Kopf im Kissen

27. Juli 2011
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Alle Jahre wieder. Auch das: Der „Tätigkeitsbericht des Landrats über die Arbeit der Kreisverwaltung Teltow-Fläming“. Die neueste Ausgabe der geklammerten Blattsammlung hat das Jahr 2010 im Blick. Geliefert wurde die „Informationsvorlage“ den „Sehr geehrten Abgeordneten des Kreistages Teltow-Fläming“, damit sie mal einen Einblick in die Niederungen des täglichen Tuns der Kreisverwaltung bekommen.

Der „Tätigkeitsbericht“ des Landrats“ ist keine Schweißarbeit des Mannes an der der Spitze. Der Landrat steuert eine halbe Seite Präambel-Prosa bei, die kein beschwerlicher geistiger Gipfelanstieg ist. Alle Jahre wieder geht’s hinab in die Ebene der Allgemeinplätze. Also erfahren die Damen und Herren Abgeordneten, dass „alle Ämter und Behörden gründlich Bilanz gezogen“ haben. Hat wer was anderes erwartet? Falls ja, der freundliche Fingerzeit des Chefs: „… freuen Sie sich vor allem darüber, dass sich unser Landkreis seit vielen Jahren kontinuierlich gut entwickelt hat“. Unser Landkreis? Wem gehört der Kreis? Manche meinen: Der SPD! Mitnichten! Giesecke schmiert den Abgeordneten Honig ums Maul, denn sie haben „einen großen Anteil“ an der Entwicklung. Auch an dem, was nicht ganz so rosig aussieht? Vermuten wir mal. Schließlich will der Erste aller Bürger des Kreises nicht sämtliche Schelte auf sich ziehen. Eh er sich aus der Präambel davonschleicht, versichert er sich der Abgeordneten und hofft, „auch künftig Hand in Hand“ zu arbeiten. Nun bitte: Keine Verdächtigen keiner Art! Hand in Hand sieht ja nicht schlecht aus. „Mit freundlichen Grüßen“.

Wer nun glaubt, es sei damit getan, dass der Landrat und seine Fachabteilungen mit den eingeschliffenen gewohnten Worten, leicht variiert, wiederholen, was im Vorjahr und Vorvorjahr und Vorvorvorjahr gesagt wurde, ist auf dem Holzwege. In der jüngsten Ausgabe des jährlichen Tätigkeitsberichtes ist einiges über die „Aufgaben des Beauftragten für Gefahrenabwehr und Antikorruption“ zu lesen. Hört, hört! Lest, lest! Das Gewissen der Unruhigen wird beruhigt. Keine Sorge! Es kommt nichts an die Öffentlichkeit. Der Antikorruptionsbeauftragte ist zur „Verschwiegenheit verpflichtet“. Welch ein Glück! Für wen? Natürlich für den „Informanten“ Wer hätte das erwartet?

Schutz für den Informanten, der spätestens dann ins Visier der „Beklagten“ gerät, wenn ihre Anwälte auf dem Plan erscheinen? Aber, was soll´s? „Es gab keine Verdachtsmomente in Bezug auf Korruptionshandlungen“, steht im Tätigkeitsbericht des Landrats für 2010. Da kann getrost der Kopf wieder ins Kopfkissen gekuschelt werden. Gute Nacht, dann!

Bernd Heimberger

 

 

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