Pro Pflegeheim?

12. November 2010
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Sind Sie im Rechnen auch so schwach?

Zumindest so schwach wie der Berichterstatter der Maz, der über den möglicherweise möglich werdenden Bau eines Pflegeheims in der Nähe des Blankenfelder Gesundheitszentrum informierte.

Zu lesen war:  „Gemeindevertreter votierten nun mehrheitlich für den Bau“. Mehrheitlich? Was ist die Mehrheit einer Gemeindevertretung? In einem Parlament, das 32 Abgeordnete hat und in dem der Bürgermeister der Dreiunddreißigste im Bunde der Stimmberechtigten ist? An den Fingern abgezählt, brauchst wohl für eine Mehrheit 17 Stimmen, was dann auch nicht gerade komfortabel wäre. Was aber erfahren wir in dem Bericht: „… in namentlicher Abstimmung“ wurden „(zwölf Ja- , sieben Nein-Stimmen und sechs Enthaltungen)“ eingesammelt. Das also ist heute Mehrheit, die Minderheit von 12 kläglichen Stimmen? Das also nennt man heute mehrheitlich, wenn 22 – zweiundzwanzig ! – Gemeindevertreter nicht pro Pflegeheim stimmen? Aller aufrecht gehaltenen „Vorbehalte“ wegen? Das darf durchaus vermutet werden. Darum ist es auch kühn, in dem Bericht zu formulieren: „Gegen alle Vorbehalte haben die Gemeindevertreter von Blankenfelde-Mahlow nun doch ihr Einvernehmen für das Pflegeheim erteilt“?

Zur Ehre der Mehrheit der Gemeindevertreter darf mit Gewißheit gesagt werden, dass sie dem Bau nicht ihr Einvernehmen gegeben hat. Noch irreführender ist daher die Behauptung:  In der „jüngsten Sitzung kippte die Stimmung“. Ein Abstimmungsergebnis sagt gar nichts über die Stimmung. Die ist nicht nur eine Sache des Rechnens. Die ist eine Sache der genauen Wahrnehmung.
In dem Artikel ist nicht genau gerechnet und nichts von der Wahrnehmung der Wirklichkeit. Wozu auch gehört, dass der wiederholt erwähnte „Investor“ Bethke schon lange nicht mehr der Investor ist. Seit wann das so ist will die Fraktion des BürgerBündnis Blankenfelde bereits seit Mai 2010 von der Gemeindeverwaltung wissen, die bis auf den Tage jede exakte Auskunft verweigerte.

Weshalb? Weil damit gerechnet werden muß, keine 12 Stimmen zusammenzukratzen? Weil ja auch damit gerechnet werden muß, dass Gemeindevertreter ihr Gewissen nicht unter den Sitzungstisch fallen lassen?

Bernd Heimberger

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