Suggerierte Sicherheit

29. April 2012
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Wie es aussieht, ist Bürgermeister Ortwin Baier (SPD) inzwischen dazu übergegangen, im Amtsblatt/Lokalanzeiger (Ausriss aus Lokalanzeiger v. 18.04.2012) über ausgewählte Ermittlungsverfahren zu seiner Person zu infomieren. Natürlich verschweigt er, dass Ferdi Breidbach Widerspruch eingelegt hat gegen die Einstellungen der Ermittlungen gegen seine Amtsherrlichkeit und schon von daher Zurückhaltung über den endgültigen Ausgang der Sache angeraten wäre. Natürlich verschweigt er, dass er unlängst in einem anderen Rechtsstreit mit Ferdi Breidbach schon einmal was vom Gericht auf die Badehose bekommen hat. 
So vollständig muss die, mit öffentlichen Geldern finanzierte, Information des staunenden Publikums nun auch wieder nicht ausfallen. Weiter so. Auf diese Art und Weise kann er sich vielleicht doch noch zu einem redlichen Menschen hochstilisieren. Falls ihm die Staatsanwaltschaft keinen Strich durch die Rechnung macht, wie seinen Parteifreunden Heinrich Scholl (
Auszug aus MAZ v. 18.4.2012) und Peer Giesecke. Hier ein Kommentar von Bernd Heimberger:


 

Lesen Sie alles, was Ihnen da an Gedrucktem in den Briefkasten gedrückt wird? Ich nicht! Da kanns schon mal geschehen, dass man das Wichtigste vom Wichtigen übersieht. Oder das, was die Medien, was einige Menschen für wichtig beziehungsweise das Wichtigste halten.
Es kann schon sein, dass ich was im „Amtsblatt/Lokalanzeiger“ der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow überschlagen habe. Ich erinnere mich wahrlich nicht, etwas von einem gerichtlichen Schlagabtausch der Herren Ortwin Baier kontra Ferdi Breidbach gelesen zu haben. Was hätte das auch in einem gemeindlichen Amtsblatt/Lokaöanzeiger zu suchen? Rein gar nichts! Nun hat die Gemeinde-Gazette hervorgehoben platziert: „Ermittlungsverfahren gegen Bürgermeister eingestellt“. Deklariert als „Information des Bürgermeister“. Also hat der Bürgermeister seinen privaten Rechtsstreit in einer kommunalen Publikation breitgetreten. Was hat das in einem Amtsblatt/Lokalanzeiger zu suchen? Auch: Rein gar nichts! Da nimmt der Bürgermeister sein Amt für ein Recht in Anspruch, das er nicht hat. Nun wollen wir den Amtschef mal nicht des Amtsmißbrauchs bezichtigen.
Bloß das nicht! Es ist sowieso soviel Mißverstehen. Das bringts mit sich, dass ich binnen dreier Stunden dreimal mit der Bemerkung beglückt wurde: „Na, nun ist das Verfahren gegen den Bürgermeister ja eingestellt!“ Im Sinn hatten die Leute ein ganz anderes Verfahren. Das Verfahren wegen Korruption, in dessen Verlauf die Neuruppiner Staatsanwaltschaft für Korruption seit September 2009 (!) ermittelt.
Ungenau gelesen, liebe Leute? Ungenau gelesen! Da werden Gewißheit und Sicherheit suggeriert, die es nicht gibt. Die sich der Bürgermeister wünscht. Verständlich. Wenn das man koscher ist!

Bernd Heimberger

Ausriss aus Amtsblatt-Lokalanzeiger Blankenfelde-Mahlow vom 18.04.2012
 

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