Der Verständnislose

5. Oktober 2011
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Ein furchtbar gedrückter, mit Minderwertigkeitskomplexen noch und noch ausgestatteter Mensch? Jedenfalls fordert er eine Gratulation. Er ist schließlich der neue Bürgermeister. Das ist doch das Mindeste, was man erwarten kann, oder? (Aktion-Reaktion)

In seiner Realität ist eine pragmatische Reaktion erforderlich. Bleibt diese für den Moralisten aus, belässt er es nicht etwa bei Verständnislosigkeit  sondern muss „moralisch Würgen“. Denn entscheidend ist das Image, das Erscheinungsbild nach außen, die anständige Fassade und nicht das Selbst, dass im günstigsten Fall dahinter steht. Political Corectness als Maßstab: Das drückt auf die Gähndrüsen. Hinter dieser Fassade von  moralischer Korrektheit verbirgt sich jedoch nur  eins: Destruktivität und Leere.

Doreen Schmalenberger, ihr Kummer, ihr Leid drang offenbar nicht in sein Bewusstsein. Platz hat darin nur das, was ihm nützen oder ihn selbst bedrohen könnte. In seinem Verantwortungsbereich wurde einer Frau das Leben zur Hölle gemacht und er kennt nur eine Reaktion – Selbstmitleid, die mediale Selbstinszenierung als Wahlkampfopfer. Denn es geht für ihn nicht um den Willen zur Wahrheit, schon gar nicht um Zustände oder Arbeitsklima in der Verwaltung insgesamt sondern um den Willen zur Selbstdurchsetzung, zur Macht.

Schon vor Jahren hat Bernd Heimberger sich einem gemeinsamen Foto mit Ortwin Baier verweigert. Eine Haltung, die nichts mit Baiers Rolle in einem Wahlkampf A oder B zu tun hat. „Je näher ich bei mir bleibe, desto näher bin ich bei allen anderen,“ schrieb Martin Walser mal in einem Aufsatz.

Wenn nun aber eben dieser Ortwin Baier von „wahrer Größe“ daher redet, dürfte nur noch eines helfen: Rette sich wer kann! Dass Bernd Heimberger ihn dann in seiner Antwort-Mail  intellektuell „verhungern“ lässt mit Hinweis auf die „Gogol´sche Definition der Größe“ („Die toten Seelen“, „Der Revisor“), mag als Rettungs -, als Fluchtreaktion durchgehen.
Dass er dafür von mäßig entwickelten Menschen kein Verständnis erwarten kann, hat er nun, in aller gebührenden Ahnungslosigkeit , auch noch schriftlich. Jesses Maria, was will man mehr.

Jörg Blunk

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