III Dokumentation einer Diffamierung

21. Dezember 2011
Von

„Nachwachsende Dummheit“

In Gedanken an, im Gedenken für Christa Wolf

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Wer gehört an den Pranger? Wer, wenn und warum? Der Mensch, der von Menschen an den Pranger gestellt wird? Die Menschen, die einen Menschen an den Pranger stellen? Es gehören die an den Pranger, die einen Menschen einer üblen Handlung beschuldigen, die er nicht begangen hat. Menschen, die keinen Beweis dafür haben, dass der Beschuldigte die Tat begangen hat, die sie zum öffentlichen Vorwurf machen.

Ich, Bernd Heimberger, habe keinen einzigen Buchstaben für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR geschrieben. Aus keiner Haltung heraus oder irgendeiner Funktion. Das wird für immer die einzig gültige Wahrheit sein, solange die Welt existiert. Was, vor allem inszeniert durch die CDU-Fraktion des Kreistages des Kreises Teltow-Fläming, in die Welt gebracht wurde ist die Unwahrheit. Sofern das zur Sache Veröffentlichte als die Wahrheit verstanden wird. Also, dass ich IM des MfS war.

In nicht zu zählenden Gesprächsstunden habe ich, wieder und wieder, Menschen ermutigt, jeder Werbung des MfS zu widerstehen. Ich weiß nicht, wieviele Menschen über mich für das MfS berichtet haben. Es waren wohl Dutzende. Das ist die nachweisbare Wahrheit. Mir ist jetzt, 2011, bekannt gemacht worden, dass ich als IMA der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS registriert war. Volkstümlich formuliert, war auch ich die mögliche, „eiserne Reserve“ des Ministeriums. Sollte das als eine Art der Ehre betrachtet werden? Nein, nein! Das kann ich nicht. Derartige Avancen nenne ich, für mich, unangemessen. Nun hinnehmen, dass Menschen auftauchen, um mich zu diffamieren, zu denunzieren, zu diskreditieren? Nein, nein! Das werde ich nicht! Abermals handeln vermeintlich Verantwortungsvolle verantwortungslos. Menschen, in deren Umgebung ich mich unwohl fühle. Menschen, mit denen ich keinen „Umgang“ haben möchte. Menschen, die mich sorgen. Meine Sorge ist, dass selbsterklärte Demokraten die Demokratie schädigen. Von christlichen Menschenverstehen und -verständigen will ich hier nicht reden. Christa Wolf hat von „Nachwachsender Dummheit“ gesprochen. Die ist nicht nur festzustellen. Wie sich gegen die verwahren? Sich wehren!

Ich fühle mich beschmutzt. Bin ich der Schmutzige? Sind die die Schmutzigen, die Schmutz anpacken und Andere beschmutzen? Für mich ist das so. So und gar nicht anders. Das wird so sein, solange ich lebe. Solange wird das wohl nicht mehr sein. Nie bin ich derart infam diffamiert worden. Nie. Von keinem Menschen. Von keiner Gruppe. Von keiner Institution. Infam diffamiert von Menschen, die sich selbstbewußt, selbstgewiß geben. Von Menschen, die, offensichtlich, ohne Selbstzweifel sind. Selbstzweifel zu haben heißt, Mut zu haben. Muß man diesen Mut den mutlosen Aktionisten einreden? Muß ich nicht. Nicht mal von ihnen erwarten.

Fazit: Das Leben an sich ist nicht schlimm. Schlimm ist, wie schlimme Menschen das Leben schlimm machen.

Bernd Heimberger

 

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8 Responses to III Dokumentation einer Diffamierung

  1. Thomas Breidbach
    23. Dezember 2011 at 22:20

    Sehr geehrter Herr Heimberger, ich wünsche ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest im Kreise der Menschen, die ihnen wichtig sind und die ihnen die Kraft geben, auch in Zukunft aufrecht durchs Leben zu gehen.
    Thomas Breidbach

  2. Andreas Kleeßen
    2. Januar 2012 at 07:48

    Sehr geehrter Herr Heimberger,
    ich bin mal wieder im klaerwerk-blog „unterwegs“. Bevor diese Wortwahl beanstandet wird:
    ich „surfe im Internet“.
    Ist schon lustig… ist es das?, wie HIER (steht, auch im folgenden, für klaerwerk-blog.de)eigentlich grosse und wichtige Sachverhalte aus dem vielfältigen politischen sowie alltäglichen Leben der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow an- und ? besprochen werden sollen.
    Für mein Empfinden geht es jedoch oftmals um „Drehung, Deutung, Wendung, Spiegelung…“ von Gesagtem sowie Geschriebenen.
    Ich kann nicht anders, ich muss Ihnen einfach einmal in Bezug auf Ihren Artikel „Nachwachsende Dummheit“ „den berühmten Spiegel vorhalten“!
    Stellen Sie sich einmal vor, Herr / Frau „X“ hätte DAS geschrieben. Oh, ooohh!!

