Katzengejammer

15. Oktober 2012
Von

Ja, ja, ja! Schlimm! Schlimm? Nein, für mich ist dieses „Katzengejammer“ einfach unerträglich. In der gestrigen Ausgabe des Blickpunkt´s liest man über einen „Schmerzlichen Schritt für die SPD“. Gemeint ist der Abwahlantrag gegen den Landrat  Peer Giesecke.  Keine Alternative sieht Fritz Lindner, diesem entgegenzuwirken. Ich sehe da schon eine Alternative, wieso nicht? Soweit hätte es erst gar nicht kommen müssen. Seinen Rücktritt, spätestens auf der letzten Kreistagssitzung, hätte Peer Giesecke, nach seiner Erklärung,  bekannt geben sollen, ja müssen. Das habe auch ich so erwartet. An ein „Weiterregieren“ haben wohl in diesem Moment nicht die Dümmsten mehr geglaubt. Wie auch? Ein Gericht hatte entschieden und geurteilt. Also, eine klare Aussage. Ohne wenn und aber. Alles andere wäre nur einfach peinlich (kurze Erinnerung: Eine Kassiererin „unterschlug“ einen Pfandschein von etwa 1 Euro…, Weiteres ist bekannt!).

Diesen Vorgang schmerzlich zu nennen, finde ich nicht passend. Enttäuschend, dass wäre für mich das richtige Wort. Enttäuschend darüber, dass es so weit kommen konnte. Nun versucht man, vor der Abwahl des Landrats, zu würdigen, was es zu würdigen gibt? Zu retten, was zu retten ist?  „…das sind wir nicht nur Peer Giesecke und seiner Arbeit schuldig, sondern auch den Menschen in diesem Landkreis“, Zitat Frank Gerhard! Sind Sie nicht, Herr Gerhard. Auf keinen Fall mir gegenüber und ich zähle mich auch zu den Bürgern in diesem Landkreis. Meine Hoffnung geht auch gleich soweit, dass nicht Sie der Nachfolger des Landrats werden sollten. Für mich wäre es am angenehmsten, der/die neu gewählte Landrat/in würde parteilos sein. Wie oft haben wir doch Kungelei unter den Parteifraktionen, damit immer eine Mehrheit zustande kommt. Es ist doch wirklich offensichtlich, wie das gelenkt wird. Da brauche ich mir nur die Gemeindevertretung in Blankenfelde-Mahlow ansehen. LINKE, SPD/Grüne und dazu die CDU. Was wollen wir mehr. Die Richtung liegt doch auf der Hand.

