Leuchtender Leuchtturm

26. Oktober 2011
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Gemeindevertreter sind generell keine Besucher der Veranstaltungen des Kulturvereins Blankenfelde. Dennoch hat sich in den Köpfen einiger Gemeindevertreter der Glaube festgesetzt, dass der Kulturverein ein „Verein wie jeder andere ist“. So oft das behauptet wird, so oft wurde das widerlegt, so oft wurde das ignoriert.

Es bleibt dabei: Der Kulturverein Blankenfelde ist alles andere als ein Verein wie jeder andere. Das war bereits so, noch eh er gegründet wurde: Vor nunmehr zwei Jahrzehnten. Nicht ganz korrekt wäre es zu sagen, die Idee, einen Kulturverein ins Leben zu rufen, ist während eines Korridorgesprächs entstanden. Für mich begann die Geschichte des Kulturvereins im Korridor der Gemeindeverwaltung. Auf dem Wege zum Bürgermeister, Dietmar Klemt, traf ich ihn und den Gemeindevertreter Dr. Horst Thiele im Eingangsbereich der Verwaltung. Begrüßt wurde ich mit den Worten: „Du kommst uns gerade recht!“. Das war Ende Januar, Anfang Februar 1991. Im Frühjahr folgten 36 Blankenfelder einer Einladung der Gemeinde, sich gemeinsam Gedanken über die Bildung eines Kulturvereins zu machen. Voller guten Willens wurden viele gute Gedanken von vielen Engagierten eingebracht. Der Kulturverein sollte, so war das gedacht, ein Manko in der neu gebildeten Verwaltung ausgleichen. Es gab kein Kulturamt. Es gab keinen Mitarbeiter für Kultur. (Das ist auch im Jahr 2011 so in der 26 Tausend-Einwohner-Gemeinde Blankenfelde-Mahlow.) Der Auftrag an den ehrenamtlichen Kulturverein war von Anbeginn, mehr als nur Organisator von Veranstaltungen zu sein. Der am 1. November 1991 aus der Taufe gehobene „Kulturförderverein Blankenfelde/Mahlow“, sollte zum Koordinator der Kultur werden. Koordinator hätte er werden können in der dauerhaften Korrespondenz mit der Gemeindeverwaltung von Blankenfelde und später Blankenfelde-Mahlow. Geworden ist der Kulturverein Blankenfelde in den zwei Jahrzehnten seiner Existenz ein Förderer der Kultur, wie es keinen vergleichbaren in der nördlichen Region des Kreises Teltow-Fläming gibt. Das ist ein dem Verein nicht mehr zu nehmender Erfolg.

Kaum aufzulisten ist, wer und was die Kontinuität des Kulturvereins möglich machte. In zwei Publikationen wurde zusammengefaßt, was in den beiden Jahrzehnten geworden ist. Im ersten Jubiläumsheft – „ZEHN“ – ist nachzulesen, wie intensiv die Aufbaujahre waren und wie wichtig es war, die höchst marode, vom Kulturverein so bezeichnete „Alte Aula“ zu übernehmen. Das die heute ein Begriff im Kreis ist, ist eine Leistung des Vereins. Eine Leistung vor allem des zweiten Jahrzehnts. Das reflektiert das zweite Jubiläumsheft – „ZWANZIG“ –, das jetzt veröffentlicht wurde. „ZEHN“ und „ZWANZIG“ sind Veröffentlichungen der Publikationsreihe „Blankenfelder Blätter“. Die existiert seit nunmehr elf Jahren. Innerhalb der Reihe erscheint das Jahr-Buch, dessen 12. Ausgabe ab 4. Dezember zu haben sein wird, wenn der Kulturverein sein 8. Adventsfest veranstaltet. Wenn er auch seinen inzwischen begehrten Blankenfelde-Kalender anbietet, der nun bereits zum siebenten Male da ist und zwölf großformatige Aufnahmen der heutigen GAGFAH-Siedlung präsentiert. Im Urteil der Interessenten bereits als „schönster Kalender“ ausgemacht.

Publikationen sind durchaus nicht die Hauptsache des Tuns des Kulturvereins. Langfristig werden sie das Bleibendste sein. Oder? Oder das Archiv zur Heimatgeschichte, das heute rund 60 Tausend Einheiten der unterschiedlichsten Art besitzt und erst seit sieben Jahren aufgebaut wird. Oder wird das Dauerhafte die Kunstsammlung sein, die inzwischen nahezu 600 malerische, graphische, zeichnerische, fotografische und plastische Arbeiten beherbergt? Das Dauerhafte könnte auch das Museum Blankenfelde sein, das am 2. Oktober 2010 in den Kellerräumen der „Alten Aula“ eröffnet wurde und seither tausende Besucher in der ersten Dauerausstellung „75 Jahre GAGFAH-Siedlung Blankenfelde“ empfing. Mit dem Museum wurde nicht nur die Sanierung, sondern die Gesamtgestaltung der „Alten Aula“ abgeschlossen. Zur Gestaltung gehört selbstverständlich der 2003/04 vom Kulturverein in alleiniger Verantwortung gestaltete Aula-Park. Der ist, unbestritten, die schönste gartenarchitektonische Anlage in Blankenfelde-Mahlow.

Danach gefragt, was der Kulturverein Blankenfelde ist, muß alles bereits Gesagte erwähnt werden, ohne damit gesagt zu haben, was der Kulturverein alles ist. Er ist auch das Antiquariat des Vereins. Ist die Galerie in drei Räumen. Die erste, ständige Galerie in der Geschichte der Gemeinde, die nun bereits seit mehr als einem Dutzend Jahren geöffnet ist . Die LEIGA (Leihgabengalerie) bietet vorwiegend professionellen Künstlern und seit einem Jahrzehnt (einmal im Jahr) auch Hobbykünstlern die Möglichkeiten des Ausstellens. Das ist einzigartig im Kreis. Der Kulturverein ist, nicht zu vergessen, „Schaut rein!“ – die halbjährliche Programmvorschau, mit der für die vielfältigen Veranstaltungen des Kulturvereins geworben wird. Grob gerechnet waren das in den zwei Jahrzehnten zirka 800 Veranstaltungen. Die aufwendigsten waren 2000 die zur 625 Jahr-Feier Blankenfeldes sowie die Heimatfeste im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. Nichts, was nur mal so nebenbei zu machen ist, gar nichts!

Zu machen ist alles nur, weil der Kulturverein Blankenfelde mehr als ein Verein ist. Weil er eine Institution ist. Wer die wirklich, also noch genauer kennenlernen will muß  „ZWANZIG“ lesen. Eine Publikation, in der auch das Publikum des Kulturvereins zu Wort kommt. Zwanzig Bürger äußern, was ihnen der Kulturverein Blankenfelde bedeutet. Zum Beispiel: Ein „Leuchtturm der Kulturarbeit in Teltow-Fläming“. Wer ist anderer Meinung?

Bernd Heimberger

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