt. Auch dieses Dokument hat der BVBB öffentlich gemacht und so das Lügen – und Vertuschungsgebäude zum Einsturz gebracht..

Bewusst war der Gutachter (FdC) der Schutzgemeinschaft und des BVBB beauftragt ein Flugrutenkonzept nach den Maßgaben zu erarbeiten, nach denen auch die Flugsicherung eine Flugroutenregelung vorlegen wird. Das Konzept des Gutachters war so dann auch Deckungsgleich mit der DFS Flugroutenregelung. Sicher ist es der Schutzgemeinschaft und dem BVBB zu verdanken, dass das übliche Vorgehen der DFS. eine Veröffentlichung von Flugrouten erst 6 Monate vor Inbetriebnahme des BBI  vorzulegen, durchkreuzt wurde. Alle Betroffenen die jetzt lauthals protestieren sollten darum zunächst auch dankbar sein, dass sie nicht erst unmittelbar vor BBI – Eröffnung von ihrem Schicksal erfahren durften.

Erst die Wahrheit, dann richtig reagieren, fragen was falsch und richtig – wahr oder gelogen ist.

Man liest in der Presse (MAZ 13.10.10) das sich Mitbürger aus Waldblick/Mahlow-Nord mit Bürgern aus Lichtenrade zu einer Bürgerinitiative „ Flugrouten raus aus Berlin – Abflug geradeaus“ zusammen organisiert haben. Jetzt soll es Montagsdemonstrationen und Unterschriftensammlungen geben die nach Lage der Dinge bedeuten, aller Fluglärm nach Rest – Mahlow und Blankenfelde. Konsequent wäre nun die Forderung der Eingemeindung von „Waldblick“ und „Roter Dudel“ in den Bezirk Berlin-Lichtenrade. Dies, weil eine Unterstützung ihrer Forderungen durch den Bürgermeister Baier und seine „Nationale Front“ ausbleibt. Baier weiß warum! Warum wird er nicht befragt? Will er glauben machen, dass sein Flug – Vorschlag auch nur ein Minimum an Chancen für eine Flugroutenregelung hat die auch Mahlow-Nord vom Fluglärm befreit?

Quelle: Eichwalder Nachrichten / Stand: 08.09.2010

Zu den jetzt angelaufenen Protesten muss man wissen, das es in Lichtenrade eine Bürgerinitiative gab/gibt, die mit „Feuer und Flamme“ für den BBI in Schönefeld war. Sie forderte, um keinen Schienelärm eines Flughafen – Shuttle zu bekommen „nur“ die von Wowereit und CDU – Politkern versprochene Untertunnelung von Lichtenrade, eben einen unterirdischen  Schienenverkehr.

Da hat die Lichtenrader  Wowereit und die CDU zum erstenmal angeschmiert. Jetzt kommen CDU und SPD Politiker aus ihren Löchern und wollen die Lichtenrader, gleich halb Mahlow mit, zu zweitenmal anschmieren. Der bösen „Deutschen Flugsicherung“ (DFS) sollen Beine gemacht werden, wegen Lichtenrade und Mahlow-Nord sollen die Abflüge wieder geradeaus über Blankenfelde gehen.

Es ist schon tragisch, das die Protestanten noch immer nicht begriffen haben wer für die Flugrouten verantwortlich ist. Das ist eben nicht die Flugsicherung die die Routen nach den rechtlichen Vorgaben und Sicherheitsvorschriften festlegen muss. Erst nach Erfüllung dieser Vorgaben kommt die Verpflichtung vor allem dort Fluglärmrouten einzuplanen die über Wohngebieten gesundheitliche Folgen auslösen. Ob dies für Lichtenrade zutrifft müssten die Lichtenrader noch beweisen.

