Von Menschen und Hunden

3. Dezember 2011
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Apropos Hunde! Dazu gibt´s viel zu sagen. Vor allem über Menschen und Hunde. Menschen mit Hunden und ohne.

Muß man, Hundebesitzer oder nicht, wissen, was für ein Gemüt ein Fleischerhund hat? Hat er denn ein Gemüt? Muß wohl so sein. Wie sonst käme es dazu, davon zu sprechen, dass Menschen ein Gemüt wie ein Fleischerhund haben? Und, wenn das gesagt wird, sprichts kaum für die Feinfühligkeit der Menschen. So gesagt, spricht das auch nicht für die Sanftheit eines Fleischerhunds. Sehr zu unrecht? Und so den armen Hund Übles nachredend? Vielleicht weiß das nur der Fleischerhund. Der aber spricht nicht. Ganz im Gegensatz zu dem Menschen, dem nachgesagt wird, dass er ein Gemüt wie ein Fleischerhund hat. Also ein aalglatter Hund ist, dem man gar nicht beikommt? Oder ein armer Hund, der gar nichts an sich rankommen läßt?

Ein Gemüt wie ein Fleischerhund muß man haben, gestand eine Mitarbeiterin der Verwaltung von Blankenfelde-Mahlow bereits vor einigen Jahren. Das sagte einiges über Gebote und Verbote, die im Haus kursierten. Öffentlichkeit war nicht das Gewünschte. Schweigen, Verschweigen ist das Gewünschte. Erst recht seit sich die Staatsanwaltschaft Neuruppin offiziell um so manche sonderbare Entwicklungen beim Bau des Parkhauses, der Astrid-Lindgren-Schule, den Planungen für das Rathaus kümmert. Und das seit September 2009 ( ! ). Da hilft kein Schweigen, Verschweigen, Verdrängen, gar Verleugnen. Da muß man schon ein Gemüt wie ein Fleischerhund haben, um das zu verkraften. Das müssen die haben, die seit zwei Jahren auf Ergebnisse der Ermittlungen warten. Und erst recht die, die darauf warten, vor allem in der Verwaltung, das sich alle Ungereimtheiten im Nichts auflösen.

Nicht jeder hat das Gemüt eines Fleischerhundes. Offenbar auch nicht der Hundefreund Ortwin Baier, der gerade wiedergewählte Bürgermeister. Nach dem erneuten Auftritt der Staatsanwaltschaft in der Verwaltung (18. Oktober) hat der Bürgermeister das Haus gemieden. Über ein Kranksein, eine Erkrankung Baiers wurde kein Wort gesagt. Die Devise war Schweigen. Eine Woche, zwei Wochen, drei Wochen, vier Wochen, fünf Wochen. Eine Zeit vieler Vermutungen. Abermals nicht zum Vorteil der Verwaltung und des Stellvertreters des Bürgermeisters. Es ist keine Schande, krank zu sein. Es ist leichter, Rücksicht zu nehmen im Wissen um das Kranksein. Man muß schon das Gemüt eines Fleischerhundes haben, wenn das Menschliche keinen menschlichen Respekt mehr hat. Vielleicht ist das so, dass der Bürgermeister nicht das Gemüt eines Fleischerhundes hat. Vielleicht hat auch ihn krank gemacht, was in den letzten Jahren in der Verwaltung geschehen ist. Vielleicht muß er deshalb Abstand vom Amt halten. Am besten, so scheint’s, wenn er mit seinem Hund (kein Fleischerhund) spazieren geht. Um sich gesundheitlich zu stabilisieren. Was ihm wahrlich zu wünschen ist.

Bernd Heimberger

 

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