Kunkelfreundlicher Kompromiß

4. April 2012
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Zu TAGESSPIEGEL vom 04.04.2012 "Frankfurter Airport droht dauerhaftes Nachtflugverbot":

Ich finde es sehr erfreulich, dass der Flughafensprecher Herr Ralf Kunkel für den BER einen anwohnerfreundlichen und ausgewogenen Kompromiss gefunden haben will, allerdings leider ohne die Zustimmung der etwa 500.000 betroffenen Anwohner! Glauben die Flughafen-Betreiber ernsthaft, dass sie bestimmen können was anwohnerfreundlich ist und was ein ausgewogenen Kompromiss ist oder dürfen wir auch noch dazu etwas sagen? In der kleinen DDR wird vielleicht von oben bestimmt, was die Anwohner freundlich finden. Man sollte aber nicht vergessen, dass die Bürger der DDR auf friedlichem Wege eine Diktatur zu Fall gebracht haben; was ist dagegen eine Landesregierung, die gegen GG Art 2 und die Interessen der ihnen anvertrauten Bürger handelt?

In Frankfurt und Umgebung dürfen die Menschen nun wenigstens sechs Stunden schlafen, was auch noch zu wenig ist. Hier Kunkelfreundlich allerdings nur fünf Stunden und das auch nur mit Unterbrechungen.

Auch besonders anwohnerfreundlich sind die inzwischen äußerst kläglich erfolgten Lärmschutz-Maßnahmen! Auch hier wurde gegen die betroffenen Menschen getrickst.

Wenn jetzt jemand glaubt, dass der Widerstand der freundlichen Anwohner nun erlahmt, so irrt sich der gewaltig. Jetzt geht es erst richtig los!

Peter Abend, Mahlow

 

 

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3 Responses to Kunkelfreundlicher Kompromiß

  1. M. Friedrich
    5. April 2012 at 08:04

    Im Radio hat unser allseits beliebter Herr Kunkel sogar zum Besten gegeben, dass es am BER eben diesen erwähnten anwohnerfreundlichen Kompriss gibt, der Starts und Landungen zwischen 23.00 Uhr und 5.00 Uhr verbietet (NEIN, ich habe mic nicht verschrieben !). Kurz vor der Leitplanke zum Stehen gekommen musste ich mich fragen: "Hab ich was verpasst ?"
    DÜRFEN wir jetzt 6 Stunden schlafen ? Mir ist neu das bereits ab 23 Uhr keine planmäßigen Starts und Landungen mehr zulässig sind (Zitat aus diesem Radiointerview !). Versucht man wieder die Anwohner zu beruhigen ? Frei nach dem Motto: "Die Hessen haben Das gleiche wie wir und sind glücklich ?" Da Kunkel ja persönlich diese Stellungnahme abgab, kann man das diesmal nicht auf schlechte journalistische Arbeit schieben ! Als Zuhörer der Urteilsverkündung im letzten Jahr in Leipzig habe ich sofort in meinen Notizen gewühlt und musste feststellen: Nö, da bringt der Herr wohl (mal wieder) etwas durcheinander !

  2. Gerrit Schrader
    5. April 2012 at 10:28

    Ganz genau, Herr Abend. Jetzt geht es erst richtig los. Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinen bisherigen Entscheidungen klar gemacht, dass Fragen des Standorts (O-Ton: "entzieht sich der Nachprüfbarkeit des Gerichts") und der Gestaltung des Nachtfugs in erster Linie politische Entscheidungen sind. Die Politik hat aber in der Frage des BER einen Fehler gemacht, was auch niemand wirklich mehr bestreitet. Jeder weiß, der Standort ist falsch. Nun kommt es also auf die Hundertausend mehr oder weniger Betroffenen an, die Politik zu einer Korrektur ihrer Fehlentscheidung zu zwingen. Um Schöenfeld darf es für die Politik so lange keine Ruhe geben, bis Platzeck & Konsorten ihren Fehlentscheidung korrigieren.

  3. Der Beobachter
    8. April 2012 at 18:24

    Ach Herr Abend,
    das sind doch keine Bodenschwellen auf der Arcostraße oder ein Kegelabend ihrer "Waldblick-Initiative".
    Beim Flughafen sind Profis am Werk, keine "berufenen" Lokalpolitiker auf Stammtischniveau.
    Außerdem brauchen _Sie_  als Waldblicker sich nun wirklich nicht aufzuregen, bei den drei Flugzeugen die über Waldblick fliegen.
    Der Beobachter sieht alles.
     

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