    1.
    Eine angesehene Schriftstellerin in eigener Sache als Schutzschild (???) benutzen?
    Wie kann man nur…
    2.
    Zu: Zitat „Ich, Bernd Heimberger, habe keinen einzigen Buchstaben für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR geschrieben.“
    Hmmm… was ist mit: gesagt, berichtet, telefoniert…
    Hmmm… für das Ministerium… Was ist mit: an das Ministerium?
    3.
    Fragwürdig, dass immer und immer wieder Menchen zu ermutigen waren, nicht für das MfS tätig zu werden. Das klingt ja so, als ob diese Institution Flugblätter verteilt hat, Gespräche auf der Basis:
    „Ach herje, Herr Heimberger, das lag bei mir im Briefkasten! Was soll ich jetzt machen??“
    4.
    Würde jemand anderes Ihre Zeilen geschrieben haben, dürfte (sicherlich?) gesagt werden: „Getroffene Hunde bellen!“?
    Oder: „Nichtigkeiten widmet man keine Zeit!“.

    Ich persönlich finde es schade, dass den Menschen aus der DDR ihr Leben lang vorgehalten wird, förmlich gesucht wird, wie sie, den Umständen entsprechend, versucht haben ihr Leben einzurichten.
    Was wird heute alles für „Karriere“ getan??
    Was wird alles privat, politisch und beruflich getratscht, getan, gemobbt, um einen selbst voranzubringen??
    Wieviele Menschen sind heutzutage ihr eigenes „MfpS“ – Ministerium für private Sicherheit?????

    Ja, das wollte ich Ihnen einmal sagen.
    Vielleicht auch, um eigenes Vorgehen zu be- und überdenken.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Kleeßen

  3. Hannelore Pappschik
    2. Januar 2012 at 21:09

    Lieber Andreas Kleeßen,
    ich kenne Sie nicht als langjährige Blankenfelderin. Aus dem Telefonbuch kann ich Ihren Namen auch nicht ermitteln. Sind Sie Bürger der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow oder wollen Sie nicht unbedingt erkannt werden und schreiben unter Pseudonym? Kann ich mir aber eigentlich nicht vorstellen, dass Sie zu Denen gehören, die sich bei diesem Thema lieber im Unterholz abducken. Wie dem auch sei, trotzdem einige Anmerkungen zum Thema, obwohl es mir nicht ganz leicht fällt, dabei den Humor zu bewahren. Dafür ist in den letzten Monaten zu viel geschehen, was uns zum Nachdenken anhalten sollte. Ich muß hier nicht auf Ihre Fragen an Bernd Heimberger eingehen, aber die Fragen, wie Sie diese gestellt haben, entsetzen mich schon. Woher wollen Sie wissen, was Bernd Heimberger getan hat, was er nicht getan hat. Kennen Sie Bernd Heimberger?
    Ich will nur kurz an Doreen Schmalenberger erinnern. Was wurde Doreen Schmalenberger unterstellt: Sie soll für das MfS gearbeitet haben. Haben Sie gelesen, nachweislich, dass Doreen niemals für das MfS gearbeitet hat. Wenn Sie es gelesen haben, dann müßten Sie eigentlich Ihre humoristischen Einlagen für eine andere Satire aufheben, das finde ich nun gar nicht mehr lustig und befremdet mich schon.
    Wenn Bernd Heimberger sagt: „Ich habe keine Sekunde meines Lebens mit dem MfS für das MfS gearbeitet“ (für Sie als Surfer: Pressemitteilung, IV Dokumentationen einer Diffamierung) ist doch eigentlich für den zurechnungsfähigen Menschen das Thema „gesagt, berichtet, telefoniert“ abgehakt, oder?
    Wenn Sie hier in der Aufzählung eine Unvollständigkeit entdeckt haben, lieber Andreas Kleeßen, dann gehen Sie doch wenigstens mit gutem Beispiel voran – sonst kommt doch gleich wieder der Nächste um die Ecke mit seinen unausgeräumten Zweifeln: Was ist mit Morsezeichen? Was ist mit Blinkzeichen nach Anbruch der Dunkelheit?
    Ihre „humorvolle“ Einlage zu diesem Theam ist für mich einfach nicht so hinzunehmen. Wissen Sie überhaupt, was Sie hier geschrieben haben, ich glaube kaum. Dazu ist das Thema leider zu ernst. Ein Mensch hat dafür den Freitod gewählt. Doreen Schmalenberger konnte damit nicht umgehen, Sie konnte es nicht verkraften, was man Ihr unterstellt hatte. Haben Sie einmal darüber nachgedacht? Oder ist das alles schon wieder vergessen? Es wäre schlimm!

