Zerronnene Zeit

17. August 2011
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Angekündigt wird er wie ein Star. Ein Star ist er für niemand. Die Ankündigung lautet: „Bürgermeisterkandidat Ortwin Baier kommt!“ Soll das eine Drohung sein, fragt einer der Nachbarn? Er ist nicht nur der vielen Fotos überdrüssig, die den Mann bei den Bürgern nicht beliebter machten.

„Baier kommt!“ heißt, der Bürgermeisterkandidat tourt durch die Ortsteile von Blankenfelde-Mahlow. Er will Stimmung für sich machen, für „sein Wahlprogramm“, das „Ihre SPD Blankenfelde-Mahlow“ unterschrieben ist. Wer ist „Ihre“? Ist das das kleine Grüppchen der Genossen der SPD? Parteien sind in der Gemeinde, die Mitgliederzahl beachtet, verschwindend kleine Minderheiten, die emsig nach All-Macht streben.

Dafür ist auch eine Bürgermeister-Wahl gut. Vorausgesetzt wir, die Wählenden, machen den Parteien keinen Strich durch die Rechnung. Und das, weil uns die Parteienpolitik mehr und mehr verdrießt. Wie die Parteien-Vertreter verdrießen, die sich für das Bürgermeister-Amt bewerben? Also auch der SPD-Mann Ortwin Baier. Der hatte acht Jahre Zeit, Stimmung für sich zu machen. Wäre das so gewesen, brauchte er jetzt nicht die SPD, DIE LINKE, die Grünen als willfährige Unterstützer seiner Kandidatur.

Hätten acht Jahre nicht gereicht, durch Leistungen für sich Stimmung zu machen? So hätte es sein müssen. So! Dass es so nicht war ist eine Leistung von Baier als Bürgermeister.

Wenn er nun abermals als Kandidat auftritt, wenn er zu den Bürgern kommt, wer kommt zu dem Kandidaten? Die ersten vier Auftritte der acht Wahlveranstaltungen wurden wahrlich nicht von interessierten Bürgern überrannt. Kein Interesse? Statt des immer gleich grinsenden Gesichts? Sind acht Jahre nicht genug für ein politisches Amt? (Mehr werden keinem US-amerikanischen Präsidenten zugebilligt!) Acht Jahre sind genug! Auch für Baier! Weil Demokratie, will sie demokratisch sein, von Bewegung also Wechsel lebt. Wie demokratisch sind erklärte Demokraten, die sich dem Wechsel in den Weg stellen? Nun müssen die Wähler ran, um den Weg frei zu machen!

Bernd Heimberger

 

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One Response to Zerronnene Zeit

  1. Wagner
    28. August 2011 at 11:57

    Dem letzten Absatz kann ich nur zustimmen. Bleibt nur zu hoffen , daß der Wähler diesmal sein Schicksal in die Hand nimmt.

    R.Wagner

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