Demokratie bedeutet Rechte; aber auch Pflichten

18. September 2011
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Gerade hat eine Wahl des Bürgermeisters der Großgemeinde Blankenfelde-Mahlow für die nächsten 8 Jahre stattgefunden, doch keiner der aufgestellten Kandidaten kann sich als Sieger bezeichnen, weil er nicht die absolute Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen für sich verbuchen konnte, so dass nun am 25. 9. 2011 eine Stichwahl durchgeführt werden muss.
Ein Hauptgrund dafür ist sicher auch die absolut inakzeptable Wahlbeteiligung von ca. 42% der Bürger dieser Gemeinde. Der Rest, also ca. 58% der Wahlberechtigten hielten es offensichtlich nicht für ihre Pflicht, ihr Recht auf Mitbestimmung der Gemeindepolitik in den kommenden 8 Jahren wahrzunehmen.
Das ist ein ganz schlechter Ausdruck für gelebte Demokratie, Anteil zu nehmen an der Gestaltung eines sinnvollen Gemeindelebens, anstatt sich in die Schmollecke zurück zu ziehen und hinter vorgehaltener Hand über Missentwicklungen der vergangenen Legislaturperiode zu meckern.

Durch passives Lamentieren wird keine Änderung herbeigeführt. Es gibt noch so viele – auch sehr umstrittene – Entwicklungsvorstellungen der derzeit wirkenden Gemeindeverwaltung für unseren Ort, die hinterfragt werden müssten, wenn sie eine optimale Realisierung erfahren sollen. Eingefahrene Wege und nicht bis zum Ende durchdachte Entschei-dungen müssten neu in die Waagschale gelegt werden, um mit minimalem Kostenaufwand zu optimalen Lösungen zu kommen, die dem Niveau und Charakter unserer Gemeindestruktur und äußeren Erscheinung entsprechen – egal, ob es sich um den geplanten Rathausbau, die Ortsinfrastruktur, Probleme der Bewältigung der Folgen des Flughafenausbaus, des Naturschutzes, usw. handelt. Ich will hier nicht alle offenen Probleme nennen; aber es gibt aus der Vergangenheit genug Beispiele, die nicht optimal gelaufen sind. Man braucht dabei beispielhaft nur an das monströse Parkhaus zu denken, das in seiner Gestalt absolut nicht in das normale Erscheinungsbild unserer Gemeinde passt.

Der neue Bürgermeister muss hier bürgernah zu Vorstellungen und Entscheidungen kommen, die die hier lebenden Menschen glücklicher und zufriedener machen, ihre Sorgen und Nöte besser berücksichtigen, ihre Ideen und ehrenamtlichen Aktivitäten in die Lösung der anstehenden Aufgaben einbeziehen und dann aber auch anerkennen und würdigen.

Wie soll das funktionieren, wenn der Mehrheit der Bewohner dieser Gemeinde die Zukunft ihrer Umwelt egal ist, wenn Desinteresse und Gleichgültigkeit sowie Politikverdrossenheit ihr künftiges Leben und Dasein bestimmen ?

Ganze etwa 48,5% bzw. 32,3% der Wählergunst bzw. 20% bzw. 13,5% der wahlberechtigten Bürger konnten maximal die beiden Kandidaten der bevorstehenden Stichwahl auf sich bisher jeweils vereinen. Das ist ein Ergebnis, dass zum Ausdruck bringt, dass nur eine Minderheit der Bewohner dieser Großgemeinde sich mit ihrer Stimme zur Zielstellung der Kandidaten bekannt hat.

Auf dieses Ergebnis kann und darf kein neuer Bürgermeister stolz sein und sein „weiter so“ zum Ziel seiner künftigen verantwortungsvollen Arbeit erheben.

Deshalb kann ich Sie nur bitten und aufrufen, Ihre Stimme im Rahmen der Stichwahl für den mit seiner Programmatik Ihnen am besten zusagenden Bürgermeisterkandidaten zu geben – als Ihr gutes Recht; aber auch als Ihre Bürgerpflicht im Rahmen unserer kostbaren Demokratie !

Prof. Dr.-Ing. habil. Erhard Augustin

 

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