Vielleicht müssen aber alle die nun Flugrouten nach dem St. Floriansprinzip fordern noch lernen, dass es nur eine sichere Verhinderung des Fluglärms gibt: Der BBI in Schönefeld muss vor seiner Inbetriebnahme gestoppt werden. Wird dies politisch nicht durchgesetzt, dann gibt es Flugrouten hin, Flugrouten her, massiven Fluglärm über den dicht besiedelten Gebieten zwischen Müggelheim/ Gosen und Ludwigsfelde, einschließlich Lichtenrade, Mahlow –Nord, Teltow , Stahnsdorf, Kleinmachnow und Wannsee… Dieser von Wowereit und Platzeck gewollte Fluglärm macht dann die hier wohnenden Menschen, in Blankenfelde-Mahlow, Bohnsdorf, Waltersdorf und Schmöckwitz nicht nur krank. Er zerstört ihr Eigentum und trifft die Kinder besonders hart. Wenn Wowereit und Platzeck diese unmenschliche Politik nicht ausgetrieben werden kann, dann kann man auch in Lichterade/Mahlow – Nord so viel protestieren wie man will. Es wird dann im wesentlichen bei den Flugrouten bleiben die die DFS vorgelegt hat. Einen erhofften Geradeausflug von der Nordbahn wird es nicht geben.

Da zitiere ich als Zeugen den Flughafenchef Schwarz in einer Anfrage auf der Sitzung der Fluglärmkommission:

„Wir haben nicht in Berlin vier Start und Landebahnen aufgegeben um in Schönfeld zwei neue zu bauen, von denen wir eine dann im Prinzip (gemeint ist durch Geradeausflug) sofort wieder schließen können“.

Diese Aussage kann man getrost als Kampfansage interpretieren. Will heißen: dann klagen wir uns die Abkurvung um 15° bei Gericht wieder ein. Die Chancen diese Klage zu gewinnen sind da hervorragend. Denn, die Flugsicherung ist auch verpflichtet Flugrouten zu bestimmen die die Flüssigkeit des Flugverkehrs und die optimale Nutzung von Start – und Landebahnen sicherstellen. Übrigens, wenn Wowereit uind Platzeck die FBS an einer solchen Klage hindern würden, dann stünden sie unter dem Verdikt der FBS schweren Schaden zugefügt zu haben. Schon alleine die Rechtskonsequenzen aus diesem Vorwurf machen sie zu Verbündeten ihres Flughafenchefs.

Print Friendly, PDF & Email

Tags: , , , ,

6 Responses to Größenwahn oder Einfältigkeit? Flugrouten – Ein aktueller Kommentar von Ferdi Breidbach

  1. 26. Oktober 2010 at 22:41

    Guten Abend werte Leser,

    ich verstehe als Ludwigsfelder das Problem der Betroffenen sehr gut, auch wenn bei mir die A10 noch deutlich lauter als die Flieger ist.
    Da die Westberliner unseren Stolpe mit EU Fördermitteln seine Zustimmung zu Schönefeld abgerungen haben, wäre ich dafür, alle Flieger über Berlin zu leiten. Ein Großteil der Flugzeuginsassen ist Berliner und/ oder will dorthin. Also warum sollen die Brandenburger, die schon immer für Sperenberg respektive Jüterbog waren, jetzt den Berliner Lärm ertragen müssen? Da sollte das Verursacherprinzip gelten. Ich verbringe meinen Urlaub an der Ostsee oder im Harz und sehe gar keine Notwendigkeit zu fliegen.

    Eine deftige Kerosinsteuer würde meines Erachtens am meisten bringen. Weniger Lärm für uns und trotzdem Staatseinnahmen. Fliegen schädigt die Gesundheit von uns Betroffenen. Die Raucher müssen dafür kräftig Steuern zahlen und vor der Tür rauchen, um niemanden zu schädigen. Den Fliegern bezahlen wir mit Steuermitteln!! ein neues Zuhause.

    Ein Baustop, was für eine selten teuere Idee, kostet doch nicht das Geld der Politiker, sondern unser Steuergeld. Wir können so nur verlieren, entweder den letzten Funken Ruhe oder hunderte Millionen Euro unseres Geldes.

