BVBB zweifelt am neuesten Eröffnungsdatum und stellt erneut die Standortfrage

7. September 2012
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Der BVBB betrachtet den heute vom Flughafen-Aufsichtsrat zum x-ten Male bekannt gegebenen neuen Eröffnungstermin mit äußerster Ambivalenz.
Zum einen dürfen die vom BER bedrohten Bürger beruhigt sein, dass der FBB-Unfähigkeitsrat die Gewähr dafür bietet, dass der zum x-ten Male verschobene Eröffnungstermin wie üblich nur der öffentlichen Besänftigung und Zeitgewinnung dienen soll und nicht eingehalten werden wird. Sowohl die erschütternden Berichte und Bilder von der gestrigen Baustellenbesichtigung der Brandenburger CDU-Landtagsfraktion als auch Einschätzungen des renommierten Flughafenplaners Dieter Faulenbach da Costa bezüglich der fehlgeplanten Kapazitäten bei Abfertigungsschaltern und Gepäckbändern lassen die betroffenen Bürger hinsichtlich des verkündeten 27.10. 2013 gelassen in das nächste Jahr blicken.

Der BVBB sieht zum anderen aber mit großer Sorge, dass diesem völlig fehlgeplanten Bau unverdrossen weiterhin sehr viel Geld bzw. anderweitig dringend benötigte Steuergelder hinterhergeworfen werden. Die Gesellschafter sollen absehbar für weitere Zuschüsse nicht nur in Millionen- sondern Milliardenhöhe zur Kasse gebeten werden.

Für eine Pleitestadt wie Berlin, deren Bezirksbürgermeister gehalten sind, dringend benötigtes Personal abzubauen und die bereits heute nicht in der Lage ist, mehr als 1,97 Euro pro Kind und Mittagessen in der Schule zu erstatten, werden Hunderte von Millionen als Dauersubventionierung für diesen Fass-Ohne-Boden-Airport fällig, und dieses Jahr für Jahr, auf ewig. Denn es ist völlig ausgeschlossen, mit einem Anteil von 60 % Low-Cost-Carrier-Verkehr solch unvorstellbar hohe Kosten amortisieren zu können, von einer Gewinnerzielung ganz abgesehen.

Angesichts einer vom BVBB bereits 2001 prognostizierten Kostenexplosion auf bis zu 7 Milliarden Euro für den BER am Standort Schönefeld, die jetzt durch Faulenbach da Costa bestätigt wurden, fordert der BVBB eine seriöse Kosten-Nutzen-Rechnung durch ein renommiertes unabhängiges Wirtschaftsprüfungsunternehmen, das einen dauerhaft wirtschaftlichen Betrieb des BER nachweist. Sollte sich erwartungsgemäß herausstellen, dass der BER über Jahrzehnte zu Lasten dringend notwendiger Investitionen in die Infrastruktur (beispielsweise für Schulen, Kitas, Straßen etc.) von Berlin und Brandenburg an den Tropf der öffentlichen Haushalte von Bund und Ländern gelegt werden muss, muss man sich endlich der Ursache des Debakels stellen, dem falschen, weil sachfremd und politisch entschiedenen Standort Schönefeld!

Nur an einem ausbau- und entwicklungsfähigen Standort mit geringsten Belastungen für Mensch und Natur lassen sich Investitionen amortisieren und sogar private Betreiber interessieren!

Dies wäre die klügste Entscheidung, die jetzt getroffen werden kann. Mit den nunmehr zusätzlich erforderlichen 1,2 Mrd. Euro für die Fehlerbeseitigung könnte problemlos ein nach dem Raumordnungsverfahren geeigneter Standort entwickelt und gebaut werden.
Die derzeit absehbar zusätzlich erforderlichen 1,5 Mrd. Euro für Kapazitätserweiterungen und der künftige Investitionsbedarf von 1,5 Mrd. Euro für den BER in Schönefeld könnten eingespart werden.

Der BVBB hat hierzu bereits vor geraumer Zeit ein Konzept „Zentralflughafen für Deutschland“ vorgestellt, das auch die sinnvolle und wirtschaftliche Nachnutzung der BER-Baustelle in Schönefeld einschließt.

Dies endlich zu prüfen und umzusetzen entspräche nicht nur der Vernunft sondern auch dem Amtseid der Herren Wowereit und Platzeck.

Zur Verantwortung und zum Anstand würde gehören, dass Wowereit und Platzeck endlich politisch Konsequenzen aus ihrer Misswirtschaft und Untreue gegenüber ihren Bürgern ziehen und den Schaden, den sie auch international für den Standort Deutschland angerichtet haben, mit einem Rücktritt quittieren.

Kristian-Peter Stange

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