Tränen und Entsetzen: Flörsheimer Pfarrer erbost über Fraport und Politiker

29. Oktober 2011
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Wer diesen untenstehenden Bericht aus Flörsheim (Flughafengemeinde Frankfurt) liest, dem sollte nun endlich mal ganz krass klarwerden das es nach der BER-Eröffnung nix wird mit: "Wird schon nicht so schlimm werden…"!  Die Försheimer haben die traurige Grausamkeit jetzt nun auf`s Bitterste schon erfahren müssen.

Wann wachen die vielen Menschen in Blankenfelde-Mahlow endlich wieder aus ihrem fast gleichgültig anmutenden Dämmerzustand auf! Jeder weiß, wer den Kampf aufgibt hat bereits verloren. Sind diese Menschen nun schon verloren? Haben sich diese Menschen etwa verloren? Vor einem knappen Jahrzehnt waren dies die Aktivisten und Streiter der ersten Stunden gegen diese unmenschliche und fatale Standortwahl in Schönefeld. Diese Menschen waren allein gelassen und verraten aber mit Biss und im aufrechten Gang eines mündigen Bürgers auf der Straße! 25.000 Menschen in dem am meist betroffenen Ort – wo sind sie geblieben? Vereinzelt sehe ich den einen oder anderen Unbeugsamen auf den Demos wieder. Wo sind aber die Anderen?

Ich muss diesen Bericht unter die Leute bringen, in der Hoffnung diese Menschen wieder erwecken zu können für Ihre Zukunft noch einmal die "Kriegsbemalung" aufzulegen. Wenn nicht für sich selbst, dann doch für ihre Kinder und Enkel!

Frank Deichmann

 

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6 Responses to Tränen und Entsetzen: Flörsheimer Pfarrer erbost über Fraport und Politiker

  1. Heike Saase
    30. Oktober 2011 at 15:41

    Ja,Herr Deichmann,

    ich kann Ihnen nur zustimmen.Die Lethargie und das Desinteresse der Blankenfelde-Mahlower und auch Diedersdorfer, als demnächst Schwerstbetroffene, ist mir völlig unverständlich. Bis auf eine Handvoll Leute wehrt sich niemand. Es scheint fast allen egal zu sein, das ihre Kinder nun in nicht funktionierenden Schallschutzkäfigen dahin vegitieren sollen, draussen in unerträglichen, krankmachenden Lärm spielen sollen und die Alten und Kranken, die sich tagsüber in dieser Zone aufhalten müssen, dem Terror nicht entrinnen können. Was ist da passiert, was ist da los? Ich weis es nicht.
    Mein Appell an ALLE: Wehrt euch endlich, bevor es zu spät ist! Es lohnt sich für die Gesundheit aller, insbesondere unserer Kinder auf die Straße zu gehen, Vereine zu unterstützen, die für euch schon jahrelang kämpfen. Wie wollt ihr euren Kindern erklären, das ihr nichts gegen den unerträglichen, bald auf uns zukommenden Lärm unternommen habt?
    Demonstrieren tut nicht weh! Fluglärm schon!
    Wer immer noch glaubt, „es wird schon nicht so schlimm“, dem empfehle ich, auf die website des BVBB -BVBB-EV.de- zu gehen und sich einmal den Bericht aus Flörsheim anzuschauen. Die Menschen dort haben erst seid einer Woche den Fluglärm, den wir bald zu erwarten haben. Ich habe geweint.

  2. Bernd Otto
    30. Oktober 2011 at 16:18

    Seit diesem Monat in Flörsheim und morgen rund um den BER (Filmbericht hr).

    Dieser Film muss einfach diese Menschen wachrütteln, welche heute noch glauben, so schlimm kann und wird es nicht werden. Hier haben Menschen sich ein Heim geschaffen, aus welchem sie nun mit Fluglärm-Gewalt vertreiben werden. Wobei festgestellt werden muss, die Hauptschuld trägt unsere Politik, welche sich dem Willen der Wirtschaft unterwirft, dabei aber völlig vergisst, dass sie als Diener des Volkes gewählt wurden und zuerst auf die Belange, wie z. B. dem Wohle und der Gesundheit des Volkes zu achten haben.

    Hier der Link zum Film
    http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachri…11028_1930_fluglaerm

  3. 30. Oktober 2011 at 19:16

    Lieber Herr Deichmann,

    danke für Ihren unermüdlichen Kampf/Einsatz, ihre guten Kommentare.

    Ich kann Ihnen sagen, was da mit den zukünftig Schwerstbetroffenen passiert ist – und was in Zukunft mit anderen zukünftig Betroffenen passieren wird:
    Das, was den Menschen gerade widerfährt, ist MOBBING. Eine Hiobsbotschaft jagt die nächste (bspw. die scheinbar willkürliche Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts). Man strampelt sich unten ab (Demonstrationen, Klagen etc.), während die da oben (auch ein schönes Bild im Zusammenhang mit dem Flughafen/BER) in keinster Weise davon tangiert werden und munter und lustig die menschenverachtendsten Dinge weiterplanen/ausführen sowie in ihrer Dimension vergrößern. Wenn ich die aktuellen Aufzeichnungen von Frankfurt/Main sehe, bin auch ich eher gedrückt als kämpferisch wachgerüttelt. Denn scheinbar bringt Auflehnung überhaupt nichts. Das hat die „Demokratie“ in diesem Land ganz hervorragend aus uns gemacht: ratlose, deprimierte Kaninchen.

    Die Reaktionen beim Mobbing: (Quelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=&id=110410&p=)
    „Wie beim Mobbing gibt es letztlich aber nur drei Möglichkeiten zu reagieren: Auflehnung, stilles Leiden oder Flucht. Aus Gründen des Selbstschutzes ist die Flucht aus dem System und damit die Weigerung, sich weiter als Opfer zur Verfügung zu stellen, die gesündeste Lösung.“

    Vielleicht ist dies auch ein Prozess:
    1. Auflehnung, dann
    2. Resignation und falls man dann noch die Kraft/Energie hat
    3. Flucht (Wegziehen).

    Vielleicht klappt es wieder, wenn wir sehr viel mehr werden auf den Demos, bspw. am 19.11. Wenn man sieht, man ist nicht allein… es ist unsere einzige Chance, wir müssen 100.000e sein.

    Ratlose und oft verzweifelte Grüße
    L. Bothe

  4. Andreas Steube
    16. November 2011 at 18:21

    Hallo aus dem verlärmten Flörsheim!

    Kämpft für eure Rechte bevor es zu spät ist! Wir erleben hier gerade die Hölle auf Erden und der Kampf fällt uns auf Grund der unsäglichen Belastung durch den Lärm immer schwerer und unsere Nerven liegen blank. Wer sich nicht vorstellen kann wie es ist in der Einflugsschneise zu leben, der stelle sich vor er stehe neben einer Baustelle mit Presslufthammer der alle 1,5 Minuten 30 Sekunden lang los legt, nur ist diese Baustelle das eigene zu Hause.
    Wir haben 14 Jahre lang gekämpft, doch dank Lobbiismus der Landesregierung, des damaligen Ministerpräsidenten und ehem.Fraport Vorstandschef Roland Koch (heute Bilfinger-Berger) und der Fraport AG konnten wir den Bau der Landebahn nicht verhindern! Es wurden Gesetzte und Richtlinien verbogen, geändert und gestrichen, die dem Bau im Wege standen!

    Auch wir werden am Wochenende nach Berlin kommen um an der Demonstration teilzunehmen und gemeinsam mit euch kämpfen! Denn jedes Urteil/Gesetz und jede Klage hilft uns allen weiter! Notfalls bis zur Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.

    Grüße aus Flörsheim

    Andreas Steube

  5. M. Friedrich
    17. November 2011 at 11:47

    Hallo Herr Steube,

    das schlimme daran ist: Wir Blankenfelde-Mahlower leben (!) in der Einflugschneise und das ändert sich nicht. Der BVBB kämpft seit 16 Jahren gegen den Standort und das aus guten und nachvollziehbaren Gründen. Sogar für die Leute die nichts davon wissen wollen (wem ist denn die Versagung des 24h-Betriebs u.a. zu verdanken ???) …

    Natürlich war er Flughafen schon immer da, nur die Taktfrequenz der Überflüge erhöht sich deutlich (mindestens verdoppelt wenn man beide SLB´s getrennt betrachtet, ansonsten mindestens vervierfacht !). Das ist simpelste Mathematik, aber den meisten hier einfach nicht beizubringen weil unseren achso tollen Volksvertreter Hoffnungen schüren, die mit einem einfachen Blick auf die Landkarte wegzuwischen wären….

    Das Schönefeld aktuell ein „Billigflughafen“ mit keinen nennenswerten Fernflügen ist sollte auch jeder wissen, also kommen die großen Langstreckenflieger erst aus Tegel noch zu uns (der Lärm ist nicht zu vergleichen mit den kleinen EasyJet Kisten die jetzt hier fliegen !)..

    Wie aussichtsreich die Volksinitiative Nachtflugverbot ist, sehen wir gerade in Berlin und ich wette das läuft in Brandenburg ganz genauso ! Warum auch nicht, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat den Herren ja den Rücken gestärkt, warum also auf´s Volk hören ?

    Aber klar, wird alles nicht so schlimm !

    Es wird so ähnlich wie bei Ihnen in Flörsheim laufen: der BBI/BER wird eröffnet, das ja nach jetzigen Planungen mitten in der Gartensaison 2012, dann werden 90% der Miteinwohner nicht schlecht staunen, dass sie tatsächlich von Politikern und Lobbyisten belogen wurden – oh Wunder !

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