SPD-Wahlkampf-Geld-Geist?

7. August 2011
Von

Gemäß des Pressegesetzes der Bundesrepublik Deutschland

Richtigstellung

In einem  „ ´Alte Aula´ in Blankenfelde´“  überschriebenen Beitrag, der im Amtsblatt/Lokalanzeiger (Ausgabe 8/2011) veröffentlicht wurde, ist zu lesen: „Im Jahr 2002 gelang es der damaligen Gemeinde Blankenfelde, den Kulturverein als Betreiber des gemeindeeigenen Objekts ´Alte Aula´ zu gewinnen.“
Die Behauptung ist falsch. Richtig ist: Nach gemeinsamer Vorarbeit mit der Gemeinde Blankenfelde    wurde   die   „Alte Aula“    dem   Kulturförderverein   Blankenfelde/Mahlow    am

1. N o v e m  b e r  1997 offiziell übergeben. Seit diesem Tage trägt das Haus den Namen „Alte Aula“.

Blankenfelde, 1. August 2011

Kulturverein Blankenfelde
Vorstand

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Geld oder Geist?

Wie sieht ein gerupftes Huhn mit Fasanenfedern aus? Wie ein gerupftes Huhn mit fremden Federn! Genau so sieht die Verwaltung von Blankenfelde-Mahlow aus, die nun versuchte, sich mit der „Alten Aula“ und dem Kulturverein zu schmücken. Das sieht mehr als kurios aus, zumal sich die Verwaltung im letztvergangenen Jahrzehnt nicht geradezu überschlug, um dem Kulturverein und der „Alten Aula“ Referenz zu erweisen. Dafür war noch und noch Gelegenheit in der genannten Zeit. Insbesondere im Jahr 2007, in dem der 10. Jahrestag der „Alten Aula“ war.

Woher hätten die Verwaltung der Bürgermeister das wissen sollen? Hätten sie in den halbjährlichen Flyer „Schaut rein!“ schauen sollen, in dem das Veranstaltungsprogramm des Vereins veröffentlicht wird? Hätten sie einen Blick in das jährlich erscheinende „Jahr-Buch“ werfen müssen? Nichts müssen sie! Nichts, denn Verwaltung und Bürgermeister haben eine neue Zeitrechnung eingeführt.

In einem Text, „ ´Alte Aula´ in Blankenfelde“ überschrieben, im Lokalanzeiger der Juli-Ausgabe 2011 publiziert, ist zu lesen: „Im Jahr 2002 gelang es der damaligen Gemeinde Blankenfelde, den Blankenfelder Kulturverein als Betreiber des gemeindeeignen Objekts ´Alte Aula` zu gewinnen.“ Heißt: Die Gemeinde hat sich um den Kulturverein bemüht. Und der Kulturverein hat sich gnädig herabgelassen. Wüßte ich es nicht anders, müßte ich mir an den Kopf fassen und ihn nicht nur verzweifelt schütteln.

Zu fragen ist, wer hat den Text für den Lokalanzeiger verfaßt? Ganz sicher wurde der Text im Auftrag und im Interesse des Bürgermeisters verfaßt. Ganz sicher ist der Text geschrieben, wie ihn nur eine Verwaltung schreiben kann, für die der Geist des Geldes der Maßstab ist. Die „Kulturpolitische Erfolgsgeschichte“, wie formuliert wurde, ist vor allem keine Geschichte des Geldes. Es ist eine Geschichte des Geistes. Etwas, was jenseits des Denkens der Kommune ist, wie auch der publizierte Beitrag beweist. Mag die Gemeinde auch weiterhin glauben, Geld ist alles, so war diese Gewißheit am wenigsten gültig für die zwanzigjährige Geschichte des Kulturvereins Blankenfelde. Zeit ist alles! Engagement ist alles! Nicht nur gewesen. Zeit und Engagement, die der Gemeinde aber und aber hunderttausende Mark/Euro sparten, da der Kulturverein Blankenfelde seit zwei Jahrzehnten die Funktion eines Kulturamtes in der Kommune einnimmt.

Freiwillig und unentgeltlich. Mit wöchentlich 30 bis 60 Arbeitsstunden. Die stiegen erstmals erheblich, als der Kulturverein Mitte der neunziger Jahre mit dem Gedanken in der Gemeinde auftauchte, aus der einstigen Zentralschule ein „Kulturelles Zentrum“ zu machen. Also, wer ist da auf wen zugegangen? Wer hat die Gedanken gehabt, die keiner in der Verwaltung dachte? Wer hat den Rücken krumm gemacht, um, nach zweijähriger Vorarbeit, die „Alte Aula“ im September 1997 zu eröffnen, die von der Gemeinde Blankenfelde am 1. November 1997 dem Kulturverein offiziell übergeben wurde?

