Ein Bemühen, eine Fürsorgepflicht, ein Schlussstrich!

14. September 2011
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Frage vorab: Kann man den Tod von Doreen Schmalenberger noch „politisieren“? Antwort.„Nein“, die Urheberrechte dafür gebühren unwiderruflich Noch-Bürgermeister Ortwin Baier (SPD).

Im wilden Westen Amerikas, zu Goldgräber-Zeiten, hing, so die Überlieferung, hin und wieder ein Schild über der Bar:

„Es wird gebeten, den Pianisten nicht zu erschießen. Er gibt sein Bestes.“

Abknallen, zur damaligen Zeit offenbar eine durchaus gängige Form von Kunstkritik. Wie schön, dass sich die Zeiten gewandelt haben. Wer heute Kunstkritik oder überhaupt Kritik – zum Beispiel an der Tätigkeit eines Verwaltungsbeamten, vorbringen möchte, hat in dieser, unserer Zivilisation andere, demokratische Möglichkeiten. Zu mal Bürgermeister Ortwin Baier (SPD) immer „sein Bestes“ gegeben hat. Das, was für ihn am besten war. Das, was für ihn am Besten ist. Im Gegensatz zu Doreen Schmalenberger. Ihr Bemühen bestand allein darin, ehrlich und anständig eine Arbeit, ihre Arbeit zu tun. Der Schlussstrich unter dieses Bemühen ist bekannt: Freitod.

Über die Mitschuld ihres Dienstherren Ortwin Baier an diesem so genannten „Fall“ (Ausriss-ND vom 2.9.2011) wird zu reden sein. Aber auch über Verzeihung und Vergebung für jemand, der immer nur sein Bestes wollte, ist nachzudenken in dieser Stunde.

Bleibt also zu hoffen, dass der am 25. September neu gewählte Bürgermeister Matthias Stefke  einen Ortwin Baier eben nicht aus der Verwaltung entfernt, sondern ihm die Chance für einen Neubeginn einräumt, zum Beispiel als Knöllchen- oder Hundekotbeauftragter im Ordnungsamt. Eine Arbeit, die verantwortungsvoll auszufüllen, sich die Verwaltungsfachwirtin (FH) Doreen Schmalenberger nicht zu schade war.

Jörg Blunk

 

 

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