Teil 3: WOBAB – Dokumentation

30. August 2012
Von

Im „Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2011 der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow“ geht es, wie immer, auch um die WOBAB -eines von mehreren Beteiligungsunternehmen der Kommune. Im Beteiligungsbericht, unterschrieben von Kämmerin und Bürgermeister heißt es dazu:

„Derzeit ist davon auszugehen, dass sich die gute Marktposition des Unternehmens weiter verbessern wird. Die Einwohnerzahl der Gemeinde ist in 2011 geringfügig gestiegen und die WOBAB hofft auf einen weiteren Zuwachs von Mietern aus der Nähe des Flughafens BBI für die zukünftigen Geschäftsjahre.
Beteiligungsbericht

Merkwürderweise heißt es im gleichen Bericht, dass die Leerstandsquote der WOBAB 1,49% betrug per 31.12.2011. An sich ein hervorragendes Ergebnis. Aber dies bedeutet doch wohl: Die WOBAB kann derzeit dem Wohnungsmarkt schlicht keinen Mietwohnraum zur Verfügung stellen.

Moment, noch mal ganz langsam: Da hat jemand ein Haus, dieses Haus ist voll vermietet und erklärt gleichzeitg, er hofft „… auf den weiteren Zuwachs von Mietern aus der Nähe des Flughafens BBI …“?
Es geht aber weiter. Das Rechnungsprüfungsamt stellte in seinem „Vorprüfungsbericht zur Verwaltung kommunaler Wohnungen“ vom 06.07.2012 fest:

„Die enorme Verringerung des … gemeindeeigenen Wohnungsbestandes zeigt sich bei der Gegenüberstellung des Jahres 2006 mit dem Jahr 2011 …  In den Jahren von 2006 bis 2011 hat sich der Bestand von gemeindeeigenen Wohneinheiten auf 46,3% verringert.“ 
Rechnungsprüfungsamt – Vorprüfungsbericht zur Verwaltung kommunaler Wohnungen, 06.07.2012

Jühnsdorfer Str. 9a

Ein Zustand den klaerwerk bereits vor über einem Jahr kritisiert  hat. Auf der einen Seiten hat diese Kommune ein Tochterunternehmen in 100%igem Eigentum, dass teuer zukaufen oder neu bauen muss, wenn es dem Wohnungsmarkt  auch künftig gemäss seines Auftrages kostengünstigen Mietwohnraum zur Verfügung stellen will. Auf der anderen Seite haben wir eine Verwaltungsspitze, die offenbar das strategische Ziel verfolgt den gemeindeeigenen Grundstücks- und Wohnungsbestand auf Null herunter zufahren – anstatt diese Liegenschaften in die WOBAB zu übertragen.
Eine politische Linie, die das Rechnungsprüfungsamt nicht zu bewerten hat, solange eine Mehrheit der Volksvertreter da politisch mitmacht. Aber der Fakt als solcher wird klar herausgearbeitet.

Wie sieht das in anderen Städten und Gemeinden aus? Dort wird übereinstimmend erklärt, „… wenn wir Objekte verkaufen wollen, prüfen wir zunächst den Verkauf bzw. die Übertragung an die eigenen Wohnungsbaugesellschaft. Die sind auch immer interessiert. So kann man im Übrigen gewährleiten, das der Vermietungsmarkt stabil bleibt.“

Ein Beispiel Zossen: 
Dort hat die Stadtverordnetenversammlung den Beschluss gefaßt eine Immobilie aus dem eigenen Bestand in die Zossener Wohnungsgesellschaft zu übertragen.

„Das sind doch sowieso alles nur Einfamilienhäuser, um die es hier geht,“  tönte die Vorsitzende des Finanzausschusses, Regina Bomke (CDU) kürzlich in diesem Zusammenhang. Abgesehen davon, dass dies Unfug ist, gibt es in Blankenfelde inzwischen genug Beispiele dafür, wie auf eben solchen Grundstücken später Mietobjekte mit zweieinhalb-geschossiger Bebauung entstanden, sogar mit Tiefgarage.

