BER: Modernste Flughafen Europas oder gigantische Fehlplanung?

8. Juli 2012
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"Ausbau BER, aber wo" – Wer ist für die BER – Fehlplanung verantwortlich?

"Neue Aktion" (NA) hat den renommierten Flughafenarchitekten, Dieter Faulenbach da Costa (Offenbach) gebeten an Hand zugänglicher Layoutpläne darzustellen, wo und wie der angekündigte Ausbau des zu kleinen BER – Terminals realisiert werden kann.

Wie seine Stellungnahme belegt, ist dieser gebotene Ausbau nach fachlichem Urteil, praktisch nicht möglich. Die notwendigen Flächen sind verbaut (Parkhaus) oder zu klein. 
Seit die Fehlplanung "Zu klein, zu teuer" (Brief von D. Faulenbach da Costa an T. Schröder, Persönlicher Referent MdL Saskia Ludwig) vor Monaten bekannt wurde schwafeln Wowereit, Platzeck und Schwarz von der kommenden Ausbauplanung. Natürlich vertuschen sie, dass die fällige Ausbauplanung, u. a. die Vergrößerung des Terminals, von vorne herein der Fehlplanung geschuldet und damit nicht möglich  ist.

Mit welchen Superlativen, welcher Hofberichterstattung, wurde der BER hoch gejubelt. Der modernste Flughafen der Welt, ein Wunderwerk moderner Architektur, das Beste was man Fluggästen bieten kann. Die Abläufe im check in, die Koffertransportanlage sind eine Weltneuheit und entsprechen modernster Technik. Der ganze Sicherheitsbereich zeichnet sich durch hohe Funktionalität aus.
Jetzt, nachdem klar ist, dass dieses "Wunderwerk" schon bei Inbetriebnahme, wann immer sie erfolgt, zu klein ist wird dem erstaunten, von der Propaganda besoffen gemachtem, Publikum klar gemacht: Bis zur Fertigstellung einer jetzt als notwendig erkannten Erweiterung des Terminals und aller Abfertigungskapazitäten müsst ihr Euch mit einer provisorischen Halle im Stil eines Bierzeltes abfinden.

Unabhängig vom gesamten, blamablen Desaster, muss nun auch angenommen werden, dass der gesamte Aufsichtsrat samt FBB Geschäftsführung des Lesens unkundig ist oder nie verstanden hat weicher Flughafen denn tatsächlich nach Baugenehmigung gebaut werden sollte. Ein Blick in den Planfeststellungsbeschluss von 2004 hätte genügt um zu wissen für welche Fluggast – Und Flugkapazitäten der BER gebaut werden musste. Dort steht niedergeschrieben, dass man mit 30 Mio Passagieren/Jahr anfangen muss, weil nach eigenen Prognosen die Vollauslastung schon nach 2020 erreicht sei. Dazu dann 360 000 Flugbewegungen/Jahr ( für die es eine 3. Piste geben müsste ), die auf den Vorfeldern und in den An- und Abflugverfahren bewältigt werden sollen.

Bestritten werden kann nicht mehr, dass der BER bei seiner Eröffnung die dann anstehenden Kapazitäten von 24 Mio. Passagieren/Jahr  schon nicht mehr ohne Probleme bewältigen kann.Von Komfort für Passagiere ganz zu schweigen. Darum ein "Bierzelt", das dann später  zu Gunsten einer Erweiterung des Terminals wieder abgebaut werden soll..

Wer sich aber das Layout des BER (siehe unten) ansieht stellt auch als Laie fest: die angepriesene Erweiterung geht nicht oder aber das Terminal wird architektonisch verkrüppelt. Auf einer Seite, die zum Ausbau geeignet wäre (wobei aus Gründen eine symmetrischen Architektur Ausbauten immer nach  beiden Kopfenden des Terminals vorgenommen werden sollten), steht ein Parkhaus. Was Tun ? Abreißen? Zur anderen Seite sind Begrenzungen zwischen Terminal und Pier. Was tun? abreißen?

Wenn der Aufsichtsrat in der Lage gewesen wäre den Planfeststellungsbeschluss zu lesen und vorgelegte Baupläne kontrolliert hätte, dann hätte ihm 2004 auffallen müssen auf welches "Wunderwerk" er reingefallen ist. Dieses Wunderwerk kostet und kostet bis es seine Funktion ausüben kann. Die jetzt angegebenen Kosten sind nur eine "Anzahlung" für die tatsächlichen Kosten, die durch die Fehlplanung verursacht wurden.

Die immer wieder kolportierte Antwort auf diese Fehlplanung: Wowereit, Platzeck, der ganze Aufsichtsrat hat hier keine Verantwortung. Das ist nur erklärbar, wenn dieser Aufsichtsrat wegen geistiger Umnachtung von jeglicher Verantwortung frei gesprochen wird..
Jetzt, werden die Architekten "Gerkhan und Marg" verklagt. Wieder sind andere schuldig. Schnell wird sich herausstellen, dass die Architekten so geplant haben wie Wowereit und Platzeck es wollten. Vor allem sollte das Wunderwerk billig sein, darum auch zu klein. Nachdem der ganze Pfusch nun aufgeflogen ist, wird das Wunderwerk am Ende doppelt so teuer wie sich Wowereit und Platzeck das vorgestellt haben."

Ferdi Breidbach
 

Layoutpläne und die Einschätzung von Dieter Faulenbach da Costa:
04.07.2012 Expansionsstrategie- Von Dieter Faulenbach da Costa – Seite 1-4

 

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