Solide unsolide

5. September 2011
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Haben sich die Journalisten der MAZ-Redaktion in Zossen nicht gerade dazu bekannt, dass die Fakten stimmen müssen? Und, was machen sie? Sie veröffentlichen am 1. September 2011 den Artikel „Vorwürfe der Untreue sind haltlos“. In dem redaktionellen Beitrag kann der Bürgermeister von Blankenfelde-Mahlow äußern, dass eine Anzeige gegen ihn, „zunächst … anonym“ erfolgte. Dass das so nicht ist, muß er wissen, seit seine SPD-Prominenten-Anwältin Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft in Neuruppin hatte. Und das bereits vor Monaten. Und das zu einer Anzeige, die bereits zwei Jahre alt ist.

Offenbar ohne die Äußerungen Baier zu prüfen, hat die MAZ ihren Entlastungsbericht am 1. September 2011 veröffentlicht. Ebenfalls wider besseren Wissens? (Seit 13. Mai 2011 hat die Zeitung den im klaerwerk veröffentlichten Text „Klärende Erklärung“ in der Redaktion.) Am 2. September 2011 erfolgte eine zurückhaltende, eilige Korrektur der Redaktion. Die drei Unterzeichner der Anzeige hatten umgehend interveniert. Und die Redakteure wußten nun, dass mit der Falschmeldung die Tür zum Gerichtssaal aufgestoßen war. In der Welt bleibt jedoch die Tatsache, dass die Presse der Person (Ortwin Baier) eine Chance einräumte, als Quasi-Pressesprecher der Staatsanwaltschaft aufzutreten. Wer hat ihn dazu autorisiert? Doch nicht die Staatsanwaltschaft, die ihre Ermittlungen auch nach zwei Jahren nicht abgeschlossen hat? Hat Herr Baier sich eine Rolle angemaßt? Hat er, gegen den ermittelt wird (was zudem die Staatsanwaltschaft so festlegte), dem Ermittler ins Handwerk gepfuscht?

Was haben die MAZ-Redakteure da getan? Haben sie solide, glaubwürdig gearbeitet? Es ist zu zweifeln an der Solidität. Unsolidität ist eine Sünde des Journalismus. Weiß jeder Journalist, wie auch immer er handelt?

 

 

 

 

 

 

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One Response to Solide unsolide

  1. Detlef Böttger
    8. September 2011 at 13:54

    sehr gut, weiter so!

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