ABC der „Alten Aula“

10. Oktober 2012
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Ein trüber, trister Spätsommertag war es. Wir besichtigten die Aula der einstigen Zentralschule am Zossener Damm. Wir, das waren Amtsdirektor Dietmar Klemt, Horst Thiele, der Gemeindevertreter sowie Vorsitzende des Kulturfördervereins des Amtes Blanken-felde/Mahlow und ich.

Die durch Umbauten völlig verhunzte Aula war ebenso trist und trübe wie der Tag. Während der Schuljahre als Sportstätte genutzt, wurde der Raum nach der Schließung der Schule, 1986, auch zum Abstellraum. „Daraus wird nichts“, dachte ich skeptisch. Tage nach der Besichtigung und unserer Bereitschaft, sich der „Bruchbude“ anzunehmen, sagte Dietmar Klemt in seiner Amtsstube: „Macht was aus dem Haus!“ Wohlgemerkt: Aus dem Haus!

Engagierte Willige, der Kulturausschuß der Gemeinde, der Blankenfelder Bürgermeister Dieter Klein, der Kulturverein Blankenfelde und der Beschäftigungsgesellschaft „Juventus“ legten sich beim „Großreinemachen“ ins Zeug. Die Aula wurde rekonstruiert, renoviert und ein Büro her- und eingerichtet.
Vor 15 Jahren, zum 27. September 1997, wurde zur ersten Veranstaltung eingeladen. Gast war der Autor und Liedermacher Stephan Krawczyk, der den Abend durch Lesung, Gesang und Gespräche zu einem furiosen Abend machte. Bis heute folgten über 300 Veranstaltungen.
Jahr um Jahr wurde im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts das Haus das Haus des Kulturvereins Blankenfelde. Die „Alte Aula“ ist in der Region des Teltows etwas Einzigartiges. Die „Alte Aula“, wie für jedermann sichtbar, durch das am 14. November 1998 an der Stirnwand des Gebäudes installierte Relief, das der Maler Ronald Paris und der Metallbildhauer Jan Skuin gestalteten. Egal, wie immer „Alte Aula“ geschrieben wird, obwohl sie so auch im Vereinsregister eingetragen ist, um nicht mit irgendeiner Alten Aula verwechselt zu werden.

  • Die „Alte Aula“ ist „Schaut rein“, die halbjährliche erscheinende Programmvorschau des Kulturvereins. Sponsoren des Faltblatts sind örtliche Gewerbetreibende und Mitglieder des Vereins.
  • Die „Alte Aula“ ist die Leihgabengalerie – LEIGA -, die zunächst im Festsaal etabliert war. Erweitert wurde die Ausstellungsfläche  durch die im Winter/Frühjahr 2001/02 entstandene Galerie – Erste Etage. Am 5. Mai 2002 wurde sie durch die 1. Kreisoffene Ausstellung der Hobbykünstler eröffnet.
  • Die „Alte Aula“ ist die Kunstsammlung des Kulturvereins. Seit 2000 aufgebaut nach keinem Sammlungskriterien, ist sie kontinuierlich gewachsen durch Schenkungen von Bürgern, ausstellende Künstler und durch die Übernahme künstlerischer Nachlässe. Unter anderen 40 Acrylarbeiten der Schriftstellerin Ingeborg Feustel (1926-1998). Gegenwärtiger Bestand der Kunstsammlung: Über 600 grafische, zeichnerische, malerische, fotografische und plastische Werke.
  • Die „Alte Aula“ ist das Archiv, das nach jahrelangen Vorarbeiten im April/Mai 2004 einen eigenen Raum bekam und 2010 durch ein Depot im Museum erweitert wurde. Das Archiv verfügt über rund 55 Tausend archivierte Einheiten, ein Bildarchiv mit über 1200 Fotos, ein Pressearchiv mit zirka 10 Tausend Artikeln sowie eine Objektsammlung mit mehr als 600 Gegenständen.
  • Die „Alte Aula“ ist das „Museum Blankenfelde“ in den Kellerräumen der „Alten Aula“, deren Grundmauern und Fundamente viereinhalb Jahrhunderte alt sind. Mit der ersten Dauerausstellung, „75 Jahre GAGFAH-Siedlung Blankenfelde“, wurde das Museum am 2. Oktober 2010 eingeweiht.
  • Die „Alte Aula“ ist der seit 2000 im Kulturverein integrierte Arbeitskreis Heimatgeschichte, der sich seither der konsequenten heimatgeschichtlichen Forschung widmet.
  • Die „Alte Aula“ ist das Antiquariat mit einem derzeitigen Bestand von etwa 1200 Büchern.
  • Die „Alte Aula“ ist das Editionsprogramm des Vereins.
  • Im Jahre 2000 begonnen, wurde in dem auch der Video-Film „Blankenfelde im Jahr 2000“ produziert und das „Straßenverzeichnis Blankenfelde“ herausgegeben. Mit dem Heft „Das Schloss Blankenfelde“ ist soeben die 23. Ausgabe der „Blankenfelder Blätter“ erschienen.
  • Die „Alte Aula“ ist das Jahr-Buch. Mit stets 56 Seiten ist es die bisher umfassendste Darstellung von Geschichten zur Geschichte Blankenfeldes. Die 13. Ausgabe wird anläßlich des diesjährigen Adventsfestes, am 9. Dezember 2012, veröffentlicht.
  • Die „Alte Aula“ ist der Kalender. Der des Jahres 2013 enthält 13 Acryl-Arbeiten von Ingeborg Feustel, die erstmals reproduziert wurden.
  • Nicht zuletzt ist die „Alte Aula“ der Aula-Park. Das ist die schönste gartenarchitektonische Anlage in Blankenfelde-Mahlow. Sie existiert im kommenden Jahr 10 Jahre, so dass wiederum ein Jubiläum fällig ist.

Es ist mehr geworden als das Haus.

Bernd Heimberger

 

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