  4. Bernd Heimberger
    4. Januar 2012 at 13:18

    Wer ist Andreas Kleeßen? Ein Aufrechter? Ein Aufrichtiger? Weiß er was von Bernd Heimberger? Von Christa Wolf weiß er offenbar nichts! Von der Christa, die sagte: „Lauf nicht in jedes Schwert, dass die Staatssicherheit hingestellt hat!“

  5. Andreas Kleeßen
    24. Januar 2012 at 08:45

    Liebe Frau Pappschik,
    sehr geehrter Herr B. Heimberger,

    ich bin seit 23 Jahren Bürger der Gemeinde Blankenfelde (-Mahlow).
    Im Telefonbuch stehe ich nicht. Warum auch?
    Christa Wolf ist mir im übrigen sehr wohl bekannt…
    Das Thema Doreen ist mir als ungeheuer erschreckendes Erlebnis ebenfalls geläufig.

    Aber das ist es doch, was ich unverständlich (?) gemeint habe:
    „Mit den Mitteln des „Gegners“ kämpfen.“
    SIE kennen mich nicht.
    Statt nachzufragen, wird lieber mit Unterstellungen gearbeitet.
    Dies ist kein Deut besser, als die „anderen“ es leider bei Ihnen tun.
    Darauf wollte ich einmal hinweisen.
    Wenn der von mir aufgezeigte „Spiegel“ von Ihnen nicht akzeptiert wird,
    oder zumindest zum nachdenken anregt – schade!!
    Ich kenne Sie, Herr B. Heimberger, eher als „Fakten-Mensch“.
    Bleiben Sie bitte dabei!!

  6. Gerrit Schrader
    24. Januar 2012 at 15:46

    Lieber Herr Kleeßen, vielleicht hilft Ihnen das weiter: „Aus diesem Grund sei es fahrlässig, die in den Rosenholz-Dateien registrierten Abgeordneten pauschal als Stasi-Spione oder Zuträger zu bezeichnen, betonen BStU-Experten. Die HVA habe in ihren Akten nicht zwischen Zuträgern und Betroffenen unterschieden“ (http://www.focus.de/politik/deutschland/rosenholz-dateien_aid_112990.html). Im Klartext: In einer Konstellation wie bei Heimberger, mit einem Eintrag in der Rosenholz-Datei, aber ohne weitere auffindbare Dokumente, lautet die offizielle Vorgabe der Behörde, dass es sich bei diesen Personen um Opfer und nicht etwa um Täter handelt, da sie von der Stasi ohne Wissen abgeschöpft wurden.

  7. Hannelore Pappschik
    24. Januar 2012 at 17:33

    Lieber Andreas Kleeßen,
    ich wollte eigentlich nicht mehr auf Ihre Bemerkungen eingehen. Ich weiß, ehrlich gesagt nicht, was Sie sagen wollen. Klare, unmißverständliche Worte dazu hat Gerrit Schrader hierzu geschrieben. Dem ist nichts hinzuzufügen.
    Für mich wirklich nicht wichtig, ob Sie im Telefonbuch stehen oder nicht. Dies Feststellung tat ich nur deswegen, weil es in letzter Zeit häufig vorgekommen ist, dass es annonyme „Schreiberlinge“ gab und noch immer gibt. Welche Unterstellungen meinten Sie? Was soll ich bei Ihnen nachfragen, akzeptieren? Sie haben sich doch eindeutig und maßlos über Bernd Heimberger ausgelassen oder sehe ich das verkehrt? Ihre Feststellung „mit den Mitteln des Gegners kämpfen“, ist für mich eine Darstellung, wie ich diese nicht so in meinem bisherigen Leben kenne und auch nicht anwenden würde. Halten Sie sich bitte nur an Tatsachen und Fakten bevor Sie Ihre Belehrungen andere Personen aufdrängen.

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