Verhöhnung: 17 Millionen Euro für zusätzlichen Schallschutz

20. April 2012
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Die heute nach der Aufsichtsratssitzung verkündete  Erweiterung des Schallschutzes ist eine Verhöhnung der Lärmopfer des BER "Willy Brandt", stellt der BVBB in einer aktuellen Presseerklärung fest. .

Durch die Bereitstellung von weiteren Mitteln in Höhe von 17 Mio. für den Schutz von Wintergärten und Wohnküchen will man davon ablenken, dass man die Bürger um ihre rechtlich zustehenden Ansprüche bringen will. Mindestens weitere 500 Mio. müssten aufgebracht werden, um die Bürger angemessen zu schützen. Stattdessen versucht die Flughafengesellschaft mit Billigung des Aufsichtrates dreist durch Einreichung eines verlogenen Klarstellungsantrages eine Planänderung zu erwirken,  um mind. 6000 Betroffene im Tagschutzgebiet um ihren Entschädigungsanspruch in Höhe von 30% vom Verkehrswert ihres Grundstücks zu betrügen.

Ministerpräsident Platzeck (SPD) und  Finanzminister Markov (Linke) feiern sich unterdessen für ihren langen Kampf dafür, dass „alle Möglichkeiten zur Lärmreduzierung für die Anrainer des Flughafens genutzt und ausgeschöpft werden“. Dies ist an Menschenverachtung und Zynismus nicht zu überbieten. Denn was sie verschweigen: Tatsächlich wurden 43 Mio. gegenüber der internen Planung am Schutz der Bürger eingespart!

Bereits 2005 hatte die Flughafengesellschaft  Investitionen in Höhe von 200 Mio. für Entschädigungsmaßnahmen und betreffenden Lander-
werb  eingeplant, wie aus einem als „Streng  vertraulich“ deklarierten Do-kument der Flughafengesellschaft hervorgeht, das dem BVBB vor-
liegt. (2005_bbi_laermschutzkosten_mit_200_mio_euro_veranschlagt)

Nach Schätzungen des BVBB betragen allein die Mehrkosten für die Durchsetzung des 2006 gerichtlich bestätigten Tagschutzziels etwa 200 Mio. Euro. Um diese Ansprüche wollen Platzeck und seine Landesregierung die Bürger jetzt berauben. Während sich die Politik und die Gesellschafter des Flughafens einen satten zusätzlichen Schluck  aus der Pulle in Höhe von 185 Mio. für den Bau des Regierungsflughafen genehmigen, wird am Schallschutzprogramm für die betroffenen Bürger gespart „bis es quietscht“ , wie Aufsichtsratsvorsitzender Wowereit (SPD) zu sagen pflegte.(PM BER 2012-04-20 Schallschutz wird besser und bürgernäher)

Ganz offensichtlich ist der Flughafengesellschaft das Geld ausgegangen und nun wird versucht, den Betrug an den betroffenen Bürgern scham –und skrupellos weiter fortzusetzen. Das von Platzeck 2006 großmäulig verkündete "Bündnis am Boden" offenbart sich nun als Versuch, jene, die durch die Flughafenpolitik von Berlin und Brandenburg "am Boden liegen", noch mit Füßen zu treten. Willy Brandt würde sich Grabe umdrehen, wenn er wüsste, welch Schindluder mit seinem Namen getrieben wird.

Kristian-Peter Stange
BVBB-Pressesprecher

 

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5 Responses to Verhöhnung: 17 Millionen Euro für zusätzlichen Schallschutz

  1. Sigrid Zentgraf-Gerlach
    20. April 2012 at 22:15

    Man kann Herrn Stanges Ausführungen und Bewertungen einfach nur beipflichten. Jedem Satz, auch noch absolut  jedem Komma und jedem i-Punkt!

  2. Fam. Wegner - Mahlow
    21. April 2012 at 07:25

    Flughafen betrügt weiter…
    "Besser und bürgernäher"? – Weltfremd, menschenverachtend und geizig!!! Wir kämpfen um jedes Fenster und diese Haltung hat der Flughafen schon immer gehabt und wird auch nicht plötzlich damit aufhören.  Telefonate, Faxe, Emails werden erst gar nicht beantwortet. Wenn sie 3 Briefe schreiben, bekommen sie frühestens nach 6 Wochen eine Antwort!! Das ist die Praxis. In der Presse redet es sich der Flughafen schön. Eine Aufstockung um 17 Mili. ist gar nichts. 40 Millionen sind ausgegeben, 5 Proz. sind gesamt fertig. Jetzt stehen 157 Mill gesamt zur Verfügung. Das reicht hinten und vorne nicht.
     
    Zum gesundheitlichen Aspekt. Ich und mein 8jähriger Sohn haben bereits chron. Asthma bronchiale bekommen und sind zu 30 und 40 Proz. behindert (Versorgungsamt). Alles durch die direkten Überflüge und die Kerosinabgase.
     
    Fam. Wegner, Mahlow.

  3. Helmar Loske
    7. Mai 2012 at 15:00

    Blanker Hohn !!
    Die Einen wollen, dass die Bewohner der betroffenen Gemeinden in der Zeit vom 24.05.-03.06.2012 schwarze Trauerbänder an ihren Autos, Fahrrädern und Häusern befestigen um ihren Unmut zum Ausdruck zu bringen
    und unser Bürgemeister Baier übergibt persönlich Einladungen für die Eröffnungsfeier des Problem-Flughafens am 24.05.2012.
    Als Bürgermeister der meist betroffenen Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, hätte es ihm zugestanden, die Feier zu boykottieren.
    Aber nein, es wird so getan, als ob dies ein Fest zum Jubeln wäre.
    Schade, schade.
    Bitte, bitte liebe Mitbewohner macht bei der Aktion "schwarze Bänder "  mit und bringt so Euren Unmut und Eure Traurigkeit zum Ausdruck !!  Danke.
     
     
     

  4. Bernd Heimberger
    8. Mai 2012 at 12:22

    Lieber Herr Loske,
    Jeder, auch jeder, müßte Trauer tragen. Der Aufruf zur Aktion "Schwarze Bänder" ist ein Aufruf an Alle. Und, wie reagieren die Medien? Sender, Zeitungen. Die hätten eine Meldepflicht. Probieren Sie wieviel Pflicht den Medien Verpflichtung ist.

  5. 28. Oktober 2013 at 17:16

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