Parallel-Welten: BBI-Flugroutendebatte, MAZ-Berichterstattung und Staatssekretär Bredschneider

12. Januar 2011
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Heute berichtet die MAZ unter der Überschrift „Turbulenzen im Kleist-Saal“ ausführlich über eine Diskussionsrunde in der Berliner Urania zum Thema BBI-Flugrouten.

Die Frage:
Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen Intelligenz und der Erörterung von sog. „intelligenten“ Flugrouten über einem dicht besiedelten  Gebiet? – hat das Blatt in diesem Zusammenhang selbstverständlich nicht aufgeworfen. Diese Frage war auch in der Urania-Diskussionsrunde kein Thema. Warum auch? Jeder, der in einem freien Land das Bedürfnis hat, seine kostbare Lebenszeit damit zu verbringen – Veranstaltungen beizuwohnen, in denen Politikanten diverser Coleur einen medienwirksamen Debattier-Club zu diesem Punkt inszenieren – möge dies tun und dabei lernen: Entschieden wird das Thema gemeinsam auf der Strasse und/oder im Gerichtssaal.

Aufschlussreich und interessant jedenfalls ist die Tatsache, dass die MAZ Ihren Lesern folgenden  Satz  unterschlagen hat in ihrer ansonsten ausführlichen Berichterstattung:
ES GEBE KEIN RECHT AUF LEBENSLANGES EIGENTUM, – so der Herr Staatssekretär Bretschneider in der Urania-Diskussionsrunde, laut Tagesspiegel.

Ping! Das muss man zunächst mal auf sich wirken lassen. Das Eigentum der BBI-Grundstücksspekulanten, es fielen seinerzeit auch immer wieder die Namen prominenter SPD-Mitglieder, kann er nicht gemeint haben. Die haben ihr Heu im Trockenen. Aber bitte, noch mal, das hat der wirklich gesagt?  E s   g i b t   k e i n   R e c h t   a u f   l e b e n s l a n g e s   E i g e n t u m !?

Qualitäts-Journalismus und MAZ? Keine voreiligen Schlüsse, liebe Leser:
Soll hier etwa das Grundgesetz gekippt werden? Ist der Kommunismus eventuell doch durch die Hintertür im Anmarsch?!  Kann nicht sein! Denn „Kommunismus“ – das ist doch für den MAZ-Ideologie-Sachverständigen Ralf Schuler ein Begriff aus der ideologischen Mottenkiste. Oder hat die MAZ den Begriff „Eigentum“ etwa inzwischen auch stillschweigend in die ideologische Mottenkiste befördert – in Abstimmung mit Sahra Wagenknecht – und will das im Moment noch nicht an die große Glocke hängen … ?

Es gibt kein lebenslanges Recht auf Eigentum, behauptet der Tagespiegel – hat der Staatsekratär gesagt.
Warum nur der Tagesspiegel? Warum verschweigt die MAZ diesen Satz ihren Lesern? Möglicherweise hat man sich ja in der MAZ-Redaktionstube auch gesagt: Das lassen wir mal, die Öffentlichkeit weiß inzwischen eh´, was sie von Staatsekretär Bretschneider zu halten hat. Und was das Personal der Landesregierung anbelangt, da kommt es auf eine Feuertüte mehr oder weniger auch nicht an. Möglich.

Oder kommen etwa diejenigen der  Wahrheit am nächsten, die einen Zusammenhang vermuten zwischen dem Bretschneider-Satz  und dem konsequenten, haushaltspolitischen Sparkurs der Potsdamer Landesregierung:
10 Staatssekretäre teilen sich ein Gehirn!

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2 Responses to Parallel-Welten: BBI-Flugroutendebatte, MAZ-Berichterstattung und Staatssekretär Bredschneider

  1. Klaus Pfenningwerth
    13. Januar 2011 at 10:16

    Als Besucher der Veranstaltung in der Urania betreffs der Flugrouten am 10.01.2011 kann ich nur folgendes Resümee ziehen.

    Schade um die investierte Zeit, schade um die sieben Euro Eintritt (eine wohltätige Spende wäre sinnvoller gewesen).

    Ich bin nicht nur Zuhörer gewesen, sondern ich bin auch Betroffener der sich mehrfach gemeldet hat und leider nicht zum Sprechen kam. Ich hatte Statements als Bürger (Danke, dass Berlin Tegel bisher von Flugunfällen verschont wurde und ähnliche auch in meinen Gedanken) auf Lager um ein gewisses Verständnis zu vermitteln.