    Ich wünsche den richtigen Wind für eine ruhige Nacht.

  2. Prof. Dr.-Ing. habil. E. Augustin
    12. November 2010 at 17:37

    Zum Problem „Baustopp BBI“ bin ich der Meinung, dass es zwar eine wirksame Maßnahme der Standortgegner wäre, diese Forderung durchzusetzen; aber ich glaube, wir haben hiermit keine Chance, weil zu wenig Mitstreiter den Mut und die Kraft aufbringen, dafür zu kämpfen. Rein wirtschaftlich wäre die Umwidmung des bisher geschaffenen Flughafenareals z.B. in ein Messegelände aus finanzieller Sicht ein „Klaks“, verglichen mit den bisher schon nicht zuende realisierten Großprojekten (z.B. schneller Brüter, KKW Mühlheim/Kärlich, usw. – von Ferdi Breitbach wurden kürzlich wohl etwa 10 Beispiele genannt, die alle mehrere Milliarden verschlungen haben – für nichts und wieder nichts) und alleine mit den umfangreichen Finanzmitteln, die den Banken für Ihre Rettung aus der drohenden Insolvenz wegen unverschämter Verspekulation mit unseren Steuermitteln „in den Hintern gesteckt“ worden sind. Wenn immer wieder die Meinung aufkommt, dass man jetzt nicht mehr einen Baustopp – und damit ein Ende der durch keine weitere Diskussion zu beendende Fluglärmproblaematik erreichen – kann, beweist, dass viele Menschen diesen Teufelskreis bisher immer noch nicht verstanden haben und die realen Randbedingungen immer noch nicht erkennen. Man kann keinen stadtnahen Flughafen innerhalb eines dicht besiedelten Umfeldes fordern – entgegen den von uns schon seit 1996 deutlich herausgestellten Ablehnungen dieses Standortes (wofür wir fast ausnahmslos von den Berlinern gemobbt worden sind: „na, Ihr wollt doch auch in den Urlaub fliegen !?!“) – und sich dann über Fluglärm beschweren. Motto: „Wasch‘ mich; aber mach mich nicht nass !“ Man kann jetzt nur hoffen, dass die DFS „standhaft“ bleibt und sich nicht durch politischen Lobbyismus und Druck – auch nicht von ihrem Dienstherren, Minister Ramsauer – von ihrer sachlichen, fachlich begründeten Verantwortung abbringen lässt und nach Lösungen sucht, die objektiv zu einer Minimierung der Lärmbelastung aller möglicherweise vom Fluglärm betroffener Menschen im Umfeld des Flughafens BBI führt – nach eindeutigen Kriterien, die eine echte Bewertung der tatsächlichen Belastung ermöglichen und nicht allein durch hysterisches Geschrei aufgebrachter, manipulierter Demonstranten bestimmt wird. Allein die Angabe von Flughöhen in einer bestimmten Entfernung besagt lärmwissenschaftlich gar nichts. Jeder Flugzeugtyp erscheint in der gleichen Entfernung in sehr unterschiedlichen Höhen. Entscheidend ist dann aber immer noch die Frage, wie viele dieser Flugzeugtypen die besagte Flugroute befliegen – Fazit: eine endgültige Aussage, welche konkrete Belastung an einem bestimmten Wohnort tatsächlich auftritt, erfordert aufwendige Berechnungen, für die aber Ausgangsdaten erforderlich sind, gegen deren Zurverfügungstellung man sich derzeit seitens der dafür Verantwortlichen beharrlich weigert.
    Solange es aber derartige konkrete, nachvollziehbare Berechnungsergebnisse nicht gibt, kann auch nicht bestimmt werden, wer und wie stark und ob überhaupt künftig mit Fluglärm
    unzulässig hoch belastet wird und dadurch – auch nachträglich – Anspruch auf Entschädigungen bzw. einen möglichen Klageweg hat.
    Prof. Dr.-Ing. E. Augustin

