Bürgerverein Brandenburg-Berlin e.V. (BVBB) fordert die Aufgabe des BBI-Standortes Schönefeld und den Neubau eines Zentralflughafens in Sperenberg

26. April 2011
Von

Lieber Leser/innen, wegen der existenziellen Bedeutung für alle Bürger/innen der Region, insbesondere von Blankenfelde-Mahlow, hier die nachstehende BVBB-Pressemitteilung  vom  26.04.2011 – trotz ihres Umfangs – in vollem Wortlaut: ______________________________________________________________________________________________________ 

Die bisherigen Pleiten und Pannen, die aktuellen Proteste und Gerichtsverfahren um den Standort des Großflughafens BBI in Schönefeld bei Berlin sind sehr wahrscheinlich erst die Vorboten einer Entwicklung, die nach geplanter Inbetriebnahme im Juni 2012 an Härte gewinnen wird. Ursache ist der sachlich nicht vertretbare Standort, der mit zunächst geplanten 360.000 Flugbewegungen und genehmigten Nachtflügen über südlichem und östlichem Berliner Gebiet und über dem Landkreis Teltow-Fläming 200.000 Menschen den Fluglärmfolgen aussetzt.
Über Generationen werden die betroffenen Menschen schwersten gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgesetzt, ihr Eigentum ist zu größten Wertverlusten verurteilt, wunderbare Erholungsgebiete werden zerstört und ein lebenswertes Leben in der 60 x 25 km großen Lärmregion wird nicht mehr möglich sein.
Weil absehbar ist, dass infolge der weiteren Entwicklung des Betriebes (bis zu 550.000 Flugbewegungen mit der dritten Landebahn) im Kernbereich der Fluglärmbelastung (Schmöckwitz im Osten, Blankenfelde-Mahlow im Westen) zum Schutze der Gesundheit abgesiedelt werden muss (errechnete Kosten 3,4 Mrd. €), fordert der BVBB, so die Vorsitzende Astrid Bothe, die Aufgabe des Standortes Schönefeld als Großflughafen.

Der Standort Sperenberg ist sachgerecht – der Standort Schönefeld eine planerische Katastrophe:

Nur am Standort Sperenberg sind alle Forderungen der Flugbetriebswirtschaft erfüllbar bzw. umsetzbar (Nachtflugbetrieb, Wachstum Anzahl der Passagiere u. Fracht, Steigerungsraten Flugbetrieb).Für diese Ziele hat der BVBB sein Konzept für eine sinnvolle Nachnutzung des in Schönefeld getätigten Investments, verbunden mit dem Neubau eines „Deutschen Zentralflughafens“ in Sperenberg (LK Teltow-Fläming, Brandenburg) geplant und entwickelt.Das Konzept hat die Erkenntnisse aus den gutachterlichen Ergebnissen der Flughafengesellschaft (1993) und dem Raumordnungsverfahren (ROV) des Landes Brandenburg (1994) aufgegriffen. Gutachten und ROV haben bekanntlich den Standort Schönefeld als ungeeignet und den Standort Sperenberg als geeignet eingestuft. Das Konzept ist darum die Antwort auf die sachfremde politische Entscheidung, die Flughäfen Tegel und Tempelhof zugunsten eines Single Airports am falschen Standort Schönefeld politisch durchzusetzen, erklärte der Leiter der BVBB-Projektgruppe, Ferdi Breidbach.

Flughafenpropaganda jenseits von Fakten:

