„Bürger“meister Ortwin Baier und Bürgerinteressen

8. Juli 2011
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Am Brandenburger Platz wird ein Reihenhaus verkauft. Ja und? Ein normaler Vorgang. Nicht ganz, in diesem Fall ist es kein normaler sondern ein durch und durch kranker Vorgang.

Denn Verkäufer ist keine Privatperson sondern die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow. Und diese Gemeinde verfügt über ein Tochteruntenehmen namens WOBAB. Die Wohnungsverwaltungs- und Baugesellschaft Blankenfelde mbH (WOBAB) hat einen sozialen Auftrag, nämlich bezahlbaren, kostengünstigen Wohnraum für die Bürger der Gemeinde zu bewirtschaften, vorzuhalten und zu bauen.

In der WOBAB-Strategie heißt es, sie soll ihren Wohnungsbestand erweitern. Dies kann durch Einbringung kommunaler Wohnungsbestände, Zukauf oder Neubau erfolgen.

Kann durch Einbringung kommunaler Wohnungsbestände … erfolgen.“ Mit diesem pflaumenweichen „kann“ fängt der Ärger an. Die Bürgerfraktionen haben seinerzeit deutlich gemacht: Wenn es die Gemeindevertretung mit dem sozialen Auftrag der WOBAB wirklich ernst meint, muss sie beschließen, sämtliche kommunale Wohnungsbestände in die WOBAB einzubringen.  Offenbar meint es eine Mehrheit aus SPD, LINKEN und CDU mit eben diesem WOBAB-Auftrag nicht wirklich ernst, deswegen fand sich dafür keine Mehrheit.

Das Resultat darf jetzt live am Brandenburger Platz in Blankenfelde besichtigt werden (Bild). Kann es wirklich sein, dass die Verwaltung seit Jahren damit befaßt ist, scheibchenweise den Verkauf kommunaler Wohnungsbestände (z.T. an ihr genehme Personen für´n Appel und´n Ei) einzufädeln und die WOBAB muss teuer zukaufen oder neubauen, um sich zu erweitern?

Wer will hier verhindern, dass z.B. dieses Reihenhaus in die WOBAB eingebracht wird, die WOBAB das Haus durchsaniert und kostengünstig an die Bürger vermietet? Als solventes Unternehmen mit Gebäude und Grundstück als Sicherheit, bekommt sie von jeder Bank ein Darlehen zu günstigen Konditionen.

Der Vorstand oder Geschäftsführer eines Unternehmens fliegt raus oder wird von den Unternehmenseignern haftungsmäßig in Anspruch genommen, wenn er dem Unternehmen bzw. der Unternehmensgruppe Schaden zufügt. Wer stellt hier Verantwortlichkeiten fest und zieht zur Veranwortung? Niemand redet von Korruption oder der Veruntreuung kommunalem Eigentums. So etwas gibt es selbstverständlich im SPD-„geführten“ Landkreis Teltow-Fläming nicht. Oder?

Aber: Was hat das alles noch mit gesundem Menschenverstand zu tun?

 

 

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2 Responses to „Bürger“meister Ortwin Baier und Bürgerinteressen

  1. Bernd Heimberger
    12. Juli 2011 at 12:09

    Am Tag seiner Vereidigung, im Januar 2004, bekam Herr Baier das „Vierte Jahr-Buch“ geschenkt. Ich weiß nicht, ob er es gelesen hat. Ich weiß nicht, wer je welches Jahr-Buch gelesen hat: Von den Leuten der Verwaltung, die Baier führt. Hätte nur jemand von den Verantwortlichen gelesen, was im „Elften Jahr-Buch“ zur möglichen Nutzung von Reihenhäusern am Brandenburger Platz gesagt wurde! Eine Bürgerin schlug vor, in den Häusern altersgerechte Wohnungen einzurichten. Eine kuriose Idee? Nein, wenn man das nur wollte. Wenn man das nur wahrnehmen würde. Wenn man denn Ideen hätte in der Verwaltung. Hat sie aber nicht! Zumindest keine, die in irgendeiner Beziehung zur Geschichte – zumindest Blankenfeldes – gedacht sind. Siehe Parkhaus. Siehe Seniorenheim. Siehe nun auch noch die Absicht, die ungestaltete Märkische Promenade mit einem Asphaltweg völlig zu verunstalten.
    Also alles auf Anfang? Also den angebotenen Verkauf stoppen? Also nicht verkloppen? Also eine Chance nicht vergeben, etwas aus ihr machen? Ein Haus für altersgerechtes Wohnen am Brandenburger Platz? Ja, warum denn nicht? Ist doch eine Idee! Wohl eine zuviel für Baier und seine Leute?

    Bernd Heimberger

  2. Thomas Böhm
    17. Juli 2011 at 18:29

    Also habt auch Ihr in Blankenfelde Mahlow ein „Haus der Demokratie“ nur mit anderen Vorzeichen als wir in Zossen.

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