Das ist wirklich was Gelungenes! Binnen eines Vierteljahres ist die Märkische Promenade in Blankenfelde endgültig zur Sackgasse geworden. Wer von der Erich-Klausener-Straße kommt, knallt auf den Riegel des Seniorenheims des Betreibers Michael Bethke, der das nun, „Seniorenwohnanlage“ nennt. Ob damit jener Trakt gemeint ist, der entlang der Straße An den vier Ruten steht?
Auf den stößt, wer von der August-Bebel-Straße kommt. Also immer durch die Promenade, die ein grüner Weg durch die GAGFAH-Siedlung sein sollte. Beginnend Am Bruch. Einmündend in der Dorfstraße. So sah´s im Plan der Siedlergesellschaft von 1930 aus. Unmittelbar vor dem Baubeginn der Siedlung wurde, im Sommer 1934, von Otto Englberger die heute sichtbare Promenade konzipiert, jedoch nie vollendet.
Die Pläne der GAGFAH (Märkische Promenade – Historischer Lageplan) hat die Gemeindeverwaltung ebenso wenig wahrgenommen wie die Versuche des BürgerBündnis Blankenfelde, die Vollendung der Märkischen Promenade nicht nur ins Gespräch zu bringen. Die Wiederherstellung und Herstellung hätte bis zum Jahr 2010 geschehen sollen, dem 75. Jahrestag der GAGFAH-Siedlung. Die Hoffnungen zerstoben, als das jahrelange Gerangel um das Seniorenheim begann, das vor allem das lokale Bauamt favorisierte.
„Nun haben wir den Salat“, sagte einer der Anwohner. Je nach Temperament sprechen die von einer Seniorenkaserne, einem Seniorenknast, oder, etwas poetischer, von Seniorenschließfächern beziehungsweise von einem Seniorenparkhaus. Den Volksmund kann niemand verbieten. Berücksichtigen muß man ihn aber auch nicht. Oder?
Das BürgerBündnis Blankenfelde ist anderer Ansicht. Die Einwohner der GAGFAH-Siedlung sollten gefragt werden, was aus der Promenade wird, wo noch Promenade ist. Zu fragen ist desweiteren, was aus der Freifläche zwischen Birkenweg und Karl-Liebknecht-Straße werden kann. Die Verwaltung der Gemeinde plant mit der üblichen Ignoranz gegenüber der Historie. Was wissen die Bürger von den Plänen? Nichts! Das nennt man in der Verwaltung Bürgerkontakt!?
Kaum hörte das BürgerBündnis Blankenfelde von der Absicht, dass auf der Ostseite der Karl-Liebknecht-Straße ein identischer Baukörper (für Betreutes Wohnen) errichtet werden soll, stellte es einen Antrag an die Gemeindevertretung (Antrag BürgerBündnis Blfd. vom 25. Mai 2011).
Einen Antrag, der eine Idee äußerte, wie sie von den Parteifraktionen nie zu erwarten ist. Kaum zum Vortrag gebracht, wurde völlig verkannt, dass der Antrag kein Konzept, sondern eine anregende Idee ist. Statt die zu beraten, wurde mit allem Eifer auf den Antrag eingeschlagen. Vor allem von der Vorsitzenden des Ausschußes für Kultur und Soziales, die maßgeblichen Anteil daran hat, dass Bethke sein Projekt machen kann. Ein triftiger Grund skeptisch zu sein, wenn sich Vera Hellberg zu Wort meldet. Sekundiert wurde die Ausschußvorsitzende von der CDU-Kandidatin für das Bürgermeisteramt, Regina Bomke, die gerade zu emphatisch von einem „Städtebaulichen Zentrum“ sprach, wenn der zweite Bauklotz an der Karl-Liebknecht-Straße entsteht. Mit genau dieser Formulierung begeisterte sie sich für das Parkhaus am Bahnhof und das derzeit vorangetriebene Rathausprojekt. Das sind Laienempfindungen, denen historische Kenntnisse ebenso fehlen wie die ästhetische Bildung.
Wer vorgibt, alles zu wissen, alles zu verstehen, begreift nichts. Diese immerwiederkehrende Haltung hat Blankenfelde um alles gebracht: Vom Schloß (1948) bis zum Pfarrhaus (2006). Diese Haltung hat Blankenfelde Bauwerke beschert, die so nicht in Blankenfelde hätten gebaut werden dürfen: Vom Parkhaus bis zum Seniorenheim. Sünden soll man nicht bauen. Sünden kann man begehen, sagt ein geflügeltes Wort. In Blankenfelde sind genug Sünden gebaut. Deshalb sollte damit endgültig Schluß sein! Deshalb der Antrag des BürgerBündnis Blankenfelde im Interesse Blankenfeldes und der Blankenfelder.
Bernd Heimberger



Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin alteingesessene Blankenfelderin und interessiere mich brennend für alle Jobangebote welche dieses neue Projekt umfassen. Über eine Rückmeldung diesbezüglich würde ich mich wahnsinnig freuen.
Mit netten Grüßen Frau Susanne Lehmann