Sache der Sensiblen

13. November 2012
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Ein Rundweg als begehrbarer Erinnerungsort soll, laut einem Bericht der Maz vom 8. November, an das Ausländerkrankenhaus in Mahlow erinnern. Am gleiche Tag erschien auf klaerwerk-blog ein Bericht des Historikers Frank Hummeltenberg zu den Opfern des Ausländerkrankenhauses und anderen Toten. Und Frank Heimberger gab in einem Kommentar unter diesem Bericht zu bedenken, dass der geplante Rundweg die Totenruhe stören könnte. 
Auf dessen klaerwerk-Kommentar wiederum nahm ein Maz-Text vom letzten Samstag, also zwei Tage später, Bezug. Darin sagte die Hauptamtsleiterin von Blankenfelde-Mahlow, Katharina Schiller: "Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass wir bei den Fundamentarbeiten in Bereiche eindringen, in denen Verstorbene zu finden sind. Sie verstehe die ganze Aufregung nicht, "Dort, wo jetzt auf ein dunkles Kapitel in der deutschen Geschichte aufmerksam gemacht werden soll, sei jahrelang ein Gewerbegebiet gewesen, ´in dem wahrhaftig mehr als nur ein Pfosten in den Boden eingebracht wurde.´"  Lesen sie dazu die Auffassung von Bernd Heimberger.  


 

Sache der Sensiblen

Das wollen wir hoffen! Weil das das Selbstverständliche ist, jedoch nicht das selbstverständliche Handeln der Verwaltung von Blankenfelde-Mahlow bestimmt. „Wir gehen sehr wohl sensibel damit um“. sagte Frau Schiller, die Leiterin des Hauptamtes, der MAZ. Sofern sie richtig zitiert wurde. Das Zitat spricht nicht für Sensibilität.
Frau Schiller redet von Augenzeugen, die wissen, wo die Verstorbenen des „Ausländerkrankenhauses“ begraben wurden. Wer die Augenzeugen sind, sagt die Hauptamtsleiterin nicht. Warum?
In den Händen der Historiker ist eine schriftliche Mitteilung einer Amtsperson. Sie läßt keinen Zweifel daran, dass 1952 im Lagergelände in geringer Tiefe Gebeine gefunden wurden. Nicht umgebettet, blieben sie verscharrt. Die Sorge ist also berechtigt, dass abermals eine Störung der Totenruhe nicht auszuschließen ist. Diese Bedenken nicht zu beachten, ist das eigentlich Bedenkliche.
Keineswegs sensibel ist, dass es der Gemeinde noch nie gelungen ist, auf dem Friedhof von Güterfelde ein Gebinde zum Gedenken an die Gestorbenen niederzulegen. Die meisten Toten des „Ausländerkrankenhauses“ wurden in Güterfelde bestattet. Dort ist der Ort, die Opfer zu ehren! Das zu tun ist jetzt wieder die gegebene Stunde. Das zu tun ist die Sache der Sensiblen.

Bernd Heimberger

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