Ich will nichts abwerten, aber auch nichts überbewerten hinsichtlich der Leistungen von Peer Giesecke. Dass unser Landkreis einen vorzüglichen Wirtschaftsstandort hat, wissen wir nicht erst seit gestern. Es wäre schlimm, hätte der Landrat nicht das Beste rausgeholt. Das ist sein Job. Nun deswegen eine Tragödie daraus machen? Peer Giesecke wird weiterhin gut versorgt sein, was nicht jeder sagen kann, wenn er seinen Arbeitsplatz „räumen“ muß.
Ich denke dabei gleich an den Geschäftsführer der WOBAB, Thomas Bachmann. Dazu passt Ihre Überschrift, Herr Schlüpen, genau. Da kann man wirklich sagen: „Schmerzlicher Verlust“ für die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, für die WOBAB Blankenfelde. Die Tragik in diesem Fall ist so gravierend, dass kein Bürger es verstehen kann, was hier geschehen ist. Hier nur eine kurze Darstellung des Geschäftsführers der WOBAB: Thomas Bachmann leitet seit ca. einem Jahrzehnt die WOBAB. Geachtet und beliebt bei seinen Mietern, seinen Mitarbeitern und bei den Bürgern. Nichts Nachteiliges kann Herrn Bachmann vorgeworfen werden. Erfolge konnte er nachweisen, Auszeichnungen. Also, kein Betrug, kein Bereichern, kein Bestechen, nichts. Auf Nachfragen, warum der Arbeitsvertrag nicht verlängert wird, immer die gleiche Antwort:  Der BM persönlich hätte Differenzen mit Thomas Bachmann. Ja, er habe gute Arbeit geleistet, so die Worte des BM, mehrfach zitiert. Der Arbeitsvertrag von Thomas Bachmann läuft am 31. März 2013 aus. Also keine Verlängerung. Im Gegenteil. Von einer Minute zur anderen wurde Herr Bachmann bereits am 17. September 2012 von seinem Arbeitsplatz „gejagt“, oder wie man so schön sagt, freigestellt bis zum 31. März 2013. Das alles geschieht in einem Landkreis, in einer Gemeinde,  in der ich lebe. Unfassbar! Die Zustimmung dieser Entscheidung hat sich der BM durch „seine“ Gemeindevertreter „absegnen“ lassen. Das alles geschieht in meinem Landkreis, in meiner Gemeinde. Nun frage ich Sie allen Ernstes, finden Sie Ihren Beitrag, verglichen mit unseren Sorgen und Nöten, nicht übertrieben? Wer kümmert sich um eine menschenunwürdige Entscheidung einer Person in unserer Gemeinde?
Ja, liebe Genossen der SPD-Kreistagsfraktion, lieber SPD-Kreistagsvorsitzender Frank Gerhard, es gibt nicht nur Probleme in Luckenwalde. Diese wurden selbstverschuldet. Schön wäre es zu hören, Sie kümmern sich auch einmal um Ihren SPD-Genossen Ortwin Baier und fragen nach, wie so etwas in einer Gemeinde geschehen kann. Ein Kommentar dazu in der Presse würde mich erfreuen. Ohne Gejammer, einfach nur Fakten zählen lassen.

Hannelore Pappschik

Print Friendly, PDF & Email

Tags:

2 Responses to Katzengejammer

  1. Thomas Böhm
    15. Oktober 2012 at 21:50

    Ach Frau Pappschik, sie sprechen mir ja so aus dem Herzen. Dieser "schmerzliche Schritt für die SPD" ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen Vereinnahmung  des Kreises und seiner Finanzmittel zur  Entlohnung "verdienter Genossen und braven Abnickern" durch einen Landrat, der, Jahr für Jahr gesteigert, jegliche Bodenhaftung und den Sinn und Blick seiner eigentlichen Aufgabe verloren hat.  Als Entschuldigung nun auch noch anzuführen, er habe ja auch Gutes für den Kreis getan, so mag dies richtig sein, gibt ihm aber noch lange nicht das Recht, dafür dann permanent Unrecht zu tun. Dieser Mann zeigt sein wahres Gesicht damit, dass er nicht von sich aus zurückgetreten ist. Warum? Weil er geldgeil ist und war! Der Umgang der SPD mit Thomas Bachmann zeigt auch die Verlogenheit dieser Kreis SPD mit einem "Komplizen" von Giesecke an der Spitze, denn anders kann man Herrn Gerhard nicht bezeichnen, ist doch auch er in die Korruptionsgeschichte verstrickt gewesen und sich mit 2000 € quasi freikaufte!

  2. dietrich schoechert
    28. Oktober 2012 at 10:43

    Die Amtszeit von Heerrn Giesecke hate doch auch gute Seiten, Sie müssen das nicht so verbissen sehn.
    Dem Herrn Giesecke haben die Werbener Bürger  die neue Strasse nach Glienick zu verdanken. Warum? und die Strasse von Christinendorf nach Klein Schulzendorf ist doch bestimmt auch  auf sein Anraten asphaltiert worden, oder sehe ich das verkehrt. Es hätte doch niemand  im Traum daran gedacht das aus Feldwegen einmal Chauseen werden.
    sehe ich hier etwas falsch bitte……….  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.