BBI-Flugrouten-Debatte: Eine Propanganda-Kulisse! Dahinter tickt die Uhr der Wahrheit …

17. Februar 2011
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Gönnen Sie sich, liebe klaerwerk-Leser, bitte auch künftig die Lektüre  der Märkische Allgemeine Zeitung, insbesondere deren Grafiken zum Thema BBI-Flugrouten. Der Rest ist selbsterklärend, da gibt es nichts zu kommentieren.

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Liebe Mitstreiter,

wie am 14.02.11 besprochen, anbei die

8 Bilddateien der Flugspuren am Beispiel des Tages 09.02.11  z.w.V.

Fs09-02-11-anflug

Ich forderte  (auf der Konferenz der Fluglärmkommission /Anmerkung: Redaktion),  neben dem Bekenntnis der Sachkundigkeit, Aussagen zu den bestehenden Flugrouten. Nachdem vom Staatssekretär bestätigt wurde, dass exakte Flugrouten verbindlich bestehen, zeigen die Radarflugspuren ein anderes Bild, dass sich, soweit vollständig im Radar dargestellt,  mit den Beobachtungen vom Boden deckt. Überträgt man die derzeitige Tegeler Situation auf BBI Schönefeld (z.B. Folie) wird dort der gesamte Moloch sichtbar wie er sich schon jetzt mit der beabsichtigten Inbetriebnahme offenbart.

Damit wird aus der jetzigen Situation eindeutig bewiesen, dass Flugrouten nach Verlassen des Leitstrahls (18 Km) eigentlich Orientierungen für Piloten und Tower und zudem keine Eisenbahngleise sind auf denen sich Luftfahrzeuge verlässlich bewegen. Dies offenbart wieder das ganze Dilemma des BBI, der Flugrouten und -diskussionen sowie die Rolle der Fluglärmkonferenz.

Eine Streuung der Flugspuren beweist auch die flächenhafte/räumlich Ausdehnung und Wirkung der Emissionen entgegen den Darstellungen der „Experten“. Demnach dürften deren zu erwartende Betroffenheitsanalysen auch ad absurdum geführt werden, da sie ja nur den Bereich unter der wie auch immer dimensionierten Flugroute erfassen. Und dass die Betroffenenzahl klein gerechnet werden muss, ist wohl klar.

(Unter legitimer Zugrundelegung dieser flächenhaften quantitativen Betroffenheiten habe ich bereits im Jahr 2010 überschlägige Berechnungen zu Wertverlusten des Sozialraumes nördlich der Querachse vom BBI durchgeführt.)

Ein Weiteres zeigen die Flugspuren, nämlich, dass die vom MIL übermittelten Tabellen „derzeitige Überflüge“ An- und Abflüge in keiner Weise  richtig sind! Dies deckt sich z.B. mit meinen spontanen Beobachtungen in Schöneiche und den systematischen in Grünheide.

Es werden auch die Beobachtungen bestätigt, dass seit Anfang November der Flugverkehr zwar auf best. Routen aber mit großer Streuung zugenommen hat.

ICH WERDE KONSEQUENT AUF EINE ANTWORT VON HERRN  BREDSCHNEIDER UND CO. BESTEHEN:

Ich möchte wissen, wie zu den Radarflugspuren die derzeitig verbindlich festgelegten Flugrouten/-korridore verlaufen.

Und bitte sie, es ebenfalls zu tun – natürlich ohne in die Flugroutendiskussion einzusteigen, sondern um diese ein weiteres Mal zu entlarven.

Auf die Antwort bin ich gespannt.

Im übrigen ist mir der ganze Aufwand nun auch mit der software Niros unverständlich. ein halbwegs erfahrener Planer muss von Anfang an die Unmöglichkeiten und Möglichkeiten sehen. Andersherum offenbart es den Dilettantismus an dem eine ganze Horde verdient.