Die Propagandaaussagen und Forderungen, mit denen der Nachtflug (Nacht ist von 22:00-06:00 Uhr, Nachtrandzeiten sind von Einbruch der Dunkelheit bis 22:00 Uhr) als Voraussetzung für eine geforderte Drehkreuzfunktion des BBI oder seiner sonstigen Entwicklung unabdingbar seien, sind sachlich nicht haltbar und durch die Struktur der Flugpläne leicht widerlegbar. Gleiches gilt für das propagierte Horrorszenario, nach dem bei einem Nachtflugverbot 18.000 Arbeitsplätze wegfallen sollen. Wo die angekündigten zusätzlichen 40.000 Arbeitsplätze entstehen sollen und um welche Arbeitsplätze es sich handelt, ist nicht belegt. Das immer wieder angeführte Gutachten eines Kölner Verkehrswissenschaftlers ist ein Parteiengutachten auf Grundlage eigener Quellen, die sich wiederum auch auf Angaben der Flughafengesellschaft (FBS) berufen. Sicher ist nur, dass es zu einer direkten Verlagerung der Arbeitsplätze, auch der katalytischen, von Tegel nach Schönefeld kommen wird. Die Rationalisierungseffekte aus der Zusammenlegung auf einen Single-Standort und die arbeitsplatzvernichtenden Effekte aus der modernen Technik des Flughafenbetriebes, werden weder sachlich bewertet noch berücksichtigt.
Die Arbeitsplatzpropaganda ist nur Bestandteil der Gesamtpropaganda, die dem BBI-Projekt eine Rolle zuweist, die in den angegeben Zielen nicht erfüllbar ist. Der Schwerpunkt des Billigflieger-Flugbetriebs (über 60% des Aufkommens) ist eine Fesselung, die den BBI weder wirtschaftlich noch konkurrenzfähig gegenüber den Flughafenstandorten macht, die ihr Geschäft auf den Linienverkehr und Drehkreuzfunktion konzentrieren.
Jetzt sind Vernunft und Sachlichkeit gefragt – es ist nie zu spät für Alternativen
Die öffentlich verbreitete Behauptung, nach der es für eine neue Sachbeurteilung und Konsequenzen aus neuen Erkenntnissen zu spät sei oder nach der das BBI-Projekt alternativlos ist, sind reine Schutzbehauptungen. Nichts ist alternativlos, nie ist etwas zu spät. Behauptungen die darauf abstellen beweisen nur, dass sich ihre Protagonisten von der Zukunftsgestaltung verabschiedet haben.
Die Propaganda um das Projekt soll beschönigen, dass BBI Schönefeld von Anbeginn seiner Planung ein Pleiten-, Pech- und Pannenprojekt ist.
Auch jetzt, wo die Probleme auch für Laien sichtbar werden, ist noch Zeit zur Umkehr. Der BVBB fordert darum zur Einleitung eines neuen Planungsprozesses ein Moratorium.
Das BVBB-Konzept soll so Anstoß und Einstieg für eine Neujustierung der Flughafenpolitik und des Flughafenstandortes Deutschland sein.
Sperenberg – die Alternative:
Gegenüber den deutschen Wettbewerbsstandorten Frankfurt, München und Düsseldorf ist Schönefeld als Billigflieger-Standort unterlegen. Schon aus diesen Gründen wird BBI-Schönefeld ein unwirtschaftliches Subventionsprojekt zu Lasten des Steuerzahlers sein.
Als Alternative kann am Standort Sperenberg ein deutscher Zentralflughafen mit uneingeschränktem 24-Stunden-Betrieb entwickelt und damit eine Forderung der Luftverkehrswirtschaft und der Politik erfüllt werden. Mit dem Flughafen am Standort Sperenberg wird die internationale Konkurrenzfähigkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland gestärkt und der Flugbedarf für die Region Berlin Brandenburg auf Jahrzehnte sichergestellt. Dieser Standort sichert auch die Teilnahme des Standortes Deutschland an den Zuwachsraten des Weltluftverkehrs.
Die günstige Schienenanbindung wird für einen Check-In-Terminal in Berlin-Hauptbahnhof und Berlin-Südkreuz genutzt. Die Fahrzeit von Berlin-Hauptbahnhof nach Sperenberg liegt bei 30 Minuten und ist Bestandteil der Anforderung, den Check-In in 1,5 Stunden vor Abflug zu tätigen.
Sperenberg wird Passagier- und Fracht-Drehkreuz, Wartungsschwerpunkt, Homebase für mehrere Fluglinien. 70 % des Aufkommens werden in der Entwicklung Umsteigepassagiere sein. Der Flughafen wird Standort für 40.000 bis 80.000 Arbeitsplätze, je nach Ausbauphase. Zusätzlich generiert er auch indirekte, induzierte und katalytische Arbeitsplätze im Gesamtraum um Sperenberg.
Der Standort Sperenberg wird deutlich mehr als 150.000 Arbeitsplätze (direkte, indirekte, induzierte und katalytische) bewirken.

Die Zukunftsstärke des Standortes Sperenberg:

