Die Personalie Bachmann

13. September 2012
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Die Wohnungs- und Baugesellschaft Blankenfelde mbH, besser bekannt als WOBAB, gehört eher zu den Kleineren ihrer Branche. Aber ihr Noch-Geschäftsführer hat sie zu einer der Großen gemacht, zwar nicht nach dem verwaltetem Bestand so doch aber dem Ansehen nach. Denn ohne Zweifel ist die WOBAB eine der erfolgreichsten Wohnungsgesellschaften der letzten Jahre. So zumindest hat es eine Studie der Fachhochschule für Wirtschaft in den Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt für die Jahre von 2006 bis 2010 ergeben. Jedesmal war die WOBAB auf Platz 1. Warum also muss Bachmann nun auf so unwürdige Art und Weise das Feld räumen?

Ein Grund, so muss man vermuten, liegt gerade in dem Erfolg selbst. Denn es ist ein offenes Geheimnis, dass die Verwaltungspitze Bachmann seit langem den Erfolg neidet. So wird Baudezernent Sonntag mit den Worten zitiert: "Die WOBAB erscheint in den Medien immer als die Erfolgreichen und wir von der Verwaltung sind immer die Deppen. Das kann's ja wohl nicht sein.".

Ein weiterer Grund dürfte in der Absage liegen, dass Projekt "Rathausneubau" mit der WOBAB umzusetzen. Denn früher als andere hat Bachmann gespürt, dass da einiges nicht stimmen kann. Insbesondere mit einem ominösen Berater, den er für überflüssig hielt und der ihm trotzdem vor die Nase gesetzt wurde. Instinktiv erkannte der Fachmann Bachmann als Erster, dass dem Berater ein gesundes Mißtrauen entgegenzubringen sei. Letztlich zog er zum Schutz der WOBAB die Reißleine und stieg aus dem Projekt aus. Die Folgen sind bekannt. An seine Stelle trat die AG Rathaus, deren offensichtliche Naivität und Blauäugigkeit den Berater zu Freudensprüngen veranlasst haben mag. Denn ab sofort hatte er leichtes Spiel, die Gemeinde in Millionenhöhe über den Tisch ziehen zu können. Gäbe es da nicht die Strafanzeige einiger Gemeindevertreter, so würden Berater und Kumpane noch heute ihr Spiel zu unser aller Nachteil treiben.

Bachmann muss gehen, weil er sich anmaßte, einen eigenen Kopf zu haben, weil er die Interessen der WOBAB und ihrer Mieter über den politischen Willen von Bürgermeister und Verwaltung stellte und weil seine Präsenz Einigen ständig die eigene Mittelmäßigkeit vor Augen führt. Lassen wir es nicht zu, dass Sachverstand durch politischen Willen ersetzt werden soll. Die Folgen dessen lassen sich derzeit nämlich anschaulich am schleichenden Niedergang des ehemaligen Vorzeigekreises Teltow-Fläming beobachten. Ähnliches gilt es für Blankenfelde-Mahlow zu verhindern. Fangen wir damit an, in dem wir in Kommentaren und Gastbeiträgen für "klaerwerk blog" sowie E-Mails und Briefe an Bürgermeister und Gemeindevertreter ein kräftiges "Bachmann muss bleiben!" fordern.

Gerrit Schrader

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4 Responses to Die Personalie Bachmann

  1. Dietmar Astfalk
    13. September 2012 at 15:09

    Zum Zitat aus dem Beitrag von Gerrit Schrader:  So wird Baudezernent Sonntag mit den Worten zitiert: "Die WOBAB erscheint in den Medien immer als die Erfolgreichen und wir von der Verwaltung sind immer die Deppen. Das kann's ja wohl nicht sein.". Tscha, lieber Herr Sonntag, das kann`s wohl schon sein. Ich kenne Herrn Bachmann nicht und kann mir über Herrn Bachmann und seine Leistungen kein Urteil erlauben. Mir ist jedenfalls keine einzige Wohnungsbaugesllschaft oder andere Institution bekannt, die einfach mal eine Wohnung so mit dem Schallschutz ausgestattet hat, wie es sein sollte und und auf den die Betroffenen in unserer Region einen Rechtsanspruch haben. Solche Taten erwartet man von einer Gemeinde, die in absehbarer Zeit zur meistbelasteten Gemeinde in Deutschland wird . Hier hat einfach mal jemand gehandelt und nicht nur gequatscht. Wenn ich aber die Reaktionen der Wobab-Mieter auf seinen Rauswurf und anderer Einwohner sehe und höre, scheint doch hier eine krasse Fehlentscheidung der Gemeindevertretung, die aus welchen Gründen auch immer getroffen wurde, vorzuliegen. Man kann Herrn Bachmann nur wünschen, dass er möglichst schnell wieder eine derartige Position in einer Wohnungsbaugesellschaft bekommt, die einen Mann vom Kaliber "Bachmann" zu schätzen weiß, denn so einen Mann läßt man einfach nicht gehen.

  2. Pollter Udo
    13. September 2012 at 21:12

    Auch ich kenne Herrn Bachmann nicht und kann mir kein Urteil erlauben, aber so eine glanz Leistung wie es das Bauamt von der Gemeinde vollbracht hat ist unübertrefflich. 
    Ich meine die Koordination der Baubeginne am Glasower Damm und am Brandenburg Platz.
    Es war eine Zumutung für viele den Bahnhof Blankenfelde zuerreichen, ob mit Bus oder PKW.
    Auch das hochgelobte Parkhaus läßt zuwünschen übrig, hier haben Planer und Bauherren wahrscheinlich mit den Maßen für einen Smart oder Trabant gerechnet. Es ist höchst Benutzer unfreundlich, ich fahr jetzt immer von Groß Kienitz bis zum Mahlower P+R ,an die S- Bahn.

  3. Bernd Goldhahn
    19. September 2012 at 11:03

    Sehr geehrte Autoren von klaerwerk, ich bin ehrlich erschüttert und beschämt, was hier in Blankenfelde gerade läuft. Durch meine langjährige frühere Tätigkeit in der Gemeindevertretung Blankenfelde kenne ich wenigstens einige Zusammenhänge. Wie ich gelesen habe, ist Herr Bachmann auch schon freigestellt. Kann man noch etwas bewirken? Bernd Goldhahn

  4. Herr Stöenfried
    19. September 2012 at 17:52

    Was kann man gegen die Abberufung Bachmanns tun?
    § 81 BbgKWahlG(Gesetz)  (1) Der Bürgermeister …  kann von den wahlberechtigten Personen der Gemeinde … durch Bürgerentscheid vor Ablauf seiner Amtszeit abgewählt werden.

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