Nach der Veranstaltung unterhielt ich mich mit dem Staatssekrertär und er gab zu, „Ich habe auch keine Lösung“. Dagegen äußerte ich, sie jedoch parat zu haben. Worauf er erwiderte „Ja, Schönefeld muß dann weg“.  Na dann mal zu …

Viele Grüße
Peter Schatz

Fs09-02-11abflug

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4 Responses to BBI-Flugrouten-Debatte: Eine Propanganda-Kulisse! Dahinter tickt die Uhr der Wahrheit …

  1. Gerrit Schrader
    18. Februar 2011 at 08:46

    Super-Beitrag. Da wird die ganze Flugrouten-Lügnerei mit größter Sachlichkeit entlarvt. Hoffentlich erkennen das nun endlich auch mal die „neuen“ BI’s, dass es nämlich auch für sie nur eine Möglichkeit des Entrinnens gibt und die heisst „Sofortiger Baustopp“. Aus meiner Sicht zeigen die Karten auch, dass die gesamte Planrechtfertigung für den BBI in sich zusammenfällt.

  2. 19. Februar 2011 at 20:49

    Bürgermeister Baier sollte im nächsten Amtsblatt seine Bürger über die hier wunderbar gezeigte Flugpraxis einmal informieren. Da schlage ich vor, dass er zur realistischen Darstellung die „Flugroten“ von Tegel über die „Flugrouten“ von Schönefeld legt. Dann haben die Bürger ein einigermaßen realistisches Bild davon was auf sie zu kommt wenn dem Wunsche Baiers entsprechend der BBI Schönefeld in Betrieb geht. Statt die Bürger wahrheitsgemäß zu informieren täuscht er vor, dass die Gemeinde durch seine „Fuldschen Flugrouten“ entlastet wird. Weitere Entlastung verspricht er weil der BBI nur ein kleiner Flughafen bleiben soll. Dabei verschweigt er natürlich das die Messen über die Größe des Flughafens schon lange gesungen sind. Nach Willem seiner Parteigenossen Platzeck und Wowereit soll ein Drehkreuzflughafen mit letzlich über 500 000 Flugbewegungen/Jahr her. Da kann Baier und seine Genossen reden was sie wollen. er wird nicht nur von Wowereit und Platzeck ausgelacht. Die werden ihn dann auch noch Fragen wer dann die Millionen Verluste eines Dorfflughafens tragen soll. Weiß dieser Bürgermeister nicht, dass dann der Steuerzahler dran ist? Die Wahrheit: Wowereit und Platzeck freuen sich über die skurilsten Flughafenerzählungen von Baier. Sie wissen, dass damit Hoffnungen geweckt werden die nie in Erfüllung gehen. Dafür aber wird dann nicht über die einzige Lösung gegen Fluglärm in der Bürgerschaft diskutiert oder eine solche gefordert, meint auch Baier. Diese Lösung heißt: Wer keinen Fluglärm will, der Gemeinde und ihren Bürgern noch eine Zukunft zugesteht, der muss den Standort bekämpfen. Weil Baier dies nicht tut, im Sinne seiner Partei, der SPD, ist er unglaubwürdig mit seiner Einlassungen auch zu Flugrouten, Nachtflugverboten und Funktion und Größe des BBI.
    Ferdi Breidbach

  3. Heike Saase
    23. Februar 2011 at 07:10

    Ein toller Beitrag,der den Bürgern eindrucksvoll vermittelt,was auf sie zu kommt.
    Er vermittelt den Bürgern von Blankenfelde-Mahlow auch,das die Position von BM Ortwin Baier,am Standort Schönefeld festzuhalten,absolut inakzeptabel ist.Das böse Wort der „Absiedlung“ nimmt er auch nicht in den Mund.Daraus kann man eigentlich nur schliessen,das er alle Bürger einfach wegschliessen will,wie es mit den Kindern ja schon passiert.
    Ein hoch auf die Demokratie-die nächsten Wahlen stehen vor der Tür.