Der Standort Sperenberg ist im Gegensatz zu anderen Großflughafenstandorten ausbaufähig u. raumverträglich und wegen seiner dünnen Besiedelung auch als Fluglärmquelle oder aus Gründen des Absturzrisikos vertretbar.
Nur am Standort Sperenberg sind alle Forderungen der Flugbetriebswirtschaft und der Politik uneingeschränkt erfüllbar bzw. umsetzbar (Nachtflugbetrieb, Wachstum Passagiere u. Fracht, Steigerungsraten Flugbetrieb). Flugbetriebswirtschaft und Politik sind darum gefordert, sich für den Zentralflughafen für Deutschland an diesem Standort einzusetzen.
Die Nachnutzung des Standortes Schönefeld
Schönefeld bleibt auch Flughafen, raumverträglich und ohne störende Belastung der Flughafennachbarn! Der Standort Schönefeld wird entwickelt zu einem Sonderlandeplatz (SLP) als Regierungsflughafen, für die ILA, die Flugbereitschaft der Bundeswehr, den Verkehr der Allgemeinen Luftfahrt, den Luftverkehr zum internationalen Gesundheitszentrum am Standort Schönefeld und Standort der Hubschrauberstaffel der Polizei.
Am Standort wird das neue Messe- u. Kongresszentrum für Berlin-Brandenburg gebaut. Eine Therapie-Klinik nach Vorbild der US Mayo-Kliniken leistet einen herausragenden Beitrag zur Entwicklung Berlins als Standort für Medizin und Medizinforschung. Der Standort soll Forschungs-, Entwicklungs- und Erprobungszentrum für Produkte der Verkehrswirtschaft werden.
Schönefeld wird Check In-Terminal für den Zentralflughafen in Sperenberg
Die Fahrzeit von Schönefeld nach Sperenberg wird ca. 15 Minuten per Shuttle betragen. Für Umsteiger spielen weder Standort noch Fahrzeiten eine Rolle.
Privat finanziert und privat betrieben – Kosten Investment
Bau und Betrieb des Investments wird durch private Investoren erfolgen. Die Flughafengesellschaft bleibt lediglich Grundbesitzer in Schönefeld und erwirbt den Baugrund für den Zentralflughafen in Sperenberg (amerikanisches Betreibermodell).
Der geschätzte Investitionsbedarf (Erfahrungswerte) beläuft sich auf 1,5 – 2.0 Mrd. Euro für Nachnutzung / Investitionen in Schönefeld, 4 Mrd. Euro Investment in Sperenberg 1. Bauphase 50 Mio Paxe.
Dagegen stehen die Baukosten BBI-Schönefeld (Endabrechnung sicher 3 Mrd. €), die Kosten für Umsiedlungen von ca. 3,4 Mrd. € und unübersehbare Kosten für den passiven Lärmschutz (140 – 200 Mio €). Die Finanzierung der Kredite und Verluste aus der Betreibung werden den Steuerzahler mit Milliarden belasten.
Das getätigte Investment am BBI-Schönefeld wird privatisiert. Hieraus ergibt sich ein Rückfluss des Investments an öffentliche Haushalte.

Schritte der Realisierung:

Während des Realisierungszeitraums müssen Tegel und Schönefeld weiterbetrieben werden.
Schönefeld muss ansteigendes Flugwachstum bewältigen.
Alternativ wird für die Bauzeit Sperenberg der Flugbetrieb – mit Nachtflugrestriktionen – in Schönefeld organisiert.
Das bedeutet weitere Lärmbelastung von Tegel und Schönefeld für den Realisierungszeitraum.
Für den Zeithorizont der Umsetzung sind die Genehmigungsphase und die Bauphase anzusetzen.
Die Zeit für die Genehmigungsphase ist abhängig vom politischen Willen und Behördenfleiß. Gerechnet werden muss mit rechtlichen Einsprüchen, die aber nicht zu Zeitverzögerungen führen. Planung und Bauvorbereitung können parallel zum Genehmigungsverfahren bewerkstelligt werden.
Die Realisierung kann innerhalb von 10 Jahren bis maximal 15 Jahren erfolgen.

Probleme des Übergangs:

Der BVBB verkennt nicht die Probleme der Übergangsbelastung für die betroffenen Menschen. Es geht aber um die Zukunftsperspektive ohne diese Belastungen für alle Zeiten und viele Generationen. Die dann wiederhergestellte Raumverträglichkeit und Lebensqualität der jetzt Betroffenen eröffnet neue Entwicklungsperspektiven für die Region. Die Nachhaltigkeit durch Problemlösung von unmenschlicher Belastung für Generationen wird so sichergestellt. Vor diesem Hintergrund wirbt der BVBB um Verständnis für die Zumutungen während der Übergangszeit.

Zentralflughafen stärkt den deutschen Luftverkehrsstandort und entlastet andere Standorte:

Die Konzentration des zukünftigen Wachstums auf einen Standort führt zur Entlastung anderer Standorte, die schon heute unannehmbare Belastungen von Mensch und Regionen verzeichnen. Die permanenten Auseinandersetzungen an den Standorten Frankfurt/Main, München, Köln/Bonn und Düsseldorf sprechen eine deutliche Sprache. Ein weiterer Ausbau an deutschen Großflughäfen potenziert die Probleme von Raumunverträglichkeit und unverantwortlicher Fluglärmbetroffenheit. Die hiermit verbundenen Gesundheitsgefahren der betroffenen Bevölkerung sind unverantwortlich. Sie müssen durch Ausbaubegrenzung minimiert werden.
Vor dem Hintergrund des Baus großer Drehkreuze im arabischen Raum (z.B. Doha) und den Ausbauplänen europäischer Flughäfen ist nur Sperenberg wettbewerbsfähig.
Nur am Standort Sperenberg sind alle Forderungen der Flugbetriebswirtschaft erfüllbar und umsetzbar (Nachtflugbetrieb, Wachstum Passagieranzahl und Fracht, Steigerungsraten Flugbetrieb).

Print Friendly, PDF & Email

Tags: , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.