Grab Schaufeln

24. Januar 2012
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Dass die Geduld von Matthias Stefke, des Fraktionsvorsitzenden der Wählergemeinschaft des BVBB in der Gemeindevertretung von Blankendfeldes-Mahlow, ständig überfordert wird, ist gut zu verstehen. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses, am 19. Januar 2012, brachte Stefke zum xten Male den einzig denkbaren Zukunfts-Flughafen Berlin, also Sperenberg, ins Gespräch. Wie stets abwehrende Gesichter der Verwaltungsführung. Wie stets Hohn in Gesichtern von Gemeindevertretern. Und, wie so oft, das dümmliche Argument, dass an der Realität des Flughafens Schönefeld nun sowieso nichts zu ändern ist.

Ich kenne das beschämende, bestürzende Argument. Kenne es seit Mitte der neunziger Jahre, seit uns die fatale Nachricht von „Konsensbeschluß“ erreichte, der die Entscheidung für Schönefeld signalisierte. Ich habe in den neunziger Jahren – von der „ZEIT“ bis zur „Berliner Zeitung“ – wiederholt Artikel zur Sache publiziert. Ich habe gut begründet auf das mögliche Werden der „größten Geräuschmülldeponie Deutschlands“ hingewiesen. Niemand nahm das ernst, ernst genug. Niemand, zunächst! Jeder Tag hätte ein Tag in dem Bemühen sein müssen, den Beschluß zu annullieren. Jeder Tag!

Wenn nun die Inkonsequenten abermals laut werden und meinen, dass ein eindeutiger, entschlossener Widerstand gegen Schönefeld derzeit weder möglich noch nötig ist, müßte uns allen ein Schauer des Entsetzens über den Rücken gehen. Wann sollen wir uns, jetzt, gegen Schönefeld wehren? Wann? Wenn die Flugzeuge von der dritten Startbahn starten? An jedem Tag, den der Herrgott werden läßt, müssen wir dem Großflughafen das Grab schaufeln. Das bedeutet auch, konsequent die zu brandmarken, die den Ausbau von Schönefeld mit möglich machten. Das sind die, die nun nicht wirklich Willens sind, den Großflughafen zu verhindern.

Bernd Heimberger

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3 Responses to Grab Schaufeln

  1. Frank Deichmann
    30. Januar 2012 at 15:37

    Die Untätigen beweihräuchern sich weiterhin und unerlässlich in ihrer Inkonsequenz zu Tode!

    Ein Gemeindevertreter, der sich bereits mit einem Zustand abgefunden hat, der größtes Leid über seine Gemeinde – also die ihm anvertrauten Menschen – bringen wird und schlussendlich in Untätigkeit verharrt ist ein Schaf in einer blökenden Herde, welches mit rennt und lebt um seinen Schlächter zu erwarten! Ein Gemeindevertreter der jedoch auch noch die Tätigen zur Untätigkeit zwingt ist mit Abstand das dümmste Schaf der Herde. Sofern das die Herde nicht selbst erkennt, hat es nur die dummen Schafe verdient.

    Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht nämlich bereits einen zweiten (Konfuzius).

  2. Frank Deichmann
    30. Januar 2012 at 17:48

    Während dessen alle demokratischen Parteien in der Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick gemeinsam einen Antrag zur jüngsten Entscheidung des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung einbringen, duckmäusern sich in Blankenfelde-Mahlow – der zukünftigen „Lärm-Hauptstadt“ Deutschlands die Gemeindevertretungen dieser Parteien in gesellschaftsfeindlicher Feigheit vor der Verantwortung zu einem klaren NEIN und gegen den Ausbau des falschen Standortes!

    Eine Schande für die Zukunft der Gemeinde deren soziale und gesellschaftliche Entwicklung damit einen latenten Niedergang vollziehen wird! Die, die es sich leisten können werden Blankenfelde & Mahlow verlassen. Flughäfen beschäftigen vorrangig Menschen aus dem Biolliglohnsektor, was zwangsläufig und dauerhaft zu einem wirtschaftlichen Knick führen wird und das Ausbluten von Blankenfelde und Mahlow besiegelt.

    „Die Bezirksverordnetenversammlung aller Fraktionen von Treptow-Köpenick missbilligt die Entscheidung des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung über die Routenführung des neuen Flughafens in Berlin-Schönefeld, die auf Grundlage der Anforderungen des Flughafenbetreibers und damit der Eigentümer entstanden ist!“

    http://www.spd-treptow-koepenick.de/index.php?nr=6844&menu=4

    In Blankenfelde träumt man weiter noch den Dornröschenschlaf und lässt sich dafür im Sommer dann von den Düsenfliegern wach küssen. Romantik in stärkst betroffenen Gemeinde Deutschlands.

  3. Hannelore Pappschik
    30. Januar 2012 at 20:32

    Lieber Frank Deichmann,

    Sie haben in wenigen Sätzen unmißverständliche Worte geschrieben. Sie haben in wenigen Sätzen gesagt, was zum Thema Flughafen gesagt werden muß. Schlimm, nur einfach schlimm für uns Blankenfelder-Mahlower, so wird es kommen. Wenn dann noch ein Gemeindevertreter belächelt wird hinsichtlich seiner Forderungen, dass grenzt dann schon an bodenloser Frechheit und Verantwortungslosigkeit. Niemals dürfen wir den Kampf aufgeben in der Hoffnung, dass wir letztendlich doch noch etwas erreichen können.Leider ist, was in Treptow-Köpenick missbilligt wird, noch lange kein Thema für Blankenfelde-Mahlow. Ich sage bewußt, leider. Die vergangenen Jahre lehrten es uns. Ich möchte nur ein Beispiel nennen, wie „ahnungslos“ unsere Gemeindevertreter und die Verantwortlichen unserer Verwaltung mit diesem Thema umgehen. Die Astrit Lindgren Schule wurde durch An- Neubauten vergrößert. Für mich ist es ein Verbrechen, dass man diesen Schulstandort erweitert hat. Ich bin froh, dass meine Enkelkinder nicht in dieser Schule gehen müssen. Der Gedanke, genau über diese Gebäude starten und landen die Flugzeuge unmittelbar in geringer Höhe, grauenvoll. Man darf nicht weiterdenken, wenn…! Für mich sind solche Entscheidungen nicht hinnehmbar und verantwortungslos. Ich zweifle wirklich an das Verantwortungsbewußtsein Derer, welche dafür Ihre „Ja-Stimme“ gegeben haben. Aber Sie haben es ja gesagt: „Die Untätigen beweihräuchern sich weiterhin…“. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

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