Trebbin 2013: 800-Jahr-Feier

14. September 2012
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Hintergründe zur Ersterwähnung im Jahr 1213 und weitere Erwähnungen im 13. Jahrhundert

Wappen der Stadt Trebbin, Quelle: Badische Zeitung

Im nächsten Jahr sieht die Stadt Trebbin (Landkreis Teltow-Fläming) einem großen und runden Jubiläum entgegen. Die Planungen und Vorbereitungen zu den Festlichkeiten sind bereits angelaufen.

Hinsichtlich der Hintergründe zur Ersterwähnung gibt es offensichtlich einige Unsicherheiten. Zwar keine, die das Jahr 1213 selbst betreffen, jedoch einige zu dem Hintergrund dieser Erwähnung. So soll Trebbin 2013 – wie vereinzelt behauptet – „800 Jahre alt sein“ und sogar schon seit 800 Jahren über ein „Stadtrecht“ verfügen. Beides ist unzutreffend. Da es sich bei dem Beleg aus 1213 nicht um eine Gründungsurkunde handelt, Trebbin 1213 also bereits existierte, und im Erstbeleg auch keine Rede von einem Stadtrecht ist, gründet sich die 800-Jahr-Feier also lediglich auf den Umstand einer reinen, schriftlich belegbaren Ersterwähnung des Namens Trebbin.

Zeichnung der Burg Trebbin 1739, Foto: Privatarchiv

Dabei wurde 1213 im fraglichen Beleg der damalige Ort Trebbin selbst noch nicht erwähnt, sondern lediglich ein gleichlautender Personenname. Die Existenz von Trebbin lässt sich aber aus diesem Personennamen mit hoher Sicherheit ableiten. 1213 erscheint als Urkundenzeuge Arnold von Trebbin, ein wohl schon damals magdeburgisch-erzstiftischer Ministeriale und mit hoher Sicherheit Burgherr von Trebbin. Auch 1214 tritt Arnold von Trebbin als Urkundenzeuge in Erscheinung. Burg und Ort Trebbin waren seinerzeit Mittelpunkt eines Burgbezirks (Burgward) gleichen Namens, welcher sich westlich und östlich der Nuthe erstreckte. Die (weltliche) Landesherrschaft über diesen Burgbezirk übte seinerzeit das Erzstift Magdeburg aus. Kirchlich war der Burgbezirk dem Bistum Brandenburg unterstellt, was aus zwei Belegen des Jahres 1216 erhellt. Zur Klärung des genauen Alters von Ort und Burg Trebbin existieren leider keine schriftlichen Quellen. In Anlehnung an neuere Forschungsergebnisse, die sich auf Burg und Siedlung von Luckenwalde beziehen, wird man wohl auch im Fall Trebbin davon ausgehen müssen, dass die Errichtung der frühdeutschen Burg in Trebbin ca. um 1200 erfolgte. Genauer könnte das allenfalls durch entsprechende archäologische Untersuchungen bestimmt werden.

Bebaung der Burg Trebbin 1913, Foto: Privatarchiv

Die moderne postalische Anschrift der heutigen Burgruine lautet Trebbin, Luckenwalder Str. 10. Sie ist nicht zu verwechseln mit dem Burgwall von Kliestow, welcher sich in der Nähe befindet. Dieser befand sich nach einer Nutheregulierung (Melioration) dann zwar auch rechts (östlich) der Nuthe, wurde aber ursprünglich links (westlich) der Nuthe errichtet.

Neben den vorgenannten Erwähnungen zu den Jahren 1213 und 1216, gibt es noch weitere Erwähnungen betreffend das 13. Jahrhundert mit dem Personennamen von Trebbin. In einer Urkunde vom 25. September 1221 ist Arnold von Trebbin Urkundenzeuge. Zum Datum 20. September 1233 finden wir die magdeburgisch-erzstiftische Position als Ministeriale des Arnold von Trebbin in einem Urkundenbeleg direkt bestätigt. Arnold urkundete hier selbst. Er trifft bemerkenswerterweise Verfügungen zugunsten des Klosters Lehnin, welches allerdings außerhalb des magdeburgischen Gebietes lag. Hier scheint sich schon eine gewisse Beeinträchtigung durch die brandenburgischen Askanier abgezeichnet zu haben, denn in der Folge ging der Burgbezirk Trebbin – in dem Umfang, den er östlich der Nuthe

Bebauung der Burg Trebbin 1987, Foto: Privatarchiv

aufwies – an die brandenburgischen Askanier. Der westlich der Nuthe gelegene Teil dieses Bezirks verblieb in der Landesherrschaft der Magdeburger; dieses Gebiet wurde in neuerer Zeit auch „Nuthe-Nieplitz-Dreieck“ genannt.
Die Wegnahme eines Teils des trebbiner Burgbezirks durch die brandenburgischen Askanier – die vorher  den Burgbezirk durch-fließende Nuthe bildete fortan die neue Grenze – bestimmte die neue politische Lage der Burg. Sie wurde dadurch zu einer Grenzburg. Sie ist mithin als eine gekorene und nicht als eine geborene Grenzbefestigung anzusehen.

Es konnten noch weitere Belege aufgespürt werden. Im Jahr 1237 taucht Arnold von Trebbin in einer Urkunde, die sich inhaltlich nicht auf Trebbin bezieht, ein letztes Mal auf, als Urkundenzeuge. Am 14. Juni 1239 tritt uns dann ein Martin von Trebbin entgegen, ebenfalls als Urkundenzeuge und auch ohne direkten Bezug zum Ort Trebbin. Zum Jahr 1295 ist schließlich noch Henning von Trebbin benannt, der saß zu dieser Zeit jedoch nicht auf Burg Trebbin, sondern auf Burg Blankensee.
Es ist davon auszugehen, dass die Erhebung Trebbins zur Stadt und die Errichtung einer Stadtbefestigung erst in brandenburgisch-askanischer Zeit erfolgte.

Andreas Trotz

 

 

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