Konfrontation statt Kooperation?

23. Mai 2012
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Ich kenne niemand. Niemand, der scharf darauf wäre zu wissen, was es Neues und Näheres über die Flugrouten der Flugenten zu erfahren gibt. Ich kenne einige, die lassen die Flugrouten nicht kalt. Klar, die der Himmelsbusse, die irgendwann von Schönefeld aus in alle Welt düsen wollen. (Glauben Sie nicht?) Ich kenne keinen aus der Truppe der vorüberziehenden Politiker, die, in Sachen Schönefeld, den Charakter und die Courage gehabt hätten zu gestehen: Da hab ich mal ordentlich auf den Pudding gehauen!

Stilistisch, inhaltlich hätte das gut zu Platzeck gepaßt. Hat sich was! Als er sich erstmals in der Angelegenheit räusperte, wisperte der Umweltminister des Landes Brandenburg, dass Schönefeld   u n d e n k b a r  ist. Als Standort für einen „Großflughafen“. Immerhin: Damals dachte er noch! Wie sein Herr, der Ministerpräsident Manfred Stolpe. Der hatte Schönefeld als Zwischenlösung auf der Pfanne, als ihm – wie hießen die? – Diepgen und Wissmann, die Daumenschrauben ansetzten. Stolpe kam mit einem blauen, nicht zerquetschten Daumen davon. Anno 1996. Dass der Regierende von Berlin und der Bundesverkehrsminister überhaupt wußten, welches Schönefeld im Schwange war, ist nicht gewährleistet. Hat man so gehört. Vielleicht hat sich wer nicht klar genug ausgedrückt. Vielleicht war das tiefer im Osten, bei Jüterbog, gelegene Schönefeld gemeint. Vielleicht ist alles nur ein erständnisproblem. Oder darf sich in der Politik keiner mehr irren? Lassen wir das! Sonst hätten wir eine weitere schlaflose Nacht.

Ich kenne viele, die haben schon lange nicht nur einmal eine schlechte Nacht. Wegen die Flieger, die jetzt zu jeder Nachtzeit übers Dach rattern (ungedämmt), Fensterscheiben zum Klirren bringen (ohne Schallschutz). Allen Protesten zum Trotz. Nicht nur der Proteste wegen, die der BVBB seit anderthalb Jahrzehnten den Bürgern einbläute. Die Leute vom BVBB haben kommen sehen, was gekommen ist. Welche ihrer Prognosen ist nicht eingetroffen? Die ganze, ganze Serie auflisten? Von der Nichtprivatisierung des Projekts, der Kostensteigerung, der wiederholten Verhinderungen der Realisierung und der Verzögerungen der Eröffnung des Flughafens. Der wurde vom „Großflughafen“ zum „Singleflughafen“ kleingeredet und nun wieder zum Großflughafen aufgebläht. Glauben Sie nicht den Politikern und Bauherrn, fragen Sie den BVBB. Der hat mit seinen „Gelben Blättern“ jahrelang oft harsch genug geäußert, was wie ist. Wer wollte das so harsch hören? Welcher Hase hat sich beim BVBB entschuldigt? Machen Hasen nicht? Sowas? Ach so! Es wird harscher noch kommen als gesagt. Glauben Sie nicht?

Glauben Sie dem BVBB! Nie habe ich etwas über eine Kooperation des BVBB mit der lügenreichen Flughafengesellschaft vernommen. Zur Kooperation bereit zu sein hätte bedeutet, sich mit den politischen Pfeifen sämtlicher Gremien gemein zu machen. Wie auch, wenn man weiß, dass man sich nicht in die eigenen Hacken treten kann. Den Trick haben die Abgeordneten des Kreistages vorgeführt. Ein halb auf den Pensionsstuhl sitzender Mitarbeiter wurde mit einer Gegenstimme – meiner – zum Koordinator der Schönefeldianer und ihrer Populisten gewählt. Wie der Kreis so die Kommune! Im Juli 2007 schlich die Mehrheit der Gemeindevertretung von Blankenfelde-Mahlow kooperativ zu Kreuze. Sämtliche Beschlußvorlagen der BVBB-WG in der Gemeindevertretung prallten an der Mauer der Kooperativen ab. Der BVBB, immer auf der Seite des menschlichen Rechts, unterlag, wie der Mensch, oft dem juristischen Recht. – Wie jüngst gesehen: Man kann auch mit einem Ball spielen, ohne den Ball zu spielen und so Sieger werden.
Ein Schwarm von Lügen, Lügen, Lügen zieht seit zwei Jahrzehnten über uns her. Der Himmel ist verfinstert. Würden uns die Lügen Schmerzen bereiten, wir müßten schreien vor Schmerzen. Schmerz stört nicht nur, Schmerz zerstört. Schreien? Sich wehren? Den Schmerz tilgen durch Konfrontation statt Kooperation? Helfende Hände reicht kein Aufsichtsrat. In dem sitzen zumeist die politischen Pfeifen, die zum Rat so untauglich sind wie zur Aufsicht. S´ bleibt bei der einzig zutreffenden Diagnose, der des BVBB: Schönefeld ist zu alles zu gebrauchen, nur nicht als Flughafen. Selbst, wenn eines Tages ein Termin der Eröffnung wahr wird. Nicht in alle Ewigkeit. Amen!

Bernd Heimberger

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