Abstand zum Anstand

5. Oktober 2012
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Die Einen mögen das, die Anderen nicht. Sie lassen es sich gefallen oder nicht. Ich mag es nicht und laß es mir nicht gefallen, wenn Menschen durch die Hintertür kommen. Um dann vor der Vordertür aufzutreten, als sei´s ein Balkon. Das hat sich in diesen Wochen zugetragen. Der Akteur war der BM von Blankenfelde-Mahlow.

Die vielfach reflektierte Gemeindevertretersitzung des 20. September 2012 hat einen BM gesehen und gehört, der sich heftig dagegen verwahrte, dass der Journalist des Teltowkanals Bild – und Tontaufnahmen von ihm machte. Hatte der BM etwas zu verbergen? Hatte er etwas zu verstecken? Hatte er Angst? Wollte er sich das Hintertürchen offen halten? Das Hintertürchen Teltowkanal, das er schon wiederholt nutzte. Immerhin bekommt der Sender ein monatliches Salär aus der Gemeindekasse. Muß man dafür etwas liefern? Was muß man liefern? Das, was in dem Beitrag zum 20. September 2012 gesendet wurde? Jene, die in der denkwürdigen Sitzung waren, die das Fernsehprodukt sahen, schüttelten fassungslos den Kopf.
Die Stimme wiedergefunden, kam der BM minutenlang zu Wort. Keine Aufzeichnung die irgendetwas von Authenzität hat. Das war Studiomaterial. Die Sitzung dauerte drei Stunden. Jedem Kundigen wie Unkundigen ist somit klar, welchen Wert der Bericht hat. In seiner Gesamtheit erfüllt er alle Kriterien, so dass Information zur Desinformation werden kann.
Großartig der BM! Hätte er sich nur zehn Sekunden so offen gegenüber der Gemeindevertretung und den Bürgern geäußert. Er wäre wohl aus dem Saal gepfiffen worden. Via Fernsehen erfuhren die Mieter der WOBAB, wem sie die Erfolge des Unternehmens zu verdanken haben. Von den Leistungen des Thomas Bachmann blieb nicht allzuviel übrig. Wäre der Wille des BM ausschlaggebend gewesen, wäre es dazu beinah gekommen. Dann, wenn er Bachmann bereits fünf Jahre zuvor vom Posten gestoßen hätte. Damals verhinderte das die noch existierende Gesellschafterversammlung. Die Pleite sollte sich nicht wiederholen. Wieder wurde ein Aufsichtsrat installiert, der begründet abgeschafft war. Einziger Vertreter der Gesellschaft, der Gemeinde, wurde der BM. Es ist gekommen, wie vor fünf Jahren vorauszusehen. Damals sagte ich zu Thomas Bachmann: „Die werden nicht ruhen, eh sie raus sind!“.
Wie urteilen die Bürger über das, was der BM via Fernsehen verbreiten durfte? Nennen sie es: Sich mit fremden Federn schmücken? Diebstahl? Diskriminierung? Hochstapelei? Wie auch immer! Dem Mann müssen die Ohren nicht nur geklungen haben. Schmerzlich!
Wer den Erfolg eines Anderen kleinredet, offenbart die eigene Kleinheit. Das bedeutet, Abstand zu halten zu jeglichem Anstand. So stellt sich die Akzeptanz der Toleranz in Frage. Der „Aufstand der Anständigen“ ist das Selbstverständliche.

Bernd Heimberger

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