Identifikation und Inhalt

31. Mai 2012
Von

Walter Damm

Hunderte Blankenfelde wissen, wer Walter Damm war. Glauben es zu wissen. Damm war der erste Direktor der Schule, die 1936 in der heutigen Karl-Liebknecht-Straße gebaut wurde. Im März jährte sich der 75. Jahrestag, an dem Walter Damm in sein Amt berufen wurde. Ein guter Grund für mich, rechtzeitig zwei Texte zu schreiben. Nachdenkliche Texte. Noch nie wurde ein Text über den Mann veröffentlicht. Noch nie wurde berichtet, wie der Schulalltag in Blankenfelde während des Dritten Reiches war. Gute Gründe also, endlich etwas zu publizieren. Offenbar nicht für die Verwaltung der Gemeinde. Monat um Monat war im „Amtsblatt/Lokalanzeiger“ für die Texte kein Platz.

Ich räusperte mich. Herhalten mußte der Buckel von Marion Pikarski, die das Arrangement der Texte verantwortet. Wenige Tage später erhielt ich eine Antwort. Abgeschickt von der Leiterin des Hauptamtes Katharina Schiller. Nicht, dass ich nun klüger wäre. Bestätigt wird, weshalb das „Amtsblatt/Lokalanzeiger“ dass Langweiligste ist, was ich monatlich zu lesen bekomme. Was nicht bedeutet, so einsichtig zu sein, einsichtig zu sein. Ich habe anderorts andere Amtsblätter gesehen. Strausberg bot einst begehrenswerte Lektüre. Nichts muß zwangsläufig langweilig sein. Ich habe Vorschläge gemacht. Ich war zur Mitarbeit bereit. Was niemand interessierte. Zumindest seit 2003.

So kann’s dann kommen, dass für einen Walter Damm kein Platz ist. Moniert hatte ich, welche Berechtigung die Seiten 38 bis 44 in der Mai-Ausgabe haben. Zumal Seite um Seite vermerkt ist, dass wir den „Lokalanzeiger für die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow“ vor uns haben. Was das Lokale auf den Seiten ist? () Die Hauptamtsleiterin gibt bekannt: „Die von Ihnen benannten Seiten sind nicht von der Gemeinde beigetragen und auch nicht durch die Gemeinde finanziert.
Die Aufnahme dieser Inhalte war vor dem Erscheinen des Blattes weder Frau Pikarski noch mir bekannt.

Wessel-Schule

Wessel-Schule

Ich habe Ihre Kritik zum Anlass genommen, noch einmal ausführlich mit dem zuständigen Mitarbeiter des Verlages zu sprechen.
Dieser bestätigte mir, dass der Gemeinde für diese Inhalte keine Kosten in Rechnung gestellt werden.
Als Begründung für die Aufnahme der Seiten teilte er mit, dass aus drucktechnischen Gründen eine festgelegte Seitenzahl erforderlich war und die Aufnahme zur Erreichung dieser Seitenzahl durch den Verlag erfolgte (sog. Füllseiten).“
Das sollte jeder wissen. Jeder, der die monatliche Publikation irgendwann aus dem Briefkasten zupft. Auch, um zu wissen, wem und weshalb die Geburtstags-Jubilare des Berichtszeitraums geopfert wurden. Die Mail von Schiller an mich beginnt mit dem versöhnenden Satz: „Ihre Verärgerung über die benannten Seiten des Lokalanzeigers kann ich gut verstehen.“ Ich bin nicht verärgert. Nie gewesen. Nicht nur, weil mir Verärgerung zu anstrengend ist. Ich bin traurig. Auch das ist anstrengend. Traurig, weil der Beitrag zu Walter Damm ein Beitrag ist, sich mit der Gemeinde zu identifizieren. So wird für das Verbindende und Verbindliche gesorgt, wenn ….

Bernd Heimberger
 

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