Gehorsam als Gefahr

6. November 2012
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Während der Gemeindevertretersitzung am 25. Oktober 2012 wurden Frau Bomke, Fraktionsvorsitzende der CDU, Herr Scharp, Fraktionsvorsitzender der LINKEN, gefragt, weshalb sie dafür stimmten, den Vertrag mit Thomas Bachmann, dem Geschäftsführer der WOBAB, nicht zu verlängern. Die Antworten waren wortkarg. Nach einhelligem Lob für die Arbeit von Bachmann, dürftige Rechtfertigungen für die unplausible Entscheidung. Es wurde nichts aufgedeckt. Es wurde einiges verdeckt. So steckt man den Kopf mit dem Initiator des Rauswurfs, dem BM, zusammen. Und ignoriert so, wieder und wieder, die Tatsache, dass die überaus erfolgreiche Tätigkeit in der Gemeinde, für die Gemeinde, vor allem in den sieben Jahren erfolgten, in denen der Disszens mit der Verwaltung dem WOBAB-Chef das Tun und das persönliche Leben verbitterten. Derart war auch die Situation von Doreen Schmalenberger, die sich am 31. August 2011 das Leben nahm. Sind Schmalenberger und Bachmann ursächlich verantwortlich für die Schwierigkeiten in und mit der Verwaltung? Fragen sich das die Parteienfraktionen der Gemeindevertretung von Blankenfelde-Mahlow?
Wenn Bomke und Scharp gebetsmühlenartig argumentieren, dass die Zusammenarbeit zwischen Bachmann und Baier unmöglich ist, denken sie nicht alternativ. Sie dulden, dass der geht, der tadellose Arbeit getan hat. Sie tolerieren den, der seit Jahren im Blick der Staatsanwaltschaft für Korruption ist. Nicht Bachmann, der Bürgermeister und seine Mitmacher haben die Gemeinde in eine nie gekannte Misere gebracht. Wie kann man das nicht sehen wollen, nicht bewerten wollen, wenn 2 Millionen der Steuergelder verschleudert wurden? Natürlich nicht von Bachmann, der in seiner Zeit aus der WOBAB ein Unternehmen mit Überschuß gemacht hat.
Wenn Baier und Umgebung mit 2 Millionen davonkommen. Wenn! Denn bisher wird nur über das Projekt Rathaus gesprochen. Wie sieht’s mit den Abrechnungen des Parkhauses und der Astrid-Lindgren-Schule aus? ! Wie?
Wann, zu welcher Stunde, waren die Parteienfraktionen auf der Hut? Haben sie versucht, den ausgemachten Millionenschaden zu verhindern? Wann und wie haben sie ihre Pflicht wahrgenommen, kritisch-kontrollierende Abgeordnete zu sein? Wann, bitte? In den meist namentlichen Abstimmungen, die die Fraktionen der Wählergemeinschaften forderten, wenn Beschlußvorlagen zum Parkhaus, zur Astrid-Lindgren-Schule, zum Rathaus verhandelt wurden, waren die Parteienfraktionen willige Erfüllungsgehilfen der Verwaltung. So haben sie sich beteiligt an der einzigartigen Geldverschleuderung. Die Parteienfraktionen haben viel vom eigenständigen Engagement vergeudet, das der Reichtum einer Gemeindevertretung ist.
Hannah Arendt, die leidgeprüfte und kluge Philosophin hats unmißverständlich formuliert: „Wir sind auch für unseren Gehorsam verantwortlich“. Das ist so! Unabänderlich! Aus der Verantwortlichkeit ist mit keinen Ausreden rauszukommen. Das ist so! Unabänderlich!

Bernd Heimberger

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2 Responses to Gehorsam als Gefahr

  1. Dietrich Schoechert
    12. November 2012 at 19:26

    Diese Zeilen von Herrn Heimberger stehen nun schon 6 Tage  hier im Klaerwerk. Denke ich doch so bei mir….. es wird doch nicht nur die sog. Sympathisanten und Neugierige geben,die hier aufschlagen um zu lesen. Hier werden doch auch Gemeindevertreter nachschauen,um zu sehen, wohin der Hase läuft.
    Frau Bomke und Herr Scharp hat ja jeder im Saal hören können, wie schwer es ihnen gefallen ist und wie mühselig ihre Formulierungen waren, diese falsche Entscheidung zu treffen.
    Nun Ihr lieben restlichen Neinsager :  " Jeder von Ihnen sollte sich Seine eigene Antwort gut überlegen und nicht wie gequält daher plaudern, das haben wir schon zur Genüge gehört. So funktioniert keine Demokratie !!!                                                                                                          Sie sollten lieber ehrlich Stellung beziehen, ob Ihre Entscheidung Ihre ehrliche ,innere Überzeugung war, oder ob Sie dem BM nur einen Gefallen erweisen wollten.                                                                                                                                                                                        Wann kann ich Ihre Erklärungen  erwarten, jeder für sich bitteschön , hier im Net oder  bei der  nächsten Sitzung , ich bin gespannt
    Sollte es schwer fallen in der Öffentlichkeit Rede und Antwort zu stehen, können Sie mir gern auf meiner Email Adresse antworten  dietrich.schoechert@gmx.de
    schoechi

  2. Konrad Vorwerk
    15. November 2012 at 11:04

    Es ist wirklich an der Zeit, ja sogar überfällig, die Projekte Parkhaus, Schule und Rathaus ordnungsgemäß zu Abrechnung zu bringen. Wie kann es sein, daß unsere Vertreter in der GV sich so lange an der Nase herumführen lassen und noch keine korrekte Abrechnungen abverlangten, um auch notwendige Informationen an die Bürger weitergeben zu können.
    Wie kann es sein, mir ist auch nicht bekannt, das man Peronen denen ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption oder desgleichen anhängt in Amt und Würden beläßt ( seidenn ??? ). Es währe ihre Aufgabe, meine Damen und Herren von der GV diese Entscheidung zu treffen. Bei Herrn Bachmann, den man für seine Arbeiten, auch in ihren Reihen Lobhymnen singt, der keinen Richter im Nacken hat, dem verweigern sie seinen Arbeitsvertrag zu verlängern, ist das nicht schizophren.
    Es ist noch nicht zu spät umzukehren und zu bekennen das man sich geirrt hat und wenn man ehrlich dazu Stellung bezieht, es würde ihnen zu Gesicht stehen, überprüfen sie ihr Gewissen, oder man hat keines und setzt 2 Mille in den Sand und vielleich noch mehr wenn man die Gelegenheit noch dazu bekommt.
    Ich hoffe ebenfalls es wird gelesen .    und erinnere die GV an meinen mündlichen Antrag zur öffentlichen Information zu Top.41 der Sitzung am 25.10.2012              "Antrag der Fraktion BB Blankenfelde-Mahlow vom 08.10.2012 Stopp des Verkaufs von gemeindeeigenen Wohmmobilien ……. "

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