Witzig ???

8. April 2011
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Wenn die Situation nicht so ernst wäre, ich würde lächeln. Sind wir jetzt schon soweit, den Menschen in märchenhafter Manier vorzumachen, was sein könnte wenn, ja wenn nun doch das Schreckliche für uns eintreten würde. „Wasserfall, Klangskulptur, Windfassade“, welch eine Überschrift. Nun erfindet man, wie in einem verlärmten Umfeld attraktive und lebenswerte Räume geschaffen werden können. Gehe ich von den Beitrag aus, dann steht fest, alles kommt, ohne wenn und aber. Der Großflughafen mit seinem Drehkreuz, der Großflughafen mit seinem Nachtflug und und und. Nein, für mich steht das so noch gar nicht fest. Ich gebe die Hoffnung bis zum Letzten nicht auf und hoffe auf den gesunden Menschenverstand.

Die Studenten erforschten nun die BBI-Baustelle, analysierten den Ort Blankenfelde-Mahlow. Der Professor lobte die Arbeiten der Studenten und fand diese auch teilweise witzig. Ehrlich gesagt, mir vergeht hier die Witzigkeit. Wir wissen, und das seit Jahren, wie es um unseren Ort steht. Wir wissen, was man uns „aufgehalst“ hat. Da brauchen wir jetzt nicht forschen lassen und witzige Bemerkungen über uns ergehen lassen. Nun stell ich mir vor, in meinem Garten einen rauschenden Wasserfall und der Fluglärm ist weg. Wie bekloppt finde ich diesen Beitrag, dass muß ich hier in aller Deutlichkeit sagen. Wenn Herr Kalinka dem Ganzen etwas Spannendes abgewinnen kann, dann soll er das. Wenn aber Frau Dr. Heidrun Nobis diese Vorschläge (Glasanbau an Einfamilienhäuser) als eine wunderbare Idee hält, dann macht mich das schon sprachlos. Als Gemeindevertreter hatte auch Sie mein Vertrauen. Nun frage ich mich ernsthaft, kann Sie das so gesagt haben? Ich kann es mir nicht vorstellen. Also, bauen wir unsere Häuser ringsum zu, schließen wir uns in Räume ein und lassen die Natur vor unserer Tür. Es geht doch!?

Wenn Thomas Seidel von der Brandenburger Staatskanzlei von allem angetan war, überrascht mich das nicht. Er kann gleich einziehen in unserem Einfamilienhaus und sich die hier dargstellten Träumereien verwirklichen. Sind wir nun wirklich schon soweit von der Realität entfernt, dass wir anfangen Schön zu schreiben was niemals sein wird und sein kann? Nun fehlt nur noch, die Studenten und der Professor Klaus Zillich wurden für diese Studie mit einem Honorar belohnt. Das würde mich noch interessieren beziehungsweise wer hat diese Studie in Auftrag gegeben, wenn es dann so sein sollte. Ebenfalls ein „gelungener“ Beitrag der MAZ, toll!

Wie kann das Leben mit Lärm lebenswerter werden? Allein diese Frage macht mich krank.

 

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One Response to Witzig ???

  1. Prof. Dr.-Ing. habil. E. Augustin
    12. April 2011 at 14:21

    Oh, wie Recht hat die Autorin. Als dieses Problem zum ersten Mal in der Presse erschien, habe ich mich ja auch schon über diesen „Schwachsinn“ und die damit überflüssiger Weise auszugebenden Finanzmittel aufgeregt, Mittel, mit deren Hilfe sich zweifelhafte „Experten“ ansich namhafter Universitätseinrichtungen im Endeffekt nur lächerlich machen und dabei noch eine „goldene Nase verdienen“ können. Eine tolle Gemeindevertretung, die auf solche Farce hereinfallen kann. Ganz abgesehen davon, dass derjenige Bürger, der sich solche „Kunstwerke“, „Schallberieselungen“ und „Glaspaläste“ in sein Grundstück einbeziehen will und vor allen Dingen dann auch noch bezahlen kann, doch mit Sicherheit nicht davon ausgehen darf, dass auch nur Bruchstücke dieser „Antischallideen“ von der FBS bezahlt werden. Besonders makaber isr es aber, dass es – wie in der entsprechenden Pressemitteilung aufgeführt – tatsächlich Leute in unserer Region geben soll, die diese „Ideen“ ernst nehmen, auf diesen Quatsch hereinfallen und dann auch noch ausführen, sich bei der FBS zu melden, um einen Antrag zu stellen, um bei sich solch einen Glaskäfig – zweckmäßiger Weise als Treibhaus mit frei fliegenden Vögeln zu empfehlen (!) – anbauen und bezahlen zu lassen – – – eine tolle Wohnidee in einem Wohngebiet, dass ohne diesen vedammten „Fluchhafen“ auch ohne Glashaus eine wunderbare, naturnahe Wohngegend sein würde. Ich – als Naturwissen-schaftler, der von sich behaupten kann, doch wohl etwas von der betreffenden akustischen Materie zu verstehen, kann das in der Pressemitteilung Vorgetragene nicht nachvollziehen und bleibe – wie meine verehrte Vorrednerin – dabei, dass es in unserer Gemeinde mit Sicherheit wichtigere Dinge gäbe, die dringend auf eine entsprechende Finanzierung hoffen; leider aber allzu oft bitter enttäuscht werden.

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