T R Ä U M E

27. Juni 2011
Von

I.

1983

Nicht schön, aber selten, hast Du gesagt.
Gemeinsam waren wir in die gerade eröffnete HO-Kaufhalle an der Karl-Liebknecht-Straße gegangen.
Ein grauer Zweckbau, der die Architektur der GAGFAH-Siedlung so wenig berücksichtigte wie der Standort die Sichtachse der Märkischen Promenade.
Tage später, zwischen Schlaf und Aufstehen, komme ich zum „Feld“ an der Promenade. Keine Kaufhalle weit und breit. Stattdessen ein hell-leuchtendes Kiesbett.
Befreit aufatmend sagte ich: Nun können wir was Schönes bauen!

 

II.

2011

Ich komme von einer Reise retour.
Grinsend sagte mein Nachbar: Geh mal gucken!
Ich mache mich auf den Weg zur Märkischen Promenade und stehe fassungslos da. Alles eingeebnet. Nichts zu sehen vom Rohbau des Seniorenheims. Auch nichts mehr vom Gesundheitszentrum.
Ich bin froh und verwirrt.

 

III.

Schurren der Stühle. Gesumme. Geraune.
Mit schnellen, kurzen Schritten tritt die kleine, rundliche Person in den Raum. Handbewegung, um zu beschwichtigen.
Ich versuche zu fliehen. Ich stehe auf.
Dass mir keiner versucht, sich vorm Parteilehrjahr zu drücken, sagt die Referentin.
Ich sage:  Ach wissen sie, Frau Merkel!

 

IV.

Herr Kretschmann steht im Hemd. Im Regen. Auf ungeschütztem Acker. Ich hänge ihm einen Mantel um. Ein Geschenk des SPD-Politikers Björn Engholm.
Herr Kretschmann weigert sich, den Mantel zurückzugeben.
Das ist der Mantel der Geschichte, sage ich.
Drum!

 

V.

Vor der „Alten Aula“ tritt mir ein Bürger in den Weg. Er fordert mich auf, ihm zu folgen.
Eine Kuh hat gekalbt.
Ich soll von dem Kalb und dem Bürgermeister ein Foto machen.

 

 

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