Organspende: Das Geschäft mit der Nächstenliebe

5. September 2012
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Das Gerangel um die Organe ist groß, wie nicht nur der kürzliche Skandal in der Göttinger Klinik zeigte."Die Menschen müssen dem Organspendes-System vertrauen können und das Gefühl haben, dass es gerecht zugeht," meinte dazu kürzlich Harald Terpe, sogeannter Gesundheitsexperte der Grünen-Bundestagsfraktion.  


 

Die Zeitschrift "raum&zeit" dagegen geht in ihrer aktuellen Ausgabe der Frage nach:

"Ist man wirklich ein schlechter Mensch, wenn man seine Organe nicht spendet? Es ist schwer geworden, sich nicht schuldig zu fühlen, wenn man seine Organe für sich behalten will. Werden doch im Fernsehen, in Zeitungen und an Schulen Spendenwillige immer wieder zu Helden stilisiert und Verweigerer verdächtigt, asozial zu sein. Wo bleibt aber die Nächstenliebe, wenn der Mensch immer weniger selbst entscheiden soll, was mit seinen Organen geschieht? Wenn Sterbende gequält und ausgenommen werden? Das neue Transplantationsgesetz geht im wahrsten Sinn über Leichen, wie Anna Bergmann beklemmend aufzeigt."

In einem zweiten Beitrag fragen Bärbel Ackermann und J. Ritz, was geschieht mit unserer Seele, unserer Aura? Wird sie mit dem Organ mit transplantiert? Denn es gibt sehr viele Hinweise, darauf, dass unsere Zellen und Organe auf das Engste mit unserem Wesen verbunden sind. Was geschieht mit dieser Verknüpfung, wenn wir sterben? Geht sie wirklich verloren? Wie sind die charakterlichen Veränderungen vieler Transplantierter zu erklären?

 

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One Response to Organspende: Das Geschäft mit der Nächstenliebe

  1. Thomas Breidbach
    6. September 2012 at 13:56

    Aus dem engsten Familienkreis weiss ich was es bedeutet, wenn ein Kranker dringend auf ein Organ wartet und man zusehen kann wie sein Körper sich selber zerstört. Trotz aller berechtigter Diskussionen um Gerechtigkeit bei der Organvergabe würde ich keine Sekunde überlegen, meinen Organspendeausweis zu vernichten.
    Deutschland ist in diesem Bereich völlig unterentwickelt, wir importieren Organe und das meist aus ärmeren Ländern. Solange Organe "Mangelware" sind, wird sich dafür ein wie auch immer gearteter (Schwarz-) Markt entwickeln. Wenig Spender ist gleich wenig Gerechtigkeit.
    Sollte meine "Aura" mit einer Organspende weiter existieren, auch gut.
     

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