Fürsorgepflicht: Das Versagen eines Dienstherren

23. Oktober 2011
Von

Dass Bürgermeister Ortwin Baier durchaus auch Informationen verwertet, die unter www.klaerwerk-blog. de veröffentlicht werden,  ist spätestens seit dem Tag aktenkundig, an dem er juristische Schritte gegen Ferdi Breidbach einleitete wegen einer konkreten Meinungsäußerung auf klaerwerk. Wir haben dazu am 18.10.2011 ausführlich berichtet.

Doreen Schmalenberger

Dann dürfte er doch aber auch sehr interessiert die klaerwerk-Veröffentlichung vom 12.10.2011 aufgenommen haben, der zufolge  seine ehemalige Verwaltungsmitarbeiterin in Sachen Stasi rehabilitiert ist. Das anonyme Fax, in dem Doreen Schmalenberger als Stasimitarbeiterin verdächtigt wurde, musste er der Presse seinerzeit unbedingt im Wahlkampf präsentieren.  Vertrauliche Personalangelegenheit? Fehlanzeige! Fürsorgepflicht gegenüber einer Mitarbeiterin? Fehlanzeige!

Aber jetzt, nach ihrem Freitod, nachdem inzwischen eine „Klärung dieser Personalangelegenheit“ vorliegt, zumindest in Sachen Stasi. Jetzt, wo das Schreiben der Stasi-Unterlagen-Behörde im Netz steht – könnte ihm eigentlich wieder einfallen, was es mit der Fürsorgepflicht eines Dienstherren auf sich hat. Nun könnte er doch der regionalen (Anonym Beschuldigte gestern tot aufgefunden – Ausriss aus MAZ vom 1.9.2011) und überregionalen Presse (Selbstmord nach Stasivorwurf und schmutzige Methoden – Ausriss aus ND vom 2.9.11) das Schreiben der Stasi-Unterlagen-Behörde präsentieren. Frei nach dem Motto: Das bitte jetzt unbedingt auch veröffentlichen! Die Frau ist unschuldig, die hat noch nie etwas mit der Stasi zu tun gehabt. Nun endlich könnte ihm doch sein christlicher Glaube den Weg weisen? Aber das wird selbiger vermutlich erst dann wieder tun, wenn er auf klaerwerk Informationen erhält, die er juristisch verwerten kann. Das anonyme Stasi-Fax hat sein Wahlkampf-Schuldigkeit getan. Welchen Bürgermeister, welche Medien interessiert da noch die Rehabilitierung einer toten Verwaltungsmitarbeiterin?

Jörg Blunk

Print Friendly, PDF & Email

Artikel zum Thema

Tags: ,

2 Responses to Fürsorgepflicht: Das Versagen eines Dienstherren

  1. Matthias Adrian
    24. Oktober 2011 at 06:22

    Ja, lieber Jörg Blunk,

    das ist das, was ich mir auch für Doreen wünsche:

    1. Ermittlung und Aufklärung der anonymen Schreiberlinge. Die, die diese fingierten Dienstaufsichtsbeschwerden verfasst haben, müssen ermittelt und bestraft werden. Zumindest im Nachhinein sollte Doreen noch diese Unterstützung bei der Aufklärung bekommen.Wenn es schon zum Leben nicht mehr gereicht hat, so soll Sie wenigstens jetzt rehabilitiert werden.
    Mir liegt das Originalschreiben der BuST ( Behörde für die Stasiunterlagen ) vor.Es gibt, wie bereits erwähnt, KEINE Anhaltspunkte für eine Stasi-Mitarbeit.

    2. Öffentliche Rehabilitierung Doreens in der gängigen Presse. Sie soll nicht noch weiter unter der Hand als “ die Stasi-Sau “ beschimpft werden.

    3. Da die Kripo und der Staatsanwalt weiter ermitteln (da tritt der sogenannte Stalker-Paragraf in Kraft,unter den auch Mobbing fällt ), gehe ich davon aus, dass der oder die Schuldigen früher oder später Ihrer gerechten Strafe zugeführt werden.
    Das ist dann das wenigste, was noch posthum für Doreen, die nur Ihren Job machen wollte, und das 100%ig, noch getan werden kann.

    Lebendig wird Sie trotzdem nicht mehr. Sie bleibt als das in unserer Erinnerung, was Sie war: ein einzigartiger liebevoller Mensch, der niemandem was zuleide tun wollte, und Ihren Anteil am Leben nicht mehr bekommen hat.

    Mit herzlichen Grüßen

    Matthias Adrian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.