Wort zum Montag

5. September 2011
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„Die Ära von Baier geht wohl zu Ende“, sagte ein Mahlower. Er kam aus einer Wahlveranstaltung, zu der der Bürgermeister eingeladen hatte. Der Mahlower war einer der sieben Besucher, der sich, wie er sagte, das „Gelabere“ angehört hat. Das war so, wo immer der Bürgermeister im Juli und August als Wiederbewerber für´s Amt auftrat: Gähnende Leere! Weil Ferien waren? Weil sich der Bürgermeister in den acht Jahren seiner Amtszeit um jede Reputation gebracht hat? Weil die Bürger es nicht verstehen, besseren Gebrauch von der Demokratie zu machen?

Wem kann das Desinteresse an der Politik gleichgültig sein? Alles, was wir täglich Erleben, ist Politik. An die vielen, vielen Gespräche der vergangenen Jahre gedacht, waren die meisten Äußerungen zur kommunalen Politik am wenigsten von Gleichgültigkeit bestimmt. Viel Verdruß war zu hören. Als geradezu lächerlichen Spleen des Bürgermeisters haben die Bürger seine permanente Präsenz als grinsender Strahlemann in den Printmedien empfunden. Die Bürger haben die Baier-Bilder satt! Und damit auch den Bürgermeister Ortwin Baier? Er hat etwas in der Gemeinde eingeführt, was es, zumindest in Blankenfelde, nie zuvor gab: Die Zählgemeinschaft. Er hat nicht dem gewählten, einzelnen Gemeindevertreter vertraut. Er organisierte sich eine Gemeinschaft von Fraktionen, die seine politischen Absichten in der Gemeindeverwaltung vertrat und verteidigte. Das war die größte Schwäche des vermeintlich Starken.

Nicht die Demokratie, die Spiele mit der Demokratie, dominierten das Geschehen der Baier-Zeit. Sympathien hat das dem Bürgermeister nicht gebracht. Nicht in der Bevölkerung. Nicht bei allen Gemeindevertretern. Die Gruppe der Gemeindevertreter, die den gegenwärtigen Bürgermeister gern als künftigen Bürgermeister im Amt sehen wollen, ist klein geworden. Die Mehrheit der Gemeindevertreter hat sich für die beiden anderen Mit-Bewerber entschieden. Die CDU-Fraktion für ihre Kandidatin Regina Bomke. Die drei Wählergemeinschaften der Bürger für den parteilosen Kandidaten Matthias Stefke. Das ist keine Sache des Zufalls. Das ist die Anti-Haltung, die sich Baier in seiner Amtszeit verdient hat. Vor allem auch bei den Bürgern, die Wähler sind und keiner Partei verpflichtet. Ganz im Gegensatz zu jenen Gemeindevertretern der beiden Parteienfraktionen, die pflichtgetreu für Baier votieren. Das ist eine Minderheit, die die Mehrheit dominieren will. Wollen das die Wähler? Dem Hörensagen nach: Nein. Deshalb: Geben Sie sich einen Ruck! Gehen Sie am 11. September wählen, damit anders wird, was anders werden muß.

Bernd Heimberger

Seit 1998 Vorsitzender der Fraktion
BürgerBündnis Blankenfelde-Mahlow

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2 Responses to Wort zum Montag

  1. Ingeburg Scheuschner
    7. September 2011 at 08:26

    Liebe „klärwerk-blogger“, erst mit der Frage nach einem Wahlkandidaten für den 11. Sept. bin ich auf Ihre Seite gestoßen. Habe mit Interesse alle Artikel gelesen. Schön, es gibt ja doch noch Menschen, die nicht alles hinnehmen und etwas bewegen wollen.
    Im April 2012 werde ich aus dem Berufsleben aussteigen. Ich würde mich dann gerne bei Ihnen einbringen wollen. Mit freundlichem Gruß Ingeburg Scheuschner

    • redaktion
      7. September 2011 at 23:20

      Herzlichen Dank, willkommen bei uns und bis bald.

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