Akzente einer Ausstellung

24. Mai 2012
Von

Links und rechts eines großformatigen, realistischen Landschaftsbildes hängen im Saal der „Alten Aula“ zwei kleine surrealistische Gemälde. Was ist eine Ausstellung? Was macht ihren Wert? Sie ist, was ausgestellt wird. Ist, was mögliche Aussteller einreichen. Ist, was vom Eingereichten für die Schau ausgewählt wird. Jahr um Jahr ist das so, wenn der Kulturverein Blankenfelde die Kreisoffene Ausstellung der Hobbykünstler kuratiert und arrangiert. Die im Kreis Teltow-Fläming einzigartige und mittlerweile traditionelle Exposition, ist von Mai bis September zu sehen. Mit dem üblichen, beharrlichen, aufwendigen Mühen möglich gemacht, wird seit dem 13. Mai 2012 die 11. Ausstellung der Hobbykünstler in sämtlichen Galerieräumen der „Alten Aula“ gezeigt.

Gerda Nikolajewski: Der Krug,2011

Gerda Nikolajewski: Der Krug,2011

Jahr um Jahr wird präsentiert, was Hobbykünstler aufs Papier und die Leinwand brachten, die inzwischen zu den ständigen Ausstellern gehören. Jahr um Jahr werden Menschen ermutigt, öffentlich zu machen, was sie für sich zu Hause gemalt, gezeichnet, gestaltet haben. Jahr um Jahr ist die Ausstellung auch für die Ausstellungsgestalter ein Ereignis, die stets mit Überraschungen aufwartet. Das hat nicht nur mit der Vielzahl der eingereichten Arbeiten zu tun. Dass für den Jahrgang 2012 nicht ein Bild mit dem sonst so beliebten Motiv der Sonnenblume angeboten wurde, ist wohl kein Zufall. Gespräche mit den beständigen Ausstellern ermunterten sie, neue Motive zu wählen, neue Gestaltungsmöglichkeiten zu riskieren. Auch das ist ein Erfolg der jährlichen Bemühungen. Zum Vorteil der Beteiligten wie der Besucher. Die Ausstellung der Hobbykünstler in der „Alten Aula“ ist auch ein Präsentationsort künstlerischer Entwicklungen.
Nirgendwo wird das sichtbarer als im großen Ausstellungsraum der LEIGA. Eine gesamte Wand ist für zehn Porträts reserviert. Allesamt Arbeiten von Frauen, die sich regelmäßig in einem Blankenfelder Malzirkel treffen. Die Bilder sind, vor allem der unterschiedlichen Qualität wegen, nicht nur ein beliebiges Angebot für die Betrachter. Sie sind eine Herausforderung, die das Vergleichen verlangen. Auch das macht die Ausstellung so abwechslungsreich und rege.
Insgesamt ist es das gesamte Arrangement, das die 11. Ausstellung der Hobbykunst zu einem Erlebnis macht. Die Serie der Porträts ist nicht der einzige Akzent der Schau. Kleinformatige Arbeiten, im Treppenhaus gehängt, machen das zu einem Bilderkabinett das sowohl anregend wie unterhaltend ist. Neu ist nicht, dass Skulpturen ausgestellt werden. Neu ist, was in einer Standvitrine ist: Vor allem Kleinplastiken weiblicher Torso. Selten war soviel Vielfalt. Für die sorgen 30 Aussteller mit ausgewählten 75 Werken.
Es war also nicht einfach, die 11. Schau der Hobbykünstler aufzubauen. Nicht zum Nachteil der Gesamtschau, die nicht für das schnelle Hingucken und Vorrübergehen da ist. Die formale, thematische, gestalterische Vielfalt der Ausstellung ist für das ständige Vergleichen da. Damit erfüllt die Schau Ansprüche, die auch dem Laienbetrachter etwas bietet. Muß mehr Anspruch sein in der 11. Kreisoffenen Ausstellung der Hobbykünstler? Nein!
Geöffnet Montag bis Freitag vormittags nach Absprache. Dienstag, wie das „Museum Blankenfelde“, von 9 bis 12 Uhr.

Bernd Heimberger

Artikel zum Thema

Share

Tags: , ,

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *