Schloss ohne Spuk

14. September 2012
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Die, die Gäste im Blankenfelder Schloss waren, sind gegangen. Die, die als Schüler durch das verlassene Schloss stromerten, sind heute Hochbetagte. Die, die das Schloss gesehen haben, werden weniger und weniger. Ihre Erinnerungen werden löchriger und löchriger.
Das schönste Neorenaissance-Schloss des Teltows existierte 75 Jahre (1873- 1948). 2013 jährt sich der 65. Jahrestag des sinnlosen Abbruchs des attraktivsten architektonischen Blankenfelder Bauwerks. Die Schleifung des Schlosses ist eine der Schandaten der Vertreter der Gemeinde, die nicht den Willen der Bevölkerung vertraten.

Der Bauherr des Schlosses, der Berliner Verleger und Immobilien-makler Ludwig von Schaeffer-Voit (1819-1887) und seine Tochter Clara von Wartensleben waren die regsten, das Dorf prägende Bauherren. Das heute, bis auf ein Wohnhaus, sämtliche Gebäude liquidiert sind, hat mit stetem Versagen der Verantwortlichen des Ortes zu tun. Das ist die eigentliche Tragödie.
Eh das Gewesene gänzlich im Vergessen versinkt, erscheint als 23. Ausgabe der „Blankenfelder Blätter“ die Edition „Das Schloss Blankenfelde. Geschichte und Geschichten“. Alles andere als Spukgeschichten des Schlosses, obwohl dessen Geschichte nur mangelhaft dokumentiert ist. Dennoch wurde genug Überliefertes zusammengetragen, das lohnte, die Entstehung des Schlosses zu erzählen. Besser dokumentiert, wird erstmals über die wahren Ereignisse des unnötigen Abbruchs berichtet. Alles in allem auf 52 Seiten Unterhaltsames und Informatives zur Geschichte und zu den Geschichten des Schlosses wie seiner Bewohner. 22 Abbildungen illustrieren die Publikation. Sie ist der „Alten Aula“ gewidmet, die im September seit 15 Jahren existiert und 1949/50 vorwiegend aus dem Abbruchmaterial des Schlosses gebaut wurde. Das Heft ist voll der Legenden zum Schloss, die nicht stimmen und der, die das Schloss Blankenfelde legendär machten. Lebhafte Lektüre also, nicht nur für Lokalpatrioten!

Bernd Heimberger

Interessierte bekommen die Broschüre ab 17. September 2012, Montag bis Freitag, 10 bis 12 Uhr, im Büro des Kulturvereins Blankenfelde, „Alte Aula“, Zossener Damm 2.
 

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