  4. Prof. Dr.-Ing. habil. E. Augustin
    6. März 2011 at 12:34

    Hier eine Stellungnahme zu einer Forderung der BI „BISS“, Rangsdorf am 5.3.2011

    Diesen Menschen ist nicht mehr zu helfen – wenn die Uninformiertheit zur Dummheit führt und dann in Parolen und Panikmache – natürlich gegen die Nachbarn in Blankenfelde/Mahlow – zielt, dann kann man nur den Kopf schütteln – so z.B. über die neuesten grandiosen Beschlüsse der BI „BISS“ in Rangsdorf. Da wird wieder mal die „Forderung“ gegenüber der Fluglärmkommission und der Deutschen Flugsicherung „erhoben“, endlich doch zu den geraden Flugrouten zurückzukehren, so wie sie im Planfeststellungsbeschluss „angeblich“ beschlossen worden sind.

    Wenn man den Beschluss aber richtig – und vor allen Dingen vollständig – liest und bestimmte Textteile nicht aus dem Zusammenhang herausreißt, dann wird man als vernünftiger Mensch schnell zu der Erkenntnis kommen, dass dort gar nicht nur von geraden Flugrouten die Rede ist. Aber so manche „Analphabeten“ können offenbar beim „Lesen“ nur bis zum Komma „durchhalten“, um dann die richtigen Schlussfolgerungen ziehen zu können.

    Wenn man nämlich die genannten Beschlüsse richtig bis zum Ende liest, wird man unschwer feststellen, dass der ganze Planfeststellungsbeschluss ein einziger Widerspruch ist, den offensichtlich auch Herr Schwarz, seines Zeichens Flughafenchef, bisher nicht erkannt hat, weil er – oder seine „Zuträger“ – auch nur bis zum Komma gelesen haben.

    Um es hier zu verdeutlichen – Es gibt zwei grundsätzliche Widersprüche:

    1. Spricht Herr Schwarz immer von der unabdinglichen Forderung, die auch im Planfeststellungsbeschluss verankert sein soll, dass für den neuen BBI ein unabhängiger Flugbetrieb zwingend notwendig und daher auch gefordert worden ist und dass dies im Beschluss auch so verankert worden sein soll – – –

    – – – falsch, denn im Planfeststellungsbeschluss wird an vielen Stellen (S.328, S.333, S.334, S.336, S.385, S. 389 und 390, S. 404 und $09, S. 409 und 410, S. 410, S. 422 S. 586 und auch S. 635) darüber berichtet, dass nur mit zwei parallelen Start- und Landebahnen ein kreuzungsfreier, unabhängiger, d.h. auch gleichzeitiger Flugbetrieb gesichert vorbereitet wird und dass nur eine entsprechende Planung und Konfigurationslösung mit einem großen Bahnabstand von 1900m (nach ICAO mindestens 1035m gefordert) den geforderten unabhängigen Betrieb ohne Kollisionen ermöglicht.

    Liest man hier genau zwischen den Zeilen, wird nur davon geschrieben, dass BODENSEITIG ein völlig unabhängiger Flugbetrieb durch die gewählte Flughafenkonzeption gewährleistet wird. Hier ist aber keine Rede davon, ob auch „luftseitig“ der unabhängige, d.h. auch gleichzeitige Flugbetrieb durch die im Planfeststellungsbeschluss „angenommenen“ Flugrouten möglich ist.

    Und genau hier liegt der zweite Widerspruch. Dieser gleichzeitige und parallele Flugbetrieb ist zumindest auf den angenommenen Abflugrouten nicht möglich. Warum ?

    Der unabhängige Flugbetrieb auf parallelen Abflugstrecken erfordert nun mal – seit 1998 bekannt ! – ein Aufspreizen der Abflugrouten unmittelbar nach dem Abheben um mindestens 15°.

    Das ist aber noch nicht alles !

    Er erfordert auch noch eine zweite wichtige Bedingung, die bei allen bisherigen Diskussionen um die Flugrouten mit dem Tenor „back to the routes“, zurück zum Start, zurück zu den angeblich geradlinigen, im Planfeststellungsbeschluss festgelegten Abflugrouten bisher überhaupt noch keine Rolle gespielt und somit Beachtung gefunden hat, dass diese „geradlinigen“ Abflugrouten auch im gesamten Verlauf zumindest in Flughafennähe auf gleicher Flughöhe kreuzungsfrei sein müssen, wenn Kollisionen mit Sicherheit vermieden werden sollen.

