Zum ersten Todestag von Doreen Schmalenberger

31. August 2012
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Gemeinsam wollten wir, Matthias und ich, erinnern an Doreens Ersten Todestag. Wir waren uns einig, auch   „… um die Aufmerksamkeit erneut auf das Geschehene zu lenken“ (Matthias, geschrieben am 20. 07.2012!).
Matthias lebt inzwischen auch nicht mehr!
Mein Versprechen halte ich ein, ich habe meine Gedanken, meine Traurigkeit und meine Enttäuschung in den folgenden Zeilen niedergeschrieben. Mit meinen Gedanken bei Doreen, mit meinen Gedanken bei Matthias.


 

Doreen Schmalenberger, 14. April 1968 - 31. August 2011

Liebe Doreen, 

ein Jahr Zeit der  Aufarbeitung, ein Jahr Zeit um zu verstehen, was geschehen ist. Was wurde aufgearbeitet, was können wir heute verstehen? Ich kann nur feststellen, nichts wurde aufgearbeitet, nichts ist geschehen. Verstehen? Nein, verstehen kann ich es nicht. Genau vor einem Jahr hast Du, liebe Doreen, die Entscheidung getroffen, den Freitod zu wählen. Warum Du diese Entscheidung getroffen hast, wissen wir alle. Wie es soweit kommen konnte, dass Du diese Entscheidung getroffen hast, hat viele Ursachen. Die Gründe sind uns alle bekannt. Bekannt durch Dokumente, durch Offendarlegungen im klaerwerk. Wer hat dazu beigetragen, dass die „Verursacher“ ermittelt werden? Wer hat etwas dafür getan, dass die hinterlistigen Beschuldigungen gegen Dich (E-Mail´s, Faxe usw.) aufgeklärt werden, wer? Matthias hat immer wieder und wieder versucht, Licht ins Undurchsichtige zu bringen. Er wollte einfach nicht aufgeben, er wollte wissen, wer hinter dieser ganzen Sauerei steckt und wer dafür verantwortlich ist, Dein und sein Leben zerstört zu haben.
Nun, nach einem Jahr, so hoffe ich, wird wenigstens die Person/Personen ein großes Problem haben. Wissen sie doch, was sie angerichtet haben. Sicher nicht diesen furchtbaren Ausgang so gewollt, welcher aber leider eingetreten ist. 
In welcher Verfassung möge der anonyme Zusteller des Faxes sein, der es an die Verwaltung schickte und unter anderem mitteilte: „… Die Mitarbeiterin mit dem roten PKW, Kennzeichen …, hat an diesem Tag Steuergelder für private Zwecke entfremdet. Solches Verhalten darf man nicht dulden und billigen. Deshalb zeigen wir an.
Absender: Initiative für ein besseres Blankenfelde-Mahlow
Datum 09.06.2011 Anonymes Mitglied im Landkreis: Teltow-Fläming

In welcher Verfassung mögen sich die Eltern und Bürger der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow fühlen, welche u.a. geschrieben haben (22.05.2011): „… hiermit beschweren wir uns über die rothaarige Ordnungsmitarbeiterin Frau Schmalenberger ……… . Da diese Beschwerde auch von Polizisten, Eltern und Bürgern unterstützt wird, bitten wir diesen Zustand abzustellen. ….. Wir bitten Sie diese Situation abzustellen, die Frau Schmalenberger hat eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde zu vertreten. Das was Sie ausstrahlt und übermittelt, ist das Gegenteil. Durch das fehlenden Fachwissen und aggressiven Verhalten schadet Sie unsere Gemeinde erheblich.“
Mit freundlichen Grüßen
Fam. ……..  und Bürger

Eine weitere, fingierte E-Mail tauchte auf, nachdem angeblich eine Ordnungswidrigkeit einer Bürgerin festgestellt wurde.  Angegriffen wurde abermals Doreen Schmalenberger. Festgestellt wurde bereits im Juni, dass die Person der E-Mail diese nicht verschickt hatte und teile es auch der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow mit. Auch hier keine Klärung, wer der wirkliche Absender dieser  E-Mail war.

Letztendlich möchte ich auf das anonyme Fax (der angegebene Absender war nicht der tatsächliche Absender) vom 04.08.2011 eingehen. Doreen schrieb unter anderem in einem Zeugenfragebogen: „Nach Aussage des BM Baier sind diese Anschuldigungen letztendlich gegen ihn und nicht gegen mich gerichtet, da in wenigen Wochen Bürgermeisterwahl ist“. Trotzdem mußte Sie sich rechtfertigen, obwohl es gar nicht gegen Sie ging? Wo blieb da die Fürsorgepflicht? Nein, auch da wurde Doreen allein gelassen.
Einen Tag nach Doreens Tod, am 1. September 2011, konnten alle Bürger in der MAZ lesen, was in diesem Fax stand. Wichtig war natürlich die Feststellung, das anonyme Fax solle den Bürgermeisterkandidaten Ortwin Baier schaden. Unterschrieben war dieses Fax:
Mit freundlichen Grüßen
Anonyme Gemeindemitglieder

Soviel zu den Beschuldigungen. Es sind nicht alle mir bekannten Vorwürfe aufgeführt, es würde zu weit führen.

Was kann ein Mensch aushalten, was erträgt er? Was kann ein Mensch aushalten wenn er weiß, er ist unschuldig und wird von den Verantwortlichen allein gelassen. Wer sind hier die Versager? Diese Frage stelle ich nach meinem heutigen Wissen? Das sollten all Jene sich fragen, welche Doreen allein gelassen haben, welche auch im Nachhinein nichts zur Aufklärung beigetragen haben. Diejenigen, auch die Matthias nicht unterstützt haben, obwohl seine Hilferufe nach außen gedrungen sind.
Auch nach einem Jahr,  liebe Doreen, seit Du von uns gegangen bist, bin ich unsagbar traurig über das, was passiert ist. Nicht verstehen kann ich, dass all die Vorgänge, welche ich angeführt habe und die auch in der Verwaltung bekannt waren, keine Beachtung gefunden haben. Vor Deinem Tod, nach Deinem Tod. Das macht mich nicht nur traurig, das macht mich wütend.
Ich werde Dich niemals vergessen.

Deine Hannelore

 

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