Erfolgreiches kaputt machen? Menschen erniedrigen?

25. September 2012
Von

1934 zogen meine ELTERN von Berlin nach Blankenfelde, ich war 12 Jahre alt.
12 + 78 Jahre gleich 90 Jahre!
Ich bin stolz, daß ich es erreichen durfte und noch geistig so bin, um am Weltgeschehen teilnehmen zu können. Ich bin den so genannten Hochhäusern treu geblieben. Habe aber auch eine gewisse Lebenserfahrung gesammelt.
Als ich noch Kind war, hörte ich  den Ausspruch „Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe“ oder gar muß. Damals wußte ich nichts damit anzufangen, doch man wird ja älter.
In meinem Schreiben geht es um die Kündigung von Herrn Bachmann, vor allem um das menschenunwürdige Verhalten ihm gegenüber. 03.09.2012, Mahlow Heinrich-Heine-Straße, nichtöffentliche Gemeindevertretersitzung. Herr Münchow und ich übergaben 750 Unterschriften an Herrn Dr. Kalinka mit der Bitte, alles noch einmal gut zu überdenken, denn alle wollen, das Herr Bachmann als Geschäftsführer der WOBAB bleibt. Ob sie Beachtung fanden, weiß ich nicht. Tagesordnungspunkt: Rathausbau und Rausschmiss Herr Bachmann. Er mußte draußen im Hof darauf warten, bis er rein durfte und da ging es um die Kündigung. Er hatte sich zu seiner Rechtfertigung etwas ausgearbeitet, wurde einige Male unterbrochen und dann entzog man ihm das Wort. Ein Täter ist von Anfang an im Saal, hat nach der Verurteilung die Möglichkeit, sich zu rechtfertigen und anschließend in Berufung gehen zu können. Herr Bachmann hatte sich auch das Recht, das volle Programm mit auszudiskutieren. Aber besser war es auszuschließen, um dann abzustimmen. 11 zu 15 Stimmen gegen Herrn Bachmann. Für alle die ihn und seine Arbeit achten.

750 Unterschriften der Bürger für Herrn Bachmann, 15 Stimmen von Gemeindevertretern gegen  Herrn Bachmann.
In seiner fast 10-jährigen Tätigkeit hat er so viel Geschaffen, wie kein anderer bisher. Dafür bekam er auch Auszeichnungen u.a. vom Ministerium. Von der Gemeinde, das heißt dem Bürgermeister, waren die Auszeichnungen die Kündigung zum 31.03.2013. Ja, so etwas widerfährt nicht jedem vorbildlichen arbeitenden Menschen.
17.09.2012. Da muß Herr Bachmann mit sofortiger Wirkung seinen Arbeitsplatz räumen und darf ihn nicht mehr betreten nach einem Besuch vom Bürgermeister. So etwas gibt es auch nicht überall. Unsere Frage an den Bürgermeister, Herrn Baier: Was würden Sie empfinden – sie machen Ihre Arbeit gut, sind gut angesehen bei den Bürgern und plötzlich müßten Sie sofort die Koffer packen  und gehen???
20.09.2012. Öffentliche Gemeindevertretersitzung in Mahlow, 19 Uhr. Wir gehen hin um Fragen und Meinungen zu klären. Eine halbe Stunde vor Beginn kommen 3 Autos der Polizei, weil sie angeblich wegen einer Demonstration gerufen wurden. Das war nun das letzte, was man uns anbieten konnte.
Als uns die Redefreiheit erteilt wurde, meldete auch ich mich zu Wort. Nicht für mich allein, sondern für alle Mieter und Sympathisanten, die sich für Herrn Bachmann einsetzen. Die Würde des Menschen ist unantastbar, scheint in Blankenfelde eine Lachnummer zu sein. Denn während meines Beitrages belächelten Herr Baier und Herr Kalinka meine Ausführungen. Ich weiß wer ich bin und stehe über den Dingen. Dass Herr Bachmann an dem Zerwürfnis Schuld tragen soll, glaubt kein Mensch.
Langsam ist es an der Zeit, diesem Treiben ein Ende zu setzen. Jedem alles gerecht zu machen, ist nicht möglich. Doch jeder Bürger hat das Recht, in seiner Gemeinde menschenwürdig geachtet zu werden. Alles was ich sagte, begleiteten Sie teilweise mit einem Lächeln. Da auch Herr Bachmann menschenunwürdig behandelt wurde, mußte ich mich in meinem Alter nicht ärgern. Das tu ich auch nicht, denn ich weiß, wer ich bin und das Gleiche gilt für Herrn Bachmann. Ein Hilferuf:  kann diesem Treiben nicht endlich ein Ende gesetzt werden?
Zum Schluß: 2007 wohnte ich 50 Jahre in der Gemeinde in der gleichen Wohnung. Ich bekam von der WOBAB einen Reisegutschein in Höhe von 500 Euro.
2007 wurde ich 85 Jahre alt und erhielt von der WOBAB einen wunderschönen Blumenstrauß.
Von der Gemeinde einen 8,-Euro Gutschein zur Selbstabholung – Brandenburger-Platz, neben dem Bürgermeister. Gibt es keinen Vertreter, welcher diese Blumen mir hätte überreichen können? So geehrt, dann lassen Sie es lieber sein!
Ende November hatte ich einen Beckenbruch. Von der WOBAB einen Strauß Blumen, Genesungswünsche von Herrn Bachmann. So pflegte die WOBAB mit Ihrem Geschäftsführer Menschlichkeit.
Worin besteht Ihre Stärke, Herr Baier? Erfolgreiches kaputt machen? Menschen erniedrigen?
Ich wünsche mir, dass Herr Bachmann weiter seine Arbeit behalten kann. Ich wünsche mir, dass die Existenz von Herrn Bachmann nicht von EINEM Menschen kaputt gemacht wird.

Erna Herzberg

 

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