Die Blankenfelder Immobilienmaklerin Frederike-Doreen Dornig kann sich, angesprochen auf die Nachfrage nach Mietwohnungen im Gemeindegebiet, regelrecht in Rage reden. „Ich habe Anfragen und Vormerkungen von Mietinteressenten ohne Ende.  Das neue Objekt am Zossener Damm mit dem Frieseurladen und dem Cafe, da sind sechs Mietwohnungen dabei. Die Investorin brauchte nicht mal einen Makler, die waren sofort weg.  Und wenn ich tatsächlich mal eine Mietwohnung vermittelt habe, dann muss ich anschließend die Strassenseite im Ort wechseln, weil zehn andere Interessenten sauer auf mich sind, da nicht sie zum Zuge gekommen sind. Es ist unglaublich, diese Gemeinde tut nichts für die Schaffung von Mietwohnraum bzw. für interessierte Investoen.“

Krasse Verhältnisse in Blankenfelde-Mahlow? Der Sanierungsbedarf der kommunalen Objekte jedenfalls ist in der Regel nicht so hoch, dass man ihn nicht mittelfristig wieder über Mieteinnahmen hereinholen kann. Und ein kurzfristiger Liquiditätsvorteil aus dem Verkauf der gemeindeeigenen Grundstücke und Häuser dürfte bei der excellenten Haushaltssituation ebenfalls kein Argument sein. Es deutet eher alles darauf hin, dass die WOBAB gezielt ausgeblutet werden soll.
Selbst für die Gemeindevertretersitzung August 2012 hat die Verwaltungsspitze erneut mehrere Beschlussvorlagen eingefädelt, um weitere Verkäufe durch eine Mehrheit der Volksvertreter durchwinken zu lassen.
Die FraktionBürger Bündnis will dem Vernehmen nach für die Septembersitzung der Gemeindevertretung eine Beschlussvorlage einbringen, um diesen Ausverkauf endlich zu stoppen. klaerwerk wird weiter dazu berichten.

Print Friendly, PDF & Email

Tags: , , , , , ,

3 Responses to Teil 3: WOBAB – Dokumentation

  1. Herr Stöenfried
    3. September 2012 at 13:10

    Neueste Gerüchte zur WOBAB gefällig? Danach muss Geschäftsführer Bachmann gehen, weil BM Baier eine Entsorgungslösung für Baudezernent Sonntag benötigt, soll heißen Sonntag soll Bachmann beerben. Weil aber BM Baier sich offensichtlich nicht sicher ist, von der Gemeindevertretung eine Mehrheit zum Rausschmiss von Bachmann zu bekommen, da sich der Ortsbeirat von Blankenfelde um Herrn Habermann (SPD) bereits für den Verbleib von Bachmann aussprach, muss die Mehrheit bei anderen Fraktionen gesucht werden. Und da scheint BM Baier nun bei der Fraktion der CDU fündig geworden zu sein. Denn es wird gemunkelt, dass die  "Gesundheitszentrum Blankenfelde GmbH" (GZB)  demnächst von einer Geschäftsführerin geleitet werden soll. Insofern sind wohl hinter den Kulissen die Mehrheiten schon organisiert, um einen verdienstvollen Geschäftsführer wie Herrn Bachmann statt zu danken, ein "Tritt in den Hintern" zu verpassen.

  2. Herr Stöenfried
    4. September 2012 at 09:23

    So ist das also mit Gerüchten. Manchmal sind sie wahr und machmal eben nicht. Nicht wahr und damit anders als gestern von mir geschrieben, ist, dass BM Baier bei seinem Versuch, eine Mehrheit hinter den Kulissen für den Rausschmiss von WOBAB-Geschäftsführer Bachmann zu organisieren, bei der CDU-Fraktion fündig geworden sein soll. Der Posten des Geschäftsführers der "Gesundheitszentrum Blankenfelde GmbH" (GZB) wird mit einer externen Person besetzt.

  3. Matthias Stefke
    4. September 2012 at 10:26

    Nein, nein Herr Stöenfried Sie hatten schon Recht! Herr Baier ist sehr wohl bei seinem Bemühen, eine Mehrheit zusammenzuzimmern, um den WOBAB-Geschäftsführer nun endgültig vor die Tür zu setzen, bei der CDU fündig geworden (auch wenn nicht alle Mitglieder  der CDU-Fraktion diesem "Wunsch" entsprochen haben!).
    Nur die "Belohnung" für die Fraktionsvorsitzende, Frau Regina Bomke wird momentan noch nicht sichtbar…
     

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.