    Fragen hätte ich gern den Herren Stolpe und Brettschneider gestellt warum die Landesregierung von Brandenburg mit derartiger Intensität den Bau des BBI betrieben hat.

    Wenn auch nicht unbedingt ein Freund von Herrn Ratzmann stelle ich auch die Frage nach Legalität und Legitimität.

    Herr Brettschneider hat in seiner für mich arroganten und kaltschnäuzigen die Betroffenheit von Menschen missachtenden Art nur meinen Ekel vor den mich regierenden so genannten Eliten bestärkt (Sehet ihr seid nichts, euer Tun ist nichts und euch zu wählen ist ein Gräuel).

    Dieser Mensch ist wie sein Chef, Herr Vogelsänger (den ich auf einer Podiumsdiskussion in Grünheide erlebte), so von sich eingenommen, dass er scheinbar normalen Menschenverstand ausklammert und sich nur auf bestehende Richtlinien, wenn auch hirnrissig, beruft.

    Herr Vogelsänger wurde auf genannter Veranstaltung auf offenkundige Mängel / Fehler hingewiesen und antwortete mit Hochhalten einer Verordnung dass alles Rechtens sei. Einem Normalbürger stellt sich die Frage wessen Geistes Kind diese Leute sind.

    Von Ihnen Herr Nowakowski würde ich erwarten, dass auch Sie nach neuesten Erkenntnissen den Standort Schönefeld in Frage stellen. Er war politisch entstanden (Motive der beteiligten drei Herren sind für mich garantiert falsch vermittelt).

    Herr Ahlgrimm – Vorsitzender der Schutzgemeinschaft der Umlandgemeinden – hat Herrn Vogelsänger (Chef von Herrn Brettschneider) nahe gelegt über einen neuen Standort für BBI nachzudenken – interessant.

    Frau Bergmann / Pohl wird sich nach ihrer Aussage, dass sie sich für alle Betroffenen verantwortlich fühlt entsprechende Fragen gefallen lassen und Frau Krautzmann sollte mal Heimatkunde belegen, denn auch Bohnsdorf, Müggelheim, Hessenwinkel, Wilhelmshagen und Rahnsdorf sind Teile von Berlin über das sie meint regieren zu müssen.

    Klaus Pfenningwerth

  2. Prof. Dr.-Ing. habil. E. Augustin
    22. Januar 2011 at 09:46

    Hallo, liebe enttäuschte Mitstreiter – – – das, was hier über den ach so seriösen Staatssekretär seines Namens Bretschneider gesagt worden ist, ist offenbar noch hicht alles an „Ausscheidungen“ gewesen. Wie mir heute Christoph Schulze per e-mail mitgeteilt hat, gibt es da noch eine kleine Steigerung seiner Ungeheuerlichkeiten. Da ich diese in Euren bisherigen Stellungnahmen nicht vorgefunden habe; aber davon ausgehe, dass sie geäußert worden sind und somit auch für Euch wichtig sein könnten – Feststellung von Herrn J. Pohland vom 18. 1. 2011 über eine Aussage einer seriösen Teilnehmerin, Frau Sigrid Zentgraf-Gerlach – geht Schulze davon aus – und ich glaube ihm – dass das so stimmt. Er schreibt:

    (Zitate): „Und ein ganz besonderes Schätzchen ist Staatssekretär Brettschneider vom Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft sowieso. Nachdem er in der letzten Zeit schon mit dem Spruch geglänzt hat: „Es gibt kein Recht auf lebenslanges Eigentum.“, sagte er gestern: „Bei Mahlow brauchen wir auf nichts zu achten, die Mahlower haben keinen Vertrauensschutz. Die hatten schon immer einen Flughafen.“ Das freut doch absolut jeden Mahlower, dass er kein Grundrecht auf Gesundheit hat. Und überhaupt: Alle anderen Flughafen-Anwohner in Deutschland sind, wenn dieser Satz auch auf sie angewandt wird, danach auch vogelfrei für jede weitere rücksichtslose Verlärmung beim Flughafen-Ausbau. Solche Staatssekretäre brauchen wir, – fragt sich bloß, für was.“

    Na, da haben wir’s doch – man muss sich eben an Lärm und Dreck gewöhnen – tolle Aussichten und Eindrücke über unsere Politik-Oberen, die sich bei ihrer Berufung u.a. doch verpflichtet hatten, „jeden Schaden von ihrer Bevölkerung fern zu halten“; aber damit meinten sie offensichtlich nur sich selbst in ihrer Selbstbedienungsmanier, wie es uns die korrupten Affähren der lezten Zeit so anschaulich demonstrieren.

    von Sigrid Zentgraf-Gerlach

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