  3. Prof. Dr.-Ing. habil. E. Augustin
    13. November 2010 at 10:36

    Heute hat sich in der MAZ Frau Bergmann-Pohl als „Anwältin des Geradeausflugs“ gemeldet. Es ist nicht zu fassen, wie hier wider besseren Wissens mit Sachverhalten argumentiert wird, die absolut unsinnig sind. Ich bin davon überzeugt, dass Frau Bergmann-Pohl nicht einmal den Inhalt des Planfeststellungsbeschlusses kennt, denn sonst würde sie nicht – wie viele andere Polemiker ebenfalls – so am Fakt vorbeireden. Sie sollte sich noch einmal die Zeit nehmen, um im besagten Planfeststellungsbeschluss auf den Seiten 414, 415 und 631 nachzulesen, was dort zu den damals zu Grunde gelegten „geradlinigen“ Flugrouten geschrieben steht. Wenn sie das nicht berücksichtigt, kann man ihr berechtigt vorwerfen, bewusst Falschmeldungen zu verbreiten und dadurch mit geschürten Emotionen ihre Mitmenschen zu manipulieren und aufzuhetzen.

    Sicher ist es absoluter Schwachsinn, wie seinerzeit geschehen, mit derart unverbindlichen „Strichen auf der Landkarte“, den „gradlinig angenommenen Pseudoflugrouten“ Lärmbelastungen „aufs Komma genau in dB(A)“ und bezüglich der Lärmschutzbereiche „auf den Meter genau“ auszurechnen und dann auch noch „vollmundig“ ein – wie es sich ja angesichts der dabei verteilten Bescheide herausgestellt hat – „großartiges“ Schallschutzprogramm ins Leben zu rufen. Dieser Nonsens des Planungsverfahrens für einen Flughafen ist doch nicht mehr zu toppen; aber derzeit so gesetzlich geregelt. Wir haben bereits während der Anhörungen auf diesen Widerspruch nachdrücklich hingewiesen, denn damals war es ja schon bekannt, dass die in den Planfeststellungsdokumenten (Gutachten, Karten) angenommenen Pseudoflugrouten nicht endgültig sind, sondern erst kurz vor der Inbetriebnahme durch die DFS festgelegt werden – und dann auch noch – wie z.B. in München – noch n-mal verändert werden können.

    Es wäre also angemessen, die Sachkompetenz der DFS durch unqualifizierte Polemik nicht zu untergraben und mit darauf hin zu wirken, dass – bei einer Hinnahme des ungeeigneten; aber nun fast fertigen – Standortes für den BBI An- und Abflugrouten so gefunden werden, dass möglichst wenige Menschen s u

  4. Prof. Dr.-Ing. habil. E. Augustin
    13. November 2010 at 10:38

    Fortsetzung: …durch Fluglärm starek belastet werden.