Die Zahl der täglichen Arbeitsstunden steigerte sich ein weiteres Mal, als aus der Idee, einen Park anzulegen, eine Knochenarbeit wurde. Die verlangte, über siebzehn Monate hin, Tag für Tag, zehn bis vierzehn Stunden Schufterei. An der waren, mit über dreitausend Stunden, Hannelore Pappschik und Bernd Heimberger beteiligt. Wenn es nun im Text der Gemeinde heißt, dass „150.000 Euro in das Gebäude und die Außenanlagen“ investiert wurden, klingt das fast nach einer Verhöhnung. Konzept und Ausführung der Außenanlagen, sprich des Parks, waren allein eine Angelegenheit des Kulturvereins. Nicht nur im stillen Kämmerlein gestand die Kämmerin der Kommune, dass durch die Außengestaltung das gesamte Anwesen um eine halbe Million im Wert gesteigert wurde. Unentgeltlich vom Kulturverein ermöglicht. Da wären wir schon mal bei einer Million (wenigstens): Alle Leistungen des Vereins addiert, die bis 2004 „abzurechnen“ wären, als der Aula-Park seine Grundgestaltung hatte. Doch damit nicht genug! Während eines halben Jahrzehnts sorgte der Kulturverein für die Entfeuchtung der inzwischen isolierten Kellerräume, was eine Pflicht der Gemeinde gewesen wäre. Die Entfeuchtung war die Voraussetzung für die Einrichtung eines Museums. Das setzte eine völlige Sanierung des Kellers, sprich der architektonischen Gestaltung, also auch die Schaffung neuer räumlicher Strukturen voraus. Wieder kam die Idee, das Konzept aus dem Kulturverein. Wie immer unentgeltlich. Wieder wurden der Gemeinde aber und aber Zehtausende geschenkt.

Wer also hat sich die Miet- und Betriebskosten für die „Alte Aula“ mehr als redlich verdient? Und nicht nur für ein Jahr. Für Jahrzehnte. Wer, wenn nicht der Kulturverein Blankenfelde? Den Text der Gemeinde gelesen, ist das für die offensichtlich nicht selbstverständlich. Sie stellt sich als Mäzen hin, der sie nicht ist. Denn, was die Kommune ausgibt, gibt sie den Bürgern, die ihre Steuergelder der Kommune geben. So ist das, so! Deshalb hört es sich auch höchst kläglich an, wenn sich Verwaltung und Bürgermeister rühmen, dass der Kulturverein jährlich „eine vierstellige Summe“, gemäß der Vereinsförderung, bekommt. Nennen wir die Summe! Für rund vierzig Veranstaltungen im Jahr erhält der Verein 5.000 Euro (!). Frau Pappschik bekommt, wie es peinlich genug heißt, für „geringfügige Beschäftigung“, 2.000 Euro (!) im Jahr. Hartz IV-Empfänger würden dafür nicht das Haus verlassen. Dass Pappschik und Heimberger die Hauptsponsoren des Kulturvereins Blankenfelde sind – davon keine Silbe! Seit acht beziehungsweise elf Jahren unterstützen sie mit zweieinhalb bis dreitausend Euro pro Jahr den Kulturverein Blankenfelde.

Nun einmal hochrechnen, was der Verein an Geistigem, Körperlichen, Finanziellem in die Gemeinschaft der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow eingebracht hat? Lassen wir das! Und wehren die Absicht der Verwaltung und ihres Bürgermeisters ab, die „Alte Aula“ preiswert zu verkaufen. Das wäre dann keine „Erfolgsgeschichte“ der Gemeinde. Das wäre eine Schande. Wider die Interessen der Bevölkerung von Blankenfelde-Mahlow. Kennt Geld-Denken überhaupt eine Scham? Ist das wahre Gesicht der Gemeinde das des gierigen Verkäufers? Ist die Wirklichkeit die Darstellung als gerupftes Huhn mit Pfauenfedern? Beides sieht nicht schön aus. Nicht so schön wie die „Alte Aula“ und der Aula-Park.

Bernd Heimberger

 

 

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