Niedere Beweggründe

9. Mai 2012
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Die Tagesordnung der heutigen Sitzung des Gemeindeparlaments ist umfangreich (Tagesordnung Sitzung der Gemeidevertretung am 10.05.2012).
Im nichtöffentlichen Teil möchte Bürgermeister Ortwin Baier (SPD) nun auch offiziell alles klar dafür machen, dass der Vertrag des WOBAB-Geschäftsführers Thomas Bachmann (MAZ 9.5.12 – 65 Quadratmeter Ruhe) nicht über den 30.03.2013 hinaus verlängert wird. Zu diesem Zweck hat er eine Informations- und Beratungsvorlage zusammengestellt, die wiederum klaerwerk aus einer ganz erstaunlichen Himmelsrichtung übergeben wurde. Interessanterweise gibt es inzwischen auch außerhalb der drei Bürgerfraktionen Volksvertreter, die angewidert davon sind, wie der Beschuldigte Ortwin Baier munter weiter die Strippen zieht – so, als würde die Staatsanwaltschaft gegen alle möglichen Personen im Zusammenhang mit einer Vielzahl von strafbaren Handlungen zum Nachteil der Gemeinde ermitteln, nur nicht gegen ihn selbst, seinen Baudezernenten und die Vorsitzende der CDU-Fraktion, Regina Bomke – zum Beispiel. 
In einem Konvolut von 109 Seiten, dass den Gemeindevertretern erst letzte Woche zu ging, glaubt er, alles Belastende gegen den WOBAB-Geschäftsführer zusammengetragen zu haben. Womit einmal mehr deutlich wird: Leider ist die Art und Weise, wie die Amtsperson Baier ihr Amt nicht ausübt, alles andere als harmlos. Je mehr Papier, desto besser kann man die eigentlichen Interessen verbergen. Nach dem Willen von Baier soll die "Personalangelegenheit WOBAB" dieses mal jedoch nicht in der Märkischen Allgemeinen Zeitung abgehandelt werden – wie im Fall Doreen Schmalenberger – sondern im nichtöffentlichen Teil der heutigen Sitzung unter unter TOP 45, schätzungsweise gegen 23.30 Uhr. 
Es wird interessant sein, zu beobachten, was sich zwischenzeitlich bei einer Mehrheit der Gemeindevertreter in Sachen Lernkurve getan hat, nachdem sie sich seinerzeit von Baier in die falsche Richtung schicken ließen (IfkBB-Beratervertrag/Karlheinz Müller, Leiter des Vergabeausschusses der Brandenburgischen Ingenieurkammer – "gewaltig, Egon")  Zu mal der WOBAB-Geschäftsführer wegen der Gründe für den damaligen Rückzug der WOBAB aus dem Projekt Rathausneubau ein unangenehmer, wenn nicht gefährlicher Zeuge für den Beschuldigten, Bürgermeister Baier, sein dürfte.
Ein Rathaus kann man nicht günstiger bauen als mit der eigenen, kommunalen Baugesellschaft. Warum also hat Bürgermeister Baier den WOBAB-Geschäftsführer Bachmann nicht auf der Stelle entlassen, als dieser das Rathausprojekt zurück gab. Weil er dessen Argumenten nichts entgegen zusetzen hatte? Bachman hat mit diesem Schritt Schaden von der WOBAB abgewendet - während Baier die Gemeinde mit erheblichem Schaden überzogen haben dürfte. Aber greifen wir den  Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht vor..
Zeit für tabula rasa. Bachmann muss endlich von seiner Schweigeverpflichtung durch die Gemeindevertretung entbunden werden und Auskunft geben dürfen zu dem, was er Baier damals mit auf den Weg gegeben hat. Die Bürgerfraktionen fordern dies jedenfalls nicht erst seit heute. Auskunft geben natürlich auch zu den Vorwürfen, die der Beschuldigte Baier sich hier einseitig zusammen gebastelt hat. Frei nach dem Motto: "Ihr müßt mir auch in dieses Mal nur folgen, dann wird alles gut."   

Auch wenn im Moment noch ungewiss ist, ob die Amtszeit von Bürgermeister Ortwin Baier nicht sehr viel früher endet als der Anstellungsvertrag von WOBAB-Geschäftsführer Bachmann – vorab gilt der Dank von klaerwerk Ortwin Baier für die umfangreiche Zuarbeit. So können unsere Leser diese künftig immer wieder ins Verhältnis setzen zu einem der zehn biblischen Gebote das da lautet: "Du sollst nichts Unwahres über deinen Mitmenschen sagen!" Zunächst jedoch werden wir gründlich recherchieren und die Ergebnisse in loser Folge online dokumentieren. Apropos online dokumentieren: Kurz vor Fertigstellung diese Beitrages erreichte uns noch eine wichtige Nachricht aus der chinesischen Stadt Luzhou, die ganz gut zum Komplex "Nichtöffentlichkeit, Vertraulichkeit, Geheimhaltung" passt, welcher den Beschuldigten Baier, Sonntag, Bomke aus verständlichen Gründen so sehr am Herzen liegt. Aber lesen Sie bitte selbst:  

Jörg Blunk

 

  

 

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3 Responses to Niedere Beweggründe

  1. Gerrit Schrader
    10. Mai 2012 at 08:49

    Es ist widerlich, wie ein engagierter Geschäftsführer hier kalt abserviert werden soll. Die Bürger in Blankenfelde-Mahlow haben Herrn Bachmann viel zu verdanken. Geradezu eine Augenweide ist das von der WOBAB umgestaltete Neubaugebiet in der Käthe-Kollwitz-Strasse, für das es folgerichtig auch eine Auszeichnung vom Land Brandenburg gab. Ebenso die Musterwohnung zu den Schallschutzmassnahmen, die selbst mehrfach von Vertretern der Landesregierung und des Landtags besucht wurde. Herr Bachmann hat hier Pionierarbeit für alle Bürger von Blankenfelde-Mahlow geleistet. Es ist sein Verdienst, dass der Potsdamer Landtag beschloss, Schalldämmlüfter mit Wärmerückgewinnung für alle Bürger einsetzen zu wollen. Offensichlich passt ein denkender Kopf nicht in die politische Landschaft von Blankenfelde-Mahlow. Für die berufliche Zukunft von Herrn Bachman sehe ich bei diesen Erfolgen keine Probleme, ob aber die Gemeinde noch einmal ein solchen Geschäftsführer findet, wage ich zu bezweifeln.

  2. Thomas Breidbach
    10. Mai 2012 at 12:26

    Auch die Mieter der WOBAB werden wissen, welchen Wert die Arbeit von Herrn Bachmann für ihr Lebensgefühl und ihren direkten Lebensraum hat. Kann man diese nicht über die Absicht von Baier informieren und eine Einwohnerversammlung abhalten? Ich glaube dort wohnt ein erheblicher Anteil der Wählerschaft von SPD und Die Linke, ohne die ein erfolgreicher Geschäftsführer wie Herr Bachmann in unserer Gemeinde nicht "entsorgt" werden könnte. Ein Skandal!
    Ich kann nur hoffen, dass Herr Bachmann die Nerven behält. Was er trotz massiver Eingriffe von Baier mit ungeheurer Energie für die Mieter und dem aus-/ansehen der Gemeinde geleistet hat ist vorbildlich.

  3. Gerrit Schrader
    11. Mai 2012 at 12:01

    Ich sehe das ähnlich wie mein Vorredner. Die Forderung kann deshalb nur lauten, dass der Bürgermeister Baier die Mieter der WOBAB abstimmen lässt, ob sie eine neuen Geschäftsfüher wünschen oder nicht.

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