SOS von der MS „Blankenfelde-Mahlow“

23. Januar 2013
Von

GLOSSE

Da hat kürzlich ein Beschuldigter SOS gefunkt, undzwar von der Kommandobrücke der MS „Blankenfelde-Mahlow“.  Steht in der Zeitung. Nachdem er zuvor maßgeblich mit dafür gesorgt hat, dass das Schiff leck geschlagen ist?
Rekapitulieren wir:
Als seinerzeit die Probezeit des SOS-Funkers, Baudezernent Sonntag, abgelaufen war – sorgte er zunächst dafür, dass die Projektentwürfe der kommunalen Baugesellschaft (WOBAB) in der Versenkung verschwinden. Nachdem er anschließend einige Jahre nichts auf die Reihe bekam in Sachen Rathausprojekt, hieß es, der Baudezernent bringt´s nicht. Die Gemeindevertretung beschloss: Die WOBAB soll doch bauen.  

Die WOBAB wiederum, unter dem erfolgreichen Geschäftsführer Thomas Bachmann, ließ sich dann allerdings nicht in das zwielichtige „Projektgeschäft Rathausneubau“ hineinziehen, das Baudezernent und Bürgermeister in der Folge mit Zampano Müller eingefädelt haben.
So dass Baudezernent Sonntag das Projekt schließlich erneut auf dem Tisch bekam. Dieses mal mit dem bekannten, durchschlagenden Ergebnis. Damit hat er schon mal eindruckvoll nachgewiesen, wie sehr er im Verlauf der Jahre die problematischen Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter im derzeitigen Verwaltungsgebäude verinnerlicht und zu seinem Herzensanliegen gemacht hat. Und was will Ihnen der Master of Desaster nun schmackhaft machen? Keine Angst, dieses Mal wirklich nichts Schlimmes. Er mahnt nur Entscheidungen an und weist nicht etwa die damaligen Mehrheitsbeschaffer für dieses Desaster – SPD, LINKE, CDU – sondern alle Gemeindevertreter auf „erheblichen Handlungsdruck“ hin.
Was wissen wir? Zunächst nur, dass gegen den „SOS-Funker“ und seinen Käpt´n im vierten Jahr ermittelt wird durch Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Korruption in Neuruppin. Und, dass inzwischen mehrere Millionen Euro in den Schatullen von Piraten verschwunden sind, die man „aus Versehen“ auf die Kommandobrücke eingeladen hat.
Zyniker könnten meinen:
Wo ist das Problem? Da schlägt er einfach mal kurz in seinem Bürgermeister-Diensthandbuch nach,  unter dem Kapitel „Ich sitz´ in der Scheiße“. Es gibt doch für alles eine Lösung.
Allerdings, Zynismus, welcher Spielart auch immer ist ohne Erkenntniswert. Offenbar aber, mangelt es dem „SOS-Funker“ an der Erkenntnis, dass für die Sicherheit der Mitarbeiter und Besucher im alten Verwaltungsgebäude zunächst er und der Bürgermeister verantwortlich sind, und sonst niemand. Aber vielleicht zaubern beide schon bald das nächste Kaninchen aus dem Hut – in Form eines passenden Beschlussvorschlages? Und so geht sie denn in die nächste Fortsetzung, die unendliche (Rathausneubau-)Geschichte, das Stolpern von „erheblichem Handlungsdruck“ zu „erheblichem Handlungsdruck“ – mit den „bewährten“ Akteuren auf der Kommandobrücke.
Oder verläßt sich der Maz-Leser in diesem Fall besser auf den Rat von Käpt´n Ortwin Baier.: „Sie dürfen nicht alles glauben, was in der Zeitung steht.“ – frei nach dem Motto: Der Baudezernent soll gewarnt haben. Wovor? Antwort:  Das spielt keine Rolle.

 

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2 Responses to SOS von der MS „Blankenfelde-Mahlow“

  1. 24. Januar 2013 at 22:39

    Um im Bild zu bleiben liebe Leser/innen:

     

    Blankenfelde-Mahlow ist – zumindest politisch – in ähnliche Schieflage geraten, wie die letztes Jahr verunglückte "Costa Concordia"  vor der italienischen Insel Giglio.

     

    Anders als Kapitän Schettino hat unser Capitano die MS "Blankenfelde-Mahlow" aber nicht etwa zu dicht an die Küste gesteuert, um staunenden Passanten einen besseren Blick auf das prächtige Schiff zu ermöglichen und sich zujubeln zu lassen. Nein, sie wurde eher auf offener See von Piraten geentert. Objekt der Begierde  waren offenbar zahlreiche Geldschatullen, die sich an Bord befanden. Nach ersten Überprüfungen wurden bei diesem Angriff vermutlich rd. 2 Millionen Euro erbeutet. Wohlmöglich wollten sie noch weitere geladene Schatztruhen rauben aber es hatten sich ihnen 11 tapfere Besatzungsmitglieder in den Weg gestellt, die dies verhinderten. Zum Dank dafür wurden sie später zum Deckschrubben und Kartoffelschälen verdonnert.

    Die übrige Crew samt Steuermann hatte stattdessen hilflos zugesehen oder den Freibeutern vermutlich den Weg gewiesen, wo der Schatz an Bord eingelagert war. Ob einige von Ihnen während der Dunkelheit mit den Seeräubern sogar über Lichtzeichen kooperiert haben, um Ihnen den idealen Zeitpunkt zu übermitteln wann sie an Bord stürmen sollten, muss ggf. der internationale Seegerichtshof entscheiden.

     

    Entgegen den Überlieferungen spielte die Bordkapelle während der Kampfhandlungen nicht das Stück „Money, Money, Money“.

     

    Wie üblich gab es aber Rangeleien um die begrenzten Plätze in den Rettungsbooten.

     

    Was genau dazu führte das sich die MS „Blankenfelde-Mahlow“ auf die Seite gelegt hat, ist derzeit noch unklar. Vermutlich ist es auf das hektische Herumreissen des Ruders durch den Steuermann verursacht worden, dass bei voller Maschinenleistung erfolgt ist, obwohl schon der Anker gesetzt war.

     

    Nähere Untersuchungen zu den Ursachen der Katastrophe, bspw. unter welcher Flagge das Schiff gefahren ist, wieso die Sicherheitsunterweisungen unterblieben sind oder wie es unfähigem Personal gelingen konnte auf die Kommandobrücke zu gelangen, sollte die Reederei auch aus haftungsrechtlichen Gründen veranlassen. Deren Anteilseigner konnten sich aber bisher nicht auf einen Fragenkatalog an den Kapitän und Teile der Besatzung verständigen.

     

    Ungeachtet der schrecklichen Ereignisse beabsichtigt der Kapitän schon bald erneut in See zu stechen, vorausgesetzt das nautische Patent wird ihm zuvor nicht aberkannt.

  2. Herr Niemand
    26. Januar 2013 at 10:37

    Man könnte auch Tätigkeiten an Bord einsparen, z.Bsp. die Mannschaft nicht mehr anschreiben, ob ihr Hund noch lebt. Schon wäre ein Hundetisch gespart.  ;-)

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