Hohe Hürden

19. Oktober 2012
Von

Abwahl! Abwahl! Abwahl! Tönts vielleicht nicht vom Blankenfelder Parkhaus. Sicher auch nicht von jedem Dach in Blankenfelde-Mahlow. Ganz gewiß jedoch von mehr Häusern als von Manchen geahnt und gewünscht.

Seit September 2012 schwillt der Ton an. Das sollte froh stimmen. Zumindest jeden Demokraten, dem das Wort nicht nur eine leere Hülle ist. Praktizierte Demokratie ist nicht leise und bewegungslos. Sie braucht die Couragierten und Engagierten. Und es kommt darauf an, wie engagiert die Couragierten sind.  Demokratie kann sich keine Pause leisten.
Also Abwahl! Wessen Abwahl? Die des Bürgermeisters? Wenn man dem traut, was von den Dächern tönt, ist das jetzt so. Hier? Hier! Es ist allzeit das Recht der Bürger, einen gewählten Bürgermeister wieder abzuwählen. Jederzeit! Na, na!
Demokratie ist ein ständiger Hindernislauf. Couragiert zu sein ist schon was. Ist aber zu wenig, wenn es am nötigen Engagement mangelt. Ohne Engagement gibts keine Abwahl. Ein Volksbegehren muß her. Unterstützer-Unterschriften müssen für das Volksbegehren gesammelt werden. In der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow ist ein Begehren erfolgreich, an dem sich etwa 2000 stimmberechtigte Einwohner beteiligen. Dann erst sind die Bedingungen für eine Wahl, sprich Abwahl gegeben und noch nichts erreicht. Die Hürden sind hoch. So leicht geben sich die „Demokraten“ nicht geschlagen. Die eigentliche Wahl müßten rund 5000 (!) Wähler nutzen, um einer Abwahl des Bürgermeisters zuzustimmen. Uff! Das wären mehr Stimmen, als der gegenwärtige BM bei der letzten Wahl kassierte. Also besonnen sein. Nichts überstürzen im Stürzen! Sonst gibt es wieder Revolution.

Bernd Heimberger

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One Response to Hohe Hürden

  1. christina schoechert
    21. Oktober 2012 at 16:12

    Lieber Herr Heimberger, wie Recht Sie haben und ich bedanke mich erst einmal für die mahnenden Worte.                                                      Abwahl oder Anders machen ist immer schnell und laut gerufen doch schaffen wir es auch wirklich diese 5000 Stimmen für den "guten" Bürgermeister zu bekommen ? Es sind sehr viele, die mit dieser Art und Weise, wie mit Mitbürgern umgegangen wird, nicht zufrieden sind, aber im stillen Kämmerlein kann man ohne viel Einsatz zu zeigen auch wettern. Die wenigen Aktiven müssten viel mehr Unterstützung haben. LEIDER SIND DIE LEUTE POLITIKMÜDE  — oder habe ich Unrecht ? Ich bin zur Wahl gegangen , habe mich vorher persönlich in Wahlveranstaltungen informiert und habe angenommen, dass ich die oder den Gemeindevertreter gewählt habe, die mich und meine rechte auch vertritt. – Aber weit gefehlt.
    Es  geht mir so wie früher, 1.Frage : Was macht ein Staubsaugervertreter ?     —- er verkauft Staubsauger.
    2.Frage : Was macht ein Volksvertreter ?  Er verkauft das Volk    (für Volk könnte man auch Gemeindevertreter einsetzen) das ist zwar etwas boshaft, aber ich fühle mich echt hintergangen, wenn ich diese Leute höre, die ich gewählt habe und die das Wohl unserer Gemeinde bestimmen. Wie selbstverständlich diese Leute mit unserem Geld umgehen und sich profilieren, Hauptsache sie geben ein schönes Bild in der Zeitung ab und die Kasse stimmt. Aber ich hab noch Hoffnung – denn 1989 ist auch nicht an einem Tag die Wende herbeigeführt worden , sondern das Volk hat lange gegrummelt und sich dann doch auf seine Kraft besonnen und so möchte ich schliessen dass wir doch in dieser grossen Gemeinde von ca.  24000 Bürgern diese kleine Anzahl von 5000 Bürger zur Wahl bewegen könnten. Ich freu mich  und grüsse Sie  Chr. Schoechert   

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