    Genau hier liegen die Irrtümer des Herrn Schwarz; aber auch aller BI’s mit ihren Forderungen, zu den alten Flugrouten zurückzukehren, wie sie nun auch von der „BISS“ proklamiert worden sind. Diese Herrschaften haben den Planfeststellungsbeschluss somit nicht gelesen oder zumindest nur bis zum Komma und darum eben nicht verstanden – oder böswillig angenommen – nicht verstehen wollen.

    Schaut man sich nämlich die sogenannten „geraden Abflugrouten nach Westen“ einmal genauer an, dann erfolgen die ersten Abkurvungen genau über Blankenfelde und im weiteren Verlauf auch über Rangsdorf mit einer – „verbotenen“ – Kreuzung der Abkurvung von der Nordbahn über den geradlinigen Südbahn-Abflugkurs.

    Nun könnte man sagen, dass es sich hierbei um wenige Flugzeuge handelt und dass es daher nicht so kompliziert wäre, für diese seltenen möglichen Kreuzungsfälle ja Ausnahmereglungen zu finden. Dabei übersieht man aber, dass genau über Ludwigsfelde das zweite Abkurvungsszenario vorgesehen ist, um die vielen und auch schweren Flugzeuge nach 180°-Kurven nach Osten – dem großen Drehkreuzziel – fliegen zu lassen. Auch hier kreuzt in gleicher Flughöhe die Abkurvung von der Nordbahn die geradlinige Abflugstrecke der Südbahn und gewährleistet somit KEINEN UNABHÄNGIGEN KREUZUNGSFREIEN FLUGBETRIEB, wie er im Planfeststellungsbeschluss auf der S. 409 und 410 ausdrücklich gefordert wird.

    Im Detail steckt also der Teufel und hier haben die Planer der FBS einen tüchtigen Fallstrick gespannt. Wenn der liebe Herr Prof. Dr. Schwarz also seinen geforderten unabhängigen Betrieb mit den „zunächst geradlinigen“ Abflugrouten realisieren will, dann ist gegenüber dem Planfeststellungsbeschluss eine massive Planänderung erforderlich.

    Zumindest alle zunächst von der künftigen Nordbahn nach Westen startenden; aber Ziele im Osten anfliegenden Flugzeuge dürfen dann eben nicht nach Süden, nach links abkurven, sondern sie müssen nach rechts, d.h. zunächst nach Norden abkurven, d.h. die Berliner, Stahnsdorfer, Teltower, Klein-Machnower, Nord-Mahlower und Lichtenrader „Mitstreiter“ werden sich dann freuen, wenn die „dicken Brocken“ nun auch über ihr Wohngebiet donnern, denn irgendwie müssen sie ja nach Osten kreuzungsfrei „die Kurve kriegen“.

    Und die Rangsdorfer und Groß-Machnower „Geradeauskurs-Forderer“ werden auch weiterhin von den früher oder später nach Osten fliegenden „Südabkurvern“ beglückt.

    Ja, so ist es, wenn man nur mit dem „halben Kopf“ Dokumente liest und sich dann aufmacht, „den anderen das Fürchten zu lehren (Zitat von den Gebrüdern Grimm geklaut !)“.

    Fazit: Man kann hier Flugrouten fordern, wie man will, es wird nichts. Man kann von einem Flughafen, der an einem falschen, weil ungeeigneten Standort – gegen jede Vernunft und nur auf Grund der schamlosen Besserwisserei damals maßgeblicher Politiker und heute auch weiterhin Verfechtern aus Berlin und Potsdam, immer noch gegen jegliche Vernunft – hier geplant und nun schon fast fertig gebaut worden ist, nicht erwarten, dass er auf Kosten der vielen Anwohner in einem so dicht besiedelten Flughafenumfeld ein Wirtschaftswunder werden kann, bei dem man rund um die Uhr in alle Himmelsrichtungen fliegen kann, wie es sich für ein „Drehkreuz“ – mit Blick nach Osten – und enormem Umsteigeverkehr geziemt. Man kann eben mit einem „Rollator“ keine „Formel 1“ bestreiten und gewinnen wollen – ein wenig bildlich gesprochen.

    Na dann „hellau und allaf“ liebe Mitstreiter !

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