  5. Prof. Dr.-Ing. habil. E. Augustin
    14. November 2010 at 09:01

    Die SCHWARZ’SCHE UNGLEICHUNG: „Wir haben nicht in Berlin vier Start- und Landebahnen aufgegeben, um nun in Schönefeld zwei neue zu bauen, von denen wir dann im Prinzip (gemeint ist: durch – uns aufgezwungenen – Geradeausflug) sofort wieder schließen können“ ist auch wieder so ein Nonsens, wie er nicht ausgeprägter in die fachunkundige Umwelt hinausposaunt werden kann. Herr Schwarz meint – und äußert sich ja auch zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit so – dass von Anfang an der unabhängige Parallelbetrieb auf beiden Start- und Landebahnen geplant war und keinesfalls aufgegeben wird. Man hat angesichts dieser Äußerungen den Eindruck, dass Herr Schwarz den Planfeststellungsbeschluss – ob er uns gefällt oder nicht – weder vollständig gelesen, noch verstanden und geschweige denn die darin fixierten Widersprüche erkannt hat. Wenn nämlich dieser Planfeststellungsbeschluss insgesamt so weiter gültig bleibt, ist ihm der jetzt ständig geforderte unabhängige Betrieb auf beiden Bahnen a priori VERWEHRT! Die im Beschluss angegebenen Pseudoflugrouten laufen teilweise parallel, so dass allein dadurch schon – mit den heute bekannt gewordenen Fakten einer notwendigen Spreizung der Start-Flugrouten – der unabhängige Flugbetrieb unmöglich ist, also fehlerhaft geplant war. Hinzu kommt, dass weiterhin flughafennahe und -ferne südliche Abkurvungen von beiden Pisten offensichtlich ebenfalls fehlerhaft geplant worden sind, die wegen der dadurch möglichen Kollisionsgefahr sowieso den unabhängigen Flugbetrieb ausgeschlossen hätten.

    Also, wie schon an vielen anderen Stellen dieses Beschlusses nachzulesen und in Sonntagsreden geäußert, stimmt hier Vieles nicht und es zeigt sich immer wieder, wie Unfähigkeit, Arroganz und Ignoranz der für diese Flughafenmisere Verantwortlichen dazu führt, dass sie sich ständig drehen und wenden müssen und nichts unversucht lassen, die „Alt-“ und „Neubetroffenen“ zu manipulieren, gegeneinander aufzuhetzen und sich nicht einmal schämen, wenn sie sich jetzt – wie der Regierende Bürgermeister von Berlin, Herr Wowereit kürzlich in Lichtenrade – unter die Demonstranten mischen und dort gegen ihre eigenen Beschlüsse und Machenschaften als verantwortliche Gesellschafter „polemisieren“.

    Diese Herren haben ihre Glaubwürdigkeit ein für alle Mal verwirkt; aber wir müssen jetzt mit dem Murx, den sie und ihre Vorgänger, die Herren Wissmann, Diepgen und Stolpe in ihrer Borniertheit und Selbstherrlichkeit, wie auch Feigheit „verzappt“ haben, leben –
    mit welchen Betriebsverfahren bzw. Flugrouten auch immer.

