SPD Schulzendorf bittet Platzeck um Verzicht auf Schönefeld

24. Juli 2011
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So kann Rückbesinnung auf  Bürgerinteressen vor Ort aussehen, möchte man der Orts-SPD und den LINKEN von Blankenfelde-Mahlow ins Stammbuch schreiben.

Für die MAZ-MOL/Lokalteil Dahme-Spree vom 13. Juli 2011 ein

„neuer Paukenschlag in der Flughafen-Diskussion“.

Dabei bezieht sie sich auf einen sogenannten „offenen“ Brief der SPD-Ortsgruppe Schulzendorf an den „Parteifreund und Regierungschef Matthias Platzeck“. Im Netz ist dieser Brief nicht zu finden, so „offen“ ist er nun auch wieder nicht – daher kann klaerwerk hier nur aus dem Teil zitieren, den die MAZ öffentlich gemacht hat:

Der Schulzendorfer SPD-Ortsverein bittet Parteifreund und Regierungschef Matthias Platzeck, auf den Großflughafen Schönefeld doch noch zu verzichten.

Vorsitzender Thomas Fischer in einem offenen Brief an Platzeck: „Wir brauchen einen großen, mutigen Schritt für einen Befreiungsschlag. Ein Neuanfang an einem dafür geeigneten Standort und eine Selbst-Beschränkung in Schönefeld mit allen Konsequenzen wären ein solcher Schritt. Erst dann hätte der Flughafen in Schönefeld den Namen verdient, den er bekommen soll: Willy Brandt.“ Jetzt ist diese Namensgebung nach Ansicht der Schulzendorfer Genossen nicht gerechtfertigt: „Es muss den Menschen in den von Fluglärm hart getroffenen Gemeinden wie Hohn vorkommen, dass ausgerechnet der Name Willy Brandts mit dem Flughafen in Verbindung gebracht wird, dessen Planung und Zustandekommen fundamentalen demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien spottet.“ Die Schulzendorfer fordern Platzeck auf, seiner „Fürsorgepflicht“ gegenüber den Brandenburgern nachzukommen und „Gesundheitsschutz klar und eindeutig über wirtschaftliche Interessen“ zu stellen. So solle Platzeck ein striktes Nachtflugverbot zwischen 22 und sechs Uhr erlassen.

Anders als der Schulzendorfer Gemeinderat verzichtet die SPD darauf, mit Sperenberg eine konkrete Standort-Alternative zu benennen. Vor einigen Tagen hatte der Gemeinderat einen Baustopp für Schönefeld und eine Verlagerung des Flugbetriebs nach Sperenberg gefordert. (paw)

Wie´s aussieht, schwimmt da der SPD-Parteiobrigkeit auf Kreis- und Landesebene gerade ein Fell den Bach hinunter, aber Felle können offenbar noch so schnell wegschwimmen, das dicke Fell Gewissheit und Parteiräson kommt bestenfalls bei bei Sturmflut ins Schwimmen.

Am 11. September ist Bürgermeisterwahl. Bis dahin heißt es für den SPD-Kandidaten Ortwin Baier, zittern und hoffen auf die Vergesslichkeit der Bürger und einen erfolgreichen Wahlausgang. Trotz alledem!

Jörg Blunk

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2 Responses to SPD Schulzendorf bittet Platzeck um Verzicht auf Schönefeld

  1. Frank Deichmann
    28. Juli 2011 at 19:24

    Ich bin der Überzeugung, dass Berlin und Brandenburg etwas Besseres verdient hat, als diesen unmenschlichen und auf ewig ungeliebten Flughafen, der möglicherweise durch Gerichtsbeschlüsse weiter zum Provinzflughafen degradiert wird und somit zu einem Fass ohne Boden für Subventionen mit unseren Steuergeldern entgleist. Dieser Standort wird bis zum Ende seines Bestehens eine unausweichliche Tragödie bleiben und weiter für einen sozialen Unfrieden und einen schwelenden Ost-West-Konflikt zwischen Berlinern und Brandenburgern, den Menschen aus Wann- und Müggelsee oder Lichtenrade und Blankenfelde sorgen. Einen Dank dafür an die Herren Wowereit und Platzeck, die zerreißen statt zusammenzufügen. Und dieser Zerreißprobe geben sie noch den Namen eines ehrenhaften Politikers: Willy Brandt. Schämt euch SPD-Genossen!

    Jetzt jedoch besteht die einmalige historische Chance, einen derartig schlimmen Fehler dauerhaft zu korrigieren.

  2. Thomas Breidbach
    30. Juli 2011 at 22:18

    Die SPD- und die Fraktion der Linke haben einen Antrag in der Gemeindevertretung auf Baustopp und Verlegung des Großflughafens an einen verträglichen Standort (Sperenberg) einstimmig abgelehnt, mit der Stimme des Hauptverwaltungsbeamten Baier an der Spitze. Letzterer scheint seinen Hauptaugenmerk auf „Beamter“ zu legen und fühlt sich damit in seinen Entscheidungen anscheined weisungsgebunden. Das diese Weisungen aus der Staatskanzlei kommen und sein agieren gegen die Bürgerinteressen von Blankenfelde-Mahlow gerichtet sind ist tragisch. Aufmerksame Bürger können diese Verquickung von Interessen der Landespolitik und der Flughafengesellschaft am 11. September bei der Bürgermeisterwahl aufbrechen und einen parteiunabhängigen Kandidaten wählen, der nicht auf die Gnade einer Partei angewiesen ist, sondern sich den Bürgern verpflichtet fühlt. Gehen Sie bitte alle zur Wahl und lassen sie sich von ihrem gesunden Menschenverstand leiten in der Frage, wer die Interessen der Bürger in dem fast alles bestimmenden Thema der nächsten Jahre – Inbetriebnahme BBBI/BER in Schönefeld – am Besten vertritt.

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