  6. Prof. Dr.-Ing. habil. E. Augustin
    18. November 2010 at 10:16

    „Na prima“ – – – nun haben sie es ja mit ihrer Selbstherrlichkeit und Unbedarftheit geschafft, „verehrte Frau Dr. Bone-Winkel“ aus dem Teil Berlins, in dem die „Wohlbetuchten“ Bürger „1. Klasse“ wohnen und ihre „Mitschreier“, unseren Vertreter in der Fluglärmkommission, Herrn Habermann – der „zufällig“ auch von den Mitgliedern der ehemaligen Kommission zum Vorsitzenden gewählt worden war, wegen angeblicher „Befangenheit“ und „besonderer Parteinahme für seinen Wohnort“, den am meisten fluglärmgestressten Ort im Umfeld des BBI, aus dem Vorsitz „herauszuekeln“. Man wirft ihm vor, sich als Vorsitzender nicht genügend „unparteiisch“ verhalten und zu sehr die Interessen seines Wohnortes vertreten zu haben. Nun soll mir bitte mal jemand erklären, wie das funktionieren soll, denn schließlich ist Herr Habermann ja nicht bewusstseinsgespalten und zudem ja auch von der Gemeinde Blankenfelde/Mahlow beauftragt worden, in dieser Kommission die Interessen seines Wohnortes intensiv zu vertreten. Wollte man hier eine eindeutige Interessentrennung sichern, hätte man ein Kommissionsmitglied zum Vorsitzenden wählen müssen, der nicht aus dieser lärmverseuchten Flughafenumgebung kommt, vielleicht einen geeigneteren Vertreter aus dem Bereich der verantwortlichen Ministerien Brandenburgs – – – aber es war bei der Wahl sicher bequemer, hier einen „Dummen“ gefunden zu haben, der diese Last aus einem Verantwortungsgefühl heraus, ohne Entschädigung, d.h. ehtrenamtlich, zu übernehmen bereit ist. Nun wird er auch noch für diese sicher nicht immer sehr angenehme und auch undankbare Aufgabe beschimpft und verunglimpft, ja sogar – wie aus dem Bereich Lichtenrade bekannt geworden – als „Unperson“ betrachtet und in seiner Person tätlich bedroht ! ! ! So etwas nennt sich dann „Freiheit“ innerhalb einer „Demokratie“, die sich auch noch als Rechtstaat bezeichnet – – na, schönen Dank !
    Ein Vorschlag, wie man das Problem des Vorsitzenden lösen könnte: Nachdem Herr Habermann nun mit Recht seinen Posten als Vorsitzender fristlos aufgekündigt hat – was ich angesichts dieser „Methoden der Verunglimpfung, tätlichen Bedrohumg und Intregiererei bestimmter Mitbürger“ voll nachvollziehen kann – bleibt er in der Kommission Vertreter unserer Gemeinde und wird dort auch weiterhin massiv unsere Interessen vertreten !
    Wie wäre es denn, wenn nun Frau Dr. Bone-Winkel – als Vertreterin (West-)Berliner Bezirke, die – nach heutigen Erkenntnissen selbst im schlimmsten Falle – weder von unzulässig hohen Maximalschallpegeln, noch von unzumutbaren Dauerschallpegeln entsprechend den gültigen Grenzwerten des Fluglärmgesetzes belastet werden – zur „Vorsitzenden“ ausgewählt würde. Sie wäre dann ein idealer Sprecher und Organisator – mit tollen Beratern an ihrer Seite (Piloten und Vertreter der Flugsicherung, wie sie ja öffentlich behauptet hat) – der ohne eigene Interessen (weil gar nicht betroffen) an notwendigen Lärmschutzmaßnahmen in diesen Bezirken (u.U. mit geringen Ausnahmen in ganz schmalen Bereichen dieser am südlichen Stadtrand Berlins) auftreten und die wild gegeneinander gerichteten Diskussionen innerhalb der viel zu stark personell aufgeblähten Kommission im Zaum halten könnte ? Wie wär’s denn, verehrter Herr Bretschneider, hier mal ein Machtwort zu sprechen und wieder Sachlichkeit in diese Kommission „hineinzubringen“. Bisher war ja diese Kommission als reine „Alibitruppe“ anzusehen, denn sie hatte weder etwas zu entscheiden, noch zu beschließen. Sie konnte nur empfehlen – und meistens wurden diese Empfehlungen von den Verantwortlichen für den Luftverkehr ignoriert bzw. unter den Tisch gekehrt. Jetzt – mit Beginn der wilden und von Egoismus geprägten Flugroutendiskussion – besann man sich plötzlich auf die Existenz einer „Versammlung“, der inzwischen personell verdoppelten Fluglärmkommission, der man nun die volle Verantwortung für die entstandene Misere „überverhelfen“ wollte, eine Aufgabe, die sie weder lösen kann noch darf. Für die Festlegung von Flugrouten ist ein für allemal die DFS verantwortlich und nicht die Fluglärmkommission. Sie kann Ideen beisteuern und Empfehlungen aussprechen; aber „machen“ muss es die DFS – und zwar ausschließlich aus Flugsicherheitssicht, aus der Sicht der optimalen Lärmreduzierung aller Betroffener und erst an dritter Stelle aus betriebswirtschaftlicher Sicht der Flughafenbetreiber. Hier haben weder aufgebrachte Bürgerinitiativen, noch politische „Rumpelstilzchen“ etwas zu befehlen, mögen sie herumspringen, wie sie wollen. Ich vertraue hier auf das letzte bisschen Rechtstaatlichkeit und den